Darmstadt Jazz News

1. - 31. JANUAR 2010


Wir lesen die Morgenzeitung für Sie!
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29. Januar 2010

Darmstädter Musikgespräche / Darmstadt Music Talks

Das Jazzinstitut Darmstadt, das Internationale Musikinstitut Darmstadt und die Akademie für Tonkunst Darmstadt beginnen im Februar mit einer gemeinsamen Vortragsreihe, den "Darmstädter Musikgesprächen". Die drei Institute werden Forscher und Musiker einladen, die in Darmstadt recherchiert oder gearbeitet haben, um über ihre jeweiligen Projekte zu sprechen. Die Idee hinter der Vortragsreihe im Darmstädter Literaturhaus ist es, einige der in Darmstadt oder mit Hilfe Darmstädter Einrichtungen errungenen Erkenntnisse auch den Bürgern dieser Stadt zu präsentieren. Den Anfang macht am 17. Februar Michael Custodis, der über Wolfgang Steinecke spricht, der 1946 die Ferienkurse für Neue Musik gegründet hatte. Am 15. April wird Rüdiger Ritter über seine Forschung zur "Jazz und Widerständigkeit in Osteuropa" berichten. Am 27. Oktober erzählt Cord Meijering von seinen Erfahrungen mit der Kompositionsklasse für Kinder und Jugendliche an der Darmstädter Akademie für Tonkunst. Am 8. Dezember stellen Wolfram Knauer und Stephan Schulz ihre jeweiligen neuen Bücher über Louis Armstrong vor, das eine eine musikalische Biographie, das andere eine Dokumentation von Armstrongs Tour durch die DDR im Jahr 1965. Weitere Informationen über die Vortragsreihe findet sich ab nächster Woche hier: Darmstädter Musikgespräche.

Das Jazzinstitut Darmstadt, the Institute for Contemporary Music Darmstadt and the Music Academy Darmstadt will launch a new series of lectures called "Darmstädter Musikgespräche" (Darmstadt Music Talks). The three institutes will present researchers and musicians who used the Darmstadt facilities for their research to talk about their work. The idea behind the new series which will he held at the Darmstadt "Literaturhaus" is to share some of the insights achieved at the Darmstadt institutes with the general public. On February 17th Michael Custodis will talk about Wolfgang Steinecke who founded the Darmstadt Courses for Contemporary Music in 1946. On April 15th, Rüdiger Ritter will share some of his research about jazz in Eastern Europe and how its represents resistance. On October 27th, Cord Meijering will talk about the project "Children and Teenagers as Composers". On December 8th, Wolfram Knauer and Stephan Schulz will talk about the research that went into the books each of them published about Louis Armstrong -- Knauer's a musical biography, Schulz's the story of Armstrong's tour of Eastern Germany in 1965. More information about the lecture series can be found from next week on this page: Darmstädter Musikgespräche.

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28. Januar 2010

Sophie Milman

Jesse Hamlin spricht mit der Sängerin Sophie Milman über ihr Repertoire, darüber, wie sie neues Material angeht und wie sie sich mit den Texten der Songs identifiziert, die sie singt, sowie über einen kürzlichen Besuch in Moskau, bei dem eingeflogen wurde, um 20 Minuten lang auf einer Geburtstagsfeier zu singen (San Francisco Chronicle). Milman wurde in Ufa im westlichen Uralgebirge geboren, emigrierte mit ihrer Familie nach Israel, als sie 7 Jahre alt war, und nach Toronto, als sie 16 Jahre alt war. Als wichtigste Einflüsse auf ihren Stil nennt sie vor allem Ella Fitzgerald und Carmen McRae, die nie Zuckerguss über irgendwas gießen würde, sondern immer einfach nur die Geschichte erzähle. Sie höre auch viel Stevie Wonder, k.d. lang und Marvin Gaye.

Jesse Hamlin talks to singer Sophie Milman about her repertoire, her approach to working with the material, about how to identify with the lyrics she sings and about a recent visit to Moscow, where she was flown in to perform for 20 minutes at a birthday party (San Francisco Chronicle). Milman was born in Ufa in the western Urals and immigrated to Israel with her family when she was 7 and to Toronto at the age of 16. As influences she names especially Ella Fitzgerald and Carmen McRae who never sugarcoats anything but tells a story. She also listens to Stevie Wonder, k.d. lang and Marvin Gaye.

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26. Januar 2010

Jazz Composers Orchestra Institute

Das Center for Jazz Studies der Columbia University und das American Composers Orchestra haben ein neues gemeinsames Projekt bekannt gegeben: das Jazz Composers Orchestra Institute, einen fünftägigen Workshop, an  dem vom 20. bis 24. Juli 2010 35 Komponisten teilnehmen können. Gelehrt werden Kompositionstechniken einschließlich Electronics, Orchestrierung, Instrumentation, Notation, Vorbereitung einer Partitur, Aufführungspraxis sowie Techniken zur Strukturierung von Improvisation im Orchesterkontext. Zu den Dozenten zählen namhafte Komponisten wie Jane Ira Bloom, Anthony Davis, George Lewis und andere.

The Center for Jazz Studies at Columbia University and the American Composers Orchestra announce a new collaborative project: the Jazz Composers Orchestra Institute, a five-day workshop project from July 20-24, 2010 for up to 35 composers who can study compositional techniques including electronics, best practices regarding orchestration, instrumentation, notation, score preparation, and performance practice, and techniques for structuring improvisation within the orchestral context. Among the teachers are leading composers such as Jane Ira Bloom, Anthony Davis, George Lewis and others.

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25. Januar 2010

Jazz für Nicht-Eingeweihe / Jazz for the Un-Initiated

Pam Becker hat das Gefühl, dass im Fernsehen, in Spielfilmen und in der Werbung immer mehr Jazz gespielt werde und fragt den Jazzkritiker der Tribune, Howard Reich, wie man sich am besten auf ein Jazzkonzert einstellt, obwohl man eigentlich nicht viel über die Musik weiß (Chicago Tribune). Reich empfiehlt den Nicht-Eingeweihten ehrliche Fragen zu stellen, sich nicht von der Musik oder der Tatsache, dass man keine Ahnung hat, was da auf der Bühne passiert, einschüchtern zu lassen, nicht krampfhaft nach der Melodie zu suchen, sich auf den Bandleader zu konzentrieren, weil der meistens der Schlüssel zum ästhetischen Prozess hinter der Musik sei, und sich einen Jazzfilm anzusehen, am besten "Round Midnight".

Pam Becker sees jazz abounding on television, in movies and commercials and asks the Tribune's jazz critic Howard Reich about how to "adopt a jazzy attitude" when attending a jazz concert even though you don't know much about the music (Chicago Tribune). Reich recommends the un-initiated to ask honest questions, not to be intimidated by the music or by the fact that one may not quite understand what is going on on stage, not to feel "you have to find a melody to hang on to", to concentrate on the band's leader because he might be the key to the aesthetic process behind the music, and to watch a jazz movie, "Round Midnight" being highest on his list.

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24. Januar 2010

Randy Brecker

Randy Brecker hat in vielen Stilen gespielt: Jazz, Pop, Fusion, Rock und darüber hinaus, schreibt Bruce Klauber, aber dieser Tage kommt er wieder zu dem Stil zurück, mit dem er in Philadelphia aufgewachsen war: Bebop (Naples News). Er habe jede Menge erreicht in seiner Karriere, aber habe immer zwei große Träume gehabt: mit einem "großen Orchester" zu spielen -- dieser Traum wurde letztes Jahr erfüllt, als er mit dem Weißrussischen Philharmonischen Orchester auftrat und ins Studio ging -- und "mit Sonny Rollins und nur einem Bassisten und einem Drummer" zu spielen. Dieser Tage hat er keine eigene Working Band, sondern reist über die ganze Welt und spielt mit Musikern aus den Ländern, in die er kommt, die aber durch die Bank erfahrene Musiker seien, wie er erklärt: "Ich habe phantastische Musiker aus Städten von Sibirien, Moskau, Tokio, Budapest, Sophia, Sao Paulo bis LA und NYC, die meine Musik spielen, als wären sie mit ihr aufgewachsen -- was viele von ihnen auch sind!"

Bibliography

Jazz Index: Literaturliste zu Randy Brecker.

  

Randy Brecker has been moving through many styles, jazz, pop, fusion, rock and beyond, writes Bruce Klauber, but these days he comes back to what he grew up listening to in Philadelphia: bebop (Naples News). He achieved a lot, but had two big dreams: playing with a "big orchestra" -- which he did last year when he played and recorded with the Bialystock Philharmonic -- and playing "with Sonny Rollins with just a bass player and drummer". He has no real working band these days but travels all around the world and picks up players, all of whom are experienced musicians -- experienced also in Brecker's music, he explains: "I have fantastic musicians from cities in Siberia to Moscow to Tokyo to Budapest to Sophia to Sao Paulo to LA to NYC who play my music as if they grew up with it -- and many of them did!”

Bibliography

Jazz Index: Bibliography on Randy Brecker.

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23. Januar 2010

Django Reinhardt

DjangoDjango Reinhardt würde heute 100 Jahre alt werden, und das Datum wird in allen Medien gefeiert. Unsere eigene Django Reinhardt Biographie findet sich (in Deutsch und Englisch) auf unserer Website. Zum Hundertjährigen gratulieren neben vielen anderen: Andrew Gilbert (The Mercury News), Bruno Pfeiffer (Libération), Helmut Pusch (Südwest Presse) Martin Woltersdorf (Kölner Stadt-Anzeiger), Christoph Merki (Basler Zeitung), Ben Myers (The Guardian), Stefan Franzen (Badische Zeitung), Randy Lewis (Los Angeles Times Blog), Claus Lochbihler (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Michael Pilz (Welt Online), Ralf Dombrowski (Spiegel Online). Agence France Press meldet, dass ein Platz im XVIII. Arrondissement in Paris nach Django Reinhardt benannt wurde, worüber auch Francis Marmande berichtet (Le Monde). Und die französische Google-Seite hat Reinhardt zur Feier des Tages ins zweite "o" ihres Logos gesetzt.

Bibliography

Jazz Index: Literaturliste zu Django Reinhardt.

Django Reinhardt would be 100 today, and internationally he is celebrated by the media. We had posted our own Django Reinhardt biography on our website (in German and English). Homages to his centenary have been written by Andrew Gilbert (The Mercury News), Bruno Pfeiffer (Libération), Helmut Pusch (Südwest Presse) Martin Woltersdorf (Kölner Stadt-Anzeiger), Christoph Merki (Basler Zeitung), Ben Myers (The Guardian), Stefan Franzen (Badische Zeitung), Randy Lewis (Los Angeles Times Blog), Claus Lochbihler (Frankfurter Allgemeine Zeitung), Michael Pilz (Welt Online), Ralf Dombrowski (Spiegel Online). Agence France Press reports that a square in the XVIII. Arrondissement in Paris has been named after Django Reinhardt, and Francis Marmande reports about it, too (Le Monde). And the French Google website celebrates Reinhardt by putting his image into the second "o" of their logo for the birthday.

Bibliography

Jazz Index: Bibliography on Django Reinhardt.

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22. Januar 2010

Eberhard Weber

Michael Rüsenberg gratuliert dem Bassisten Eberhard Weber zu seinem 70sten Geburtstag (Frankfurter Rundschau). Weber hat letztes Jahr den Albert Mangelsdorff Preis erhalten, aber Albert, wie Weber in seiner Dankesrede anmerkte, sei nie ein großer Unterstützer der Emanzipation des Basses gewesen. "Des öfteren habe er ihm beim Frühstück vorgehalten: 'Eberhard, du hast mir gestern den Abend verdorben.'" Rüsenberg stellt Webers Statement, ein Kontrabass-Solo sei eine "Schnapsidee" die Tatsachegegenüber, das er seit 1985 auf seinem selbst entworfenen Hydrid aus Elektro- und Kontrabass lange Soli gespielt habe. Er nennt Weber einen "Erzmelodiker" und zitiert den Bassisten, der sich selbst als einen Musiker beschreibt, "der aus der Klassik kam, sich in den Jazz verliebt und sich dann im Jazz wohlgefühlt hat". Nach einem Schlaganfall, den er im April 2007 erlitten hatte, spielt Weber nicht mehr, ediert aber zur Zeit Mitschnitte seiner eigenen Soli, die er über die Jahre mit Jan Garbareks Band gespielt habe.

Bibliography

Jazz Index: Literaturliste zu Eberhard Weber.

Michael Rüsenberg congratulates the bassist Eberhard Weber on his 70th birthday (Frankfurter Rundschau). Weber had received the Albert Mangelsdorff Award last year, but Albert, as Weber revealed during his acceptance speech, had never been a big supporter for the emancipation of the bass. Often he reproached Weber at breakfast the next morning, saying: "Eberhard, you really spoiled my evening yesterday." Rüsenberg depicts the contradiction of Weber's statement that "a bass solo is a crackpot idea" which didn't keep him from playing long solos since 1985 on his self-designed hybrid between an electric and a double bass. Rüsenberg calls Weber an "arch melodicist" and quotes the bass player who describes himself as "a musician who came from the classics, fell in love with jazz and then felt at ease in jazz". Due to a stroke Weber suffered in April 2007, he no longer performs, but he currently edits recordings of his own solos from the years he played with Jan Garbarek.

Bibliography

Jazz Index: Bibliography on Eberhard Weber.

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21. Januar 2010

Moers - Improviser in Residence

Die Stadt Moers, in Jazzkreisen vor allem bekannt für ihr jährliches Moers Festival, hat die holländische Trompeterin und Bassistin Sanne Van Hek als dritten "improviser in residence" benannt, wie die Medien (Frankfurter Allgemeine Zeitung) sowie auch das Moers Festival berichten. Van Hek wird ein Jahr lang in Moers leben und "überall, wo es sinnvoll und möglich ist, in das musikalische Geschehen der Stadt eingreifen".

The city of Moers, well-known in jazz circles for its annual Moers Festival, has named the third "improviser in residence", the Dutch trumpeter and bassist Sanne van Hek, as the media (Frankfurter Allgemeine Zeitung) as well as the Moers Festival report. Van Hek will live in Moers for a year and enrich the city's cultural scene with different musical and performance projects.

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20. Januar 2010

Donald Harrison

Die jecke Zeit hat begonnen, und so erzählt der Saxophonist Donald Harrison der Journalistin Maria C. Montoya über seine Erfahrungen beim Mardi Gras, dem "verrückten" Karnevalsdienstag in New Orleans (New Orleans Times-Picayune). Harrison ist nämlich nicht nur ein gefeierter Jazzmusiker, sondern daneben auch der Big Chief of Congo Square seiner Mardi-Gras-Indian-Karnevalstruppe The Congo Nation, eine Position, die er sehr ernst nimmt. Wenn er am Mardi-Gras-Morgen sein Kostüm anzieht, fühle er "sofort eine Verbindung zu unseren Vorfahren", sagt er, und betont: "Wir halten ihre Kultur, unsere Kultur am Leben." Die Mardi Gras Indians hätten durchaus bereits kulturellen Einfluss auf Mainstream-Amerika gehabt und nennt etwa "Britney Spears, die in einem Stil tanzt, der auf Afrika verweist". Die Musik des Mardi Gras sei "die Wurzel aller Musik in New Orleans", sagt er und erklärt: "Tradition definiert uns, sie macht uns klar, dass wir etwas Besonderes sind und dass in New Orleans Kultur immer noch wichtig ist."

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Jazz Index: Literaturliste zu Donald Harrison.

It's beginning to be "that time of the year" again, and saxophonist Donald Harrison talks to Maria C. Montoya about how he experiences Mardi Gras (New Orleans Times-Picayune). Apart from being a celebrated jazz musician, Harrison also serves as The Big Chief of Congo Square with his Mardi Gras Indian group The Congo Nation, a position he takes very seriously. He feels "immediately linked with the ancient ancestors" when he puts on his suit on Mardi Gras Morning, because "We are keeping their culture, our culture, alive." The Mardi Gras Indians did have a cultural influence on mainstream America, he says and refers to "Britney Spears dancing in a style more derivative of Africa". The music of Mardi Gras "is the root of much of New Orleans music", he says and explains that "tradition defines us, it says we are special and New Orleans is a place where culture is important".

Bibliography

Jazz Index: Bibliography on Donald Harrison.

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18. Januar 2010

Haiti

Das schreckliche Erdbeben in Haiti lässt Jesse Washington über die engen Verbindungen zwischen Haiti und der schwarzen Bevölkerung der USA nachdenken (San Francisco Chronicle). Auf der einen Seite, zitiert er Joel Dreyfus, einen Haitianischen Journalisten, "identifiziert man sich von Natur aus mit Menschen, die ähnlich aussehen". Auf derf anderen Seite gibt es eine lange Geschichte der Verbindungen zwischen Haiti und den Schwarzen in den USA seit den Anfängen der Sklavenrevolten in Haiti von 1790 und der Unabhängigkeitserklärung des Landes von 1804. Washington verweist auf den Nachhall, den diese Verbindungen in den Künsten gefunden hat, etwa beim Dichter Langston Hughes oder beim Maler Jacob Lawrence, aber auch in "Duke Ellingtons Jazzsinfonie 'Black, Brown and Beige', die 1943 in der Carnegie Hall uraufgeführt wurde und auch eine Hommage an die Haitianischen Soldaten beinhaltete, die im amerikanischen Unabhängigkeitskrieg gegen die Briten gekämpft hatten" sowie in Charles Mingus' Jazzklassiker von 1954, "Haitian Fight Song". [Ellington widmete den Satz "West Indian Influence" den "700 Schwarzen, die aus Haiti gekommen waren, um im Unabhängikeitskrieg Savannah zu retten", wie er in einer Konzertansage vom Dezember 1943 erklärte.]

The terrible earthquake in Haiti and the many human tragedies caused by it makes Jesse Washington reflect about the strong connection between Haiti and American blacks (San Francisco Chronicle). On one hand, he quotes Joel Dreyfus, a Haitian journalist, there is a "natural sense of identification with people who look like yourself". On the other hand there is a long history of connections between Haiti and American blacks since the Haitian slave rebellion started in 1790 and Haiti declared itself a nation in 1804. Washington names reverberations of these connections in the arts, citing the poet Langston Hughes, the painter Jacob Lawrence as well as "Duke Ellington's jazz symphony 'Black, Brown and Beige,' which premiered at Carnegie Hall in 1943, [and] paid homage to the Haitian soldiers who fought in the Revolutionary War against the British" and Charles Mingus' 1954 jazz classic "Haitian Fight Song". [Ellington dedicated the movement "West Indian Influence" to the "700 Negroes who came from Haiti to save Savannah during the Revolutionary War", as he explained in a concert announcement in Dedember 1943.]

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17. Januar 2010

John Scofield

Einige Jahre, nachdem John Scofield Mitglied in Miles Davis' Band wurde, rief Miles ihn an und sagte: "Ach, du bist aus New Orleans. Deshalb kannst du so gut spielen", wie der Gitarrist im Interview mit Keith Spera erzählt (New Orleans Times-Picayune). Tatsächlich wuchs Scofield im Nordosten der Vereinigten Staaten auf, aber seine Mutter stammte aus New Orleans. In seinem Interview mit Spera erzählt er über sein neues Album "Piety Street", das er in und mit Musiker aus New Orleans aufgenommen hat und das vor allem Gospelsongs enthält. Außerdem bekennt er, dass der Jazz und auch all der ganze Jazz New Orleans viel zu verdanken habe: "Es ist wie mit kubanischer Musik. Die Musik hat in New Orleans begonnen und alles alles beeinflusst, weit stärker als wir es wissen."

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Jazz Index: Literaturliste zu John Scofield.

Some years after John Scofield had joined Miles Davis' band, Miles called him and said: "‘Oh, you’re from New Orleans - that’s why you can play good", the guitarist tells Keith Spera (New Orleans Times-Picayune). Scofield actually was raised in the northeast, but his mother grew up in New Orleans. In his interview with Spera he talks about his new album "Piety Street" recorded in and with some musicians from the Crescent City and featuring all gospel songs. He also acknowledges the debt that all of jazz owes New Orleans: “It’s kind of like Cuban music. The music that started in New Orleans has affected everything, more than we even know.”

Bibliography

Jazz Index: Bibliography on John Scofield.

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16. Januar 2010

Marian McPartland

Seit 30 Jahren bringt die Pianistin Marian McPartland jede Woche eine erstaunliche Show ins amerikanische Radio: "Piano Jazz", bei der sie andere Musiker (und seit langem nicht allein Pianisten) einlädt, mit ihnen ihr Leben und ihre Karriere spricht, aber auch über die technischen Seiten der Musik. In einer zweiteiligen Geburtstagssendung dreht Elvis Costello den Spieß nun um und interviewt Marian McPartland über ihre Erlebnisse mit und Erfahrungen durch "Piano Jazz" (NPR part 1; NPR, part 2). Beide Shows sind online zu hören und bringen jede Menge Ausschnitte aus Shows mit Musikern wie Mary Lou Williams, Bill Evans, Rosemary Clooney, Steely Dan, Ray Charles, Teddy Wilson, Oscar Peterson, Tommy Flanagan, Dizzy Gillespie und ihren ehemaligen Mann, Jimmy McPartland. Und zwischendurch beleitet sie auch Elvis Costello. Eine wunderbare Erinnerung an eine wunderbare Show, die nach wie vor jede Woche gesendet wird -- und dank des Internets inzwischen auch online zu hören ist.

Bibliography

Jazz Index: Literaturliste zu Marian McPartland.

Since 30 years the pianist Marian McPartland each year produces a remarkable show on American National Public Radio: "Piano Jazz", in which she invites other musicians (and not only pianists) to talk o them about their lives, their career, but also technical aspects of the music. In a two-part birthday show Elvis Costello turns tables around and interviews Marian McPartland about her memories of "Piano Jazz" (NPR part 1; NPR, part 2). Both shows can be listened to online and bring some great excerpts from previous shows with musicians such as Mary Lou Williams, Bill Evans, Rosemary Clooney, Steely Dan, Ray Charles, Teddy Wilson, Oscar Peterson, Tommy Flanagan, Dizzy Gillespie and Marian's former husband Jimmy McPartland. And in between McPartland accompanies Elvis Costello. A wonderful recollection of a wonderful show that is still going strong -- and today can be listened to online as well.

Bibliography

Jazz Index: Bibliography on Marian McPartland.

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15. Januar 2010

Chano Dominguez

Larry Blumenfeld spricht mit dem spanischen Pianisten Chano Dominguez darüber, wie er damit begonnen habe, das musikalische Idiom seiner andalusischen Heimat, den Flamenco, mit modernem Jazz zu vermischen (Wall Street Journal). "Im Jazz improvisiert man innerhalb einer musikalischen Form", erklärt Dominguez. "Im Flamenco erimprovisiert man die musikalische Form." Blumenfeld besucht ein Konzert des Pianisten im New Yorker Club Jazz Standard, der Teil eines transatlantischen Austauschprogramms des Barcelona International Jazz Festival ist. Er entdeckt, wie Dominguez den Titeln jeweils ein oder mehrere Flamencorhythmen zuteilt, etwa einen tanguillo in "Freddie Freeloader", eine bulería in "So What" oder eine soleá in "Blue in Green", alle Teil eines Programms unter dem Motto "The Flamenco Side of Kind of Blue".

Bibliography Jazz Index: Literaturliste zu Chano Dominguez.

Larry Blumenfeld talks to the Spanish pianist Chano Dominguez about how he started to mix the musical idiom of his Andalusian home, flamenco, with modern jazz (Wall Street Journal). "Jazz improvises within a musical form," explains Domínguez. "In flamenco, you improvise the musical form." Blumenfeld attends a concert Dominguez gave at New York's club "Jazz Standard" as part of a trans-Atlantic exchange program with the Barcelona International Jazz Festival. He discovers how Dominguez assigns one or more specific flamenco rhythms to the tunes, a tanguillo to "Freddie Freeloader", for instance, a bulería to "So What", a soleá to "Blue in Green", all part of a program called "The Flamenco Side of Kind of Blue".

Bibliography Jazz Index: Bibliography on Chano Dominguez.

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14. Januar 2010

Siggi Gerhard

Der Klarinettist Siggi Gerhard feiert heute seinen 80. Geburtstag, wie Julia Gaß berichtet (Halterner Zeitung). Gerhard kam zum Jazz, als er während des Kriegs Jazzsendungen des Senders BBC hörte. 1949 gehörte er zu den Mitgründern des Hot Club Dortmund, der bald einer der aktivsten deutschen Hot Clubs wurde und bis in die 1960er Jahre hinein Erfolge feierte, als der Rock 'n' Roll den jazz langsam aus der Gunst der jüngeren Zuhörer vertrieb. Bis heute spielt er mit seinem Swingtett Swingmusik im Stil seines Vorbilds Benny Goodman, den er nur einmal kurz vor dessen Tod persönlich traf. Er erzählte Goodman, dass er eine Band nach seinem Vorbild zusammengestellt habe, doch der amerikanische Kollege antwortete nur kurz angebunden: "Ok, Baby. Versuch, gut zu spielen"

The clarinetist Siggi Gerhard turns 80 today, as Julia Gaß reports (Halterner Zeitung). Gerhard had been introduced to jazz while listening to BBC radio during the war. In 1949 he was a co-founder of the hot club in Dortmund which soon became one of the most active jazz associations in Germany and thrived into the early 1960s when rock 'n' roll slowly replaced jazz in the preferences of the younger audiences. To this day Gerhard continues to play swing music with his "Swingtett" in the style of his idol, Benny Goodman whom he only met once shortly before Goodman's death. He told Goodman that he had founded an ensemble modeled after the Goodman bands, but his American colleague only replied, "Ok, baby. Good luck with your playing."

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13. Januar 2010

Walter Payton

Der Bassist Walter Payton erlitt während einer Tournee mit der Preservation Hall Jazz Band einen leichten Schlaganfall, wie Keith Spera berichtet (New Orleans Times-Picayune). Ein Tourhelfer fand ihn vor einem gemeinsamen Auftritt der Band mit den Blind Boys of Alabama in Washington, D.C., zusammengebrochen in seinem Hotelzimmer. Der Schlaganfall betreffe die linke Hirnhälfte und behindere vor allem sein Sprechvermögen, sagte Ben Jaffe, der Tubaspieler der Band, der für den Rest der Tour auch den Basspart übernahm. Paytons Arme und Beine seinen in Ordnung und er habe bereits mit einem Therapieprogramm begonnen. Die Ärzte hätten Payton empfohlen, das Rauchen aufzugeben, die Musik aber bald wieder aufzunehmen, wie Jaffe erklärte, der hofft, dass der Bassist schon in einer oder zwei Wochen wieder auf der Bühne der Preservation Hall in New Orleans stehen werde.

The bassist Walter Payton suffered a light stroke while on tour with the Preservation Hall Jazz Band, as Keith Spera reports (New Orleans Times-Picayune). A member of the road crew found him collapsed in his hotel room before a performance of the band together with the Blind Boys of Alabama in Washington, D.C. The stroke happened on the left side of his brain and "mainly affected his speech", as Ben Jaffe explained, the band's tuba player who for the rest of the tour will also be playing the bass parts. Payton's hands and feet are fine and he already started rehabilitation. The doctors advised him to give up smoking but start playing music again, Jaffe explains and hopes to see him back on the stage of Preservation Hall in New Orleans in a week or two.

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12. Januar 2010

Dresden

Die Interessengemeinschaft Jazz eröffnete 1981 ihren eigenen Spielort in einem Gewölbe unterhalb der Ruine des Kurländer Palais und nannte es der Form des Gewölbes entsprechend "Tonne". Nach der Wende hatte der Club anfangs mit etlichen Problemen zu kämpfen, insbesondere mit Publikumsschwund. Bald aber hatte er sich als ein spannender Spielort konsolidiert. 1997 wurde das Palais verkauft und der Club musste sich nach neuen Räumlichkeiten umsehen. Die wurden vom Publikum nicht genügend angenommen und der Club musste Insolvenz anmelden. Ein neuer Verein wurde gegründet, der "Jazzclub Neue Tonne", der sich nach geeigneteren Räumlichkeiten umsah und sie 2002 in einem Gewölbe unterhalb eines Restaurants im Stadtzentrum fand. Seither zählt der Jazzclub Neue Tonne wieder zu den wichtigsten Veranstaltungsorten für Jazz in Deutschland. Jetzt wurde der alte Spielort unter dem Kurländer Palais unter dem Namen "Jazz-Club Dresden" wiedereröffnet (Leipziger Volkszeitung). Der alte/neue Spielort scheint sich mehr auf traditionelle Jazzstile zu konzentrieren, während der Jazzclub neue Tonne vor allem aktuellere Strömungen des Jazz präsentiert.

The "Interest Group Jazz" (as jazz associations were often called in the German Democratic Republic) opened its own venue in 1981 in a cave underneath the ruins of the Kurländer Palais and called it "Tonne" (barrel) referring to the room's shape. The club went through some problems after the wall came down and the interest in jazz declined, but by the mid-1990s it had recovered. In 1997 the Palais was sold and the club had to look for a new venue. That was not accepted by the audience as had been hoped for and the club had to file for bankruptcy. A new jazz association was founded and looked for a more appropriate venue which was found in 2002: another cave underneath a restaurant in the city center. Over the years, the Jazzclub Neue Tonne (Jazzclub New Barrel) has become a major jazz venue in Germany. Now the old venue underneath the Kurländer Palais is re-opened under the name "Jazz-Club Dresden" (Leipziger Volkszeitung). The old/new venue seems to be dedicated more to traditional jazz styles whereas the Jazzclub Neue Tonne specializes mostly in contemporary jazz sounds.

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11. Januar 2010

Singers

Es ist nicht allzu viel los so früh im Jahr; vor allem Sänger tauchen in den Schlagzeilen auf... Will Friedwald etwa hört sich die neue 4-CD-Box "Twelve Nights in Hollywood" an, die Ella Fitzgerald live and at her best zeigt (Wall Street Journal). Reuters wirbt für Dee Dee Bridgewaters neuestes Projekt "Eleanora Fagan (1915-1959): To Billie With Love From Dee Dee", das Billie Holiday gewidmet ist (Reuters). Jamie Cullum heiratet das Model Sophie Dahl, Enkelin des Schriftstellers Roald Dahl (TIK online). Michael Buble hat sich derweil mit der Argentinierin Luisana Lopilano verlobt, die erst dachte, er sei schwul, weil er sich bei ihrem ersten Treffen vor allem mit einem ihrer Freunde unterhielt (Women Web). Keine Sorge, mehr Yellow Press gibt's nicht…

Not much going on this early in the year; yet singers make the headlines... Will Friedwald listens to the newly released four-CD boxed set "Twelve Nights in Hollywood" capturing Ella Fitzgerald live at her best (Wall Street Journal). Reuters meanwhile plugs Dee Dee Bridgewater's latest project "Eleanora Fagan (1915-1959): To Billie With Love From Dee Dee" dedicated to Billie Holiday (Reuters). Jamie Cullum married the model Sophie Dahl, the granddaughter of the author Roald Dahl (TIK online). Michael Buble meanwhile is engaged to the Argentinean Luisana Lopilano who thought he was gay when he kept talking to one of her friends when they first met (Women Web).

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10. Januar 2010

Ahmad Jamal

Scott Iawsaki spricht mit Ahmad Jamal über seine neueste CD, seine kürzliche (erste) Reise nach Russland, über den Kennedy Center Living Legends Award, den er 2007 erhalten hatte und den einmal, wie er hofft, seine Enkel bewundern werden, genauso wie die vielen anderen Ehrungen, die er in seinem Leben erhalten hat (Deseret News). Momentan arbeite er an einem Kinderlied mit dem Titel "Morning Fly" sowie an " einigen anderen Dingen" und bleibt auch sonst aktiv, weil: "Wir leben eh nie lang genug, um all das zu erreichen, was wir erreichen wollen, egal ob Du nun Ernest Hemingway bist oder Ahmad Jamal."

Bibliography Jazz Index: Literaturliste zu Ahmad Jamal.

Scott Iwasaki talks to Ahmad Jamal about his newest CD, his recent (first) trip to Russia, about the Kennedy Center's Living Legends Award which he was given in 2007, and which he hopes his grandchildren to marvel at one day together with the many other honors he received (Deseret News). He currently works on a children's song called "Morning Fly" as well as "some other things" and keeps on working because: "We never live long enough to accomplish everything (we) want, whether you're Ernest Hemingway or Ahmad Jamal."

Bibliography Jazz Index: Bibliography on Ahmad Jamal.

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9. Januar 2010

Deutschland / Germany

Dierk Strothmann erinnert an die erste Platte, die am 15. Januar 1920 von der Berliner Plattenfirma Homokord auf den Markt gebracht wurde (Wiesbadener Kurier). Die Band hieß "Original Eccentric Band" und der Titel war der "Tiger Rag", der sich zwar an der Aufnahme der Original Dixieland Jazz Band orientierte, aber eher wie "eine eigenwillige Interpretation des Radetzky-Marsches" klang, so Strothmann. Er fasst dann die Erfolgsgeschichte des Jazz in Deutschland zusammen. Der Import "echter" amerikanischer Jazzplatten wurde erst 1922 erlaubt, schreibt er, und der Rundfunk brachte ab 1923 regelmäßige Jazzsendungen. 1928 wurde im Hoch'schen Konservatorium die erste Jazzklasse an einer Hochschule gegründet, die geschlossen wurde, als die Nazis 1933 an die Macht kamen.

Dierk Strothmann reflects about the first record released in Germany on January 15th, 1920 by the Berlin-based record label Homokord (Wiesbadener Kurier). The band was the "Original Eccentric Band", and the title was the "Tiger Rag", modeled after the previous recording of the Original Dixieland Jazz Band, yet sounding more like the "Radezky Marsch", as Strothmann writes. He then follows the success story of jazz in Germany of the Weimar Republic. The import of authentic American records was only permitted in 1922, he writes, and radio featured jazz broadcasts since 1923. In 1928 the Hoch'sche Konservatorium in Frankfurt introduced the first jazz class at a conservatory which was closed when the Nazis came into power in 1933.

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8. Januar 2010

Gigi Campi (Impresario)
(b: 15.Dec.1928, Köln/Germany; d: 6.Jan.2010)

Der Impresario und Restaurantbesitzer Gigi Campi starb am 6. Januar im Alter von 81 Jahren. Campi, der Sohn italienischer Eltern, fand 1948 durch eine Platte Charlie Parkers zum Jazz. Ein Jahr später eröffneten seine Mutter und er ein Eiscafé in Köln, das bald zu einem Treffpunkt von Künstlern und insbesondere Jazzmusikern wurde. 1954 gründete Campi das erste unabhängige Jazzlabel Europas, Mod-Records, auf dem er insbesondere viele junge und moderne deutsche Jazzensembles aufnahm, etwa Hans Koller mit Albert Mangelsdorff oder Jutta Hipp. Von 1953 bis 1956 betrieb er außerdem den Jazzclub "Bohème" in Duisburg. In den 1960er Jahren gründete er ein einmaliges internationales Bigband-Projekt, die Kenny Clarke-Francy Boland Bigband (CBBB), die bis 1972 zusammenblieb und bald zu einer der originellsten europäischen Bigband-Stimmen wurde. Nachruf: Kölner Stadtanzeiger.

Bibliography Jazz Index: Literaturliste zu Gigi Campi.

The impresario and restaurant owner Gigi Campi died January 6th at the age of 81. Campi, the son of Italian parents, became interested in jazz when he heard a Charlie Parker record in 1948. One year later his mother and he opened an icecream café in Cologne which soon became a meeting place for artists and jazz musicians. In 1954 Campi founded Europe's first independent record company, Mod-Records, recording some of Germany young modern jazz ensembles such as Hans Koller with Albert Mangelsdorff or Jutta Hipp. He also operated the jazz club "Bohème" in Duisburg from 1953-1956, and in the 1960s he initiated a unique international big band project, the Kenny Clarke-Francy Boland Bigband (CBBB) which stayed together until 1972 and became one of the most original European large ensembles in the big band idiom. Obituary: Kölner Stadtanzeiger.

Bibliography Jazz Index: Bibliography on Gigi Campi.

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7. Januar 2010

Karl Schwonik

Der Schlagzeuger Karl Schwonik aus Calgary kam mit einer angeborenen Zapfendystrophie zur Welt, mit der er nur ein Sehvermögen von 10 Prozent hat und außerdem keine Farben sehen kann, wie Adrian Chamberlain berichtet (New York Times). Chamberlain erzählt die Lebensgeschichte des jungen Schlagzeugers, der auf einer Farm aufwuchs und von seiner älteren Schwester, die Trompete spielte, zum Jazz gebracht wurde. Später studierte er Jazz an der McGill University. "Das Klischee stimmt schon, dass Blindheit die restlichen Sinne wie etwa das Hören verstärkt", erzählt er Chamberlain. "Aber das ist nur der Fall, weil man sie viel mehr benötigt."

The Calgary drummer Karl Schwonik was born with congenital cone dystrophy, leaving him with just 10 per cent of his vision and no color perception, as Adrian Chamberlain reports (New York Times). Chamberlain relates the biography of the young drummer who grew up on a farm, got hooked on jazz through his trumpet-playing older sister, then studied jazz at McGill University. "There is some truth to the cliché that blindness heightens remaining senses such as hearing", he tells Chamberlain. "But, that's only because you need them more."

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6. Januar 2010

Cassandra Wilson

Die Sängerin Cassandra Wilson wurde mit einem Mississippi Blues Trail Marker geehrt, einer Plakette, die wichtige Orte für den Blues im Staate Mississippi markiert. Die offizielle Feier zur Ehrung findet am Donnerstagvormittag in der Aula der Brinkley Middle School statt, in der Wilson ihren musikalischen Weg begonnen hatte (The Clarion Ledger).

Bibliography Jazz Index: Literaturliste zu Cassandra Wilson.

Singer Cassandra Wilson has been honored with a Mississippi Blues Trail marker. The dedication ceremony is on Thursday morning in the auditorium of Brinkley Middle School where Wilson got her start in music (The Clarion Ledger). Die Mississippi Blues Trail marks important blues sites in the state of Mississippi.

Bibliography Jazz Index: Bibliography on Cassandra Wilson.

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5. Januar 2010

George Mraz

Lubomir Doruzka schickte uns die folgende Geschichte: Der in Tschechien geborenen Bassist George (Jiří) Mraz, der sowohl mit Oscar Peterson wie auch mit Ella Fitzgerald gespielt hatte, erzählte Anfang des Jahres im Gespräch mit Jiří Vanýsek in der Prager Harmonie über seine frühen Erlebnisse. Auf einer seiner ersten Reisen ins Ausland fuhr er in den 1960er Jahren mit Karel Velebnýs SHQ nach Amsterdam in einem Auto, das so klein war, dass er 20 Stunden unter dem Bass liegen musste. Das Konzert dauerte dann gerade mal 7 Minuten, weil der Club danach den Fernseher anschaltete, um den Boxkampf zwischen Cassius Clay und Sonny Liston zu übertragen. Mraz lebt heute in den USA, spielte aber kürzlich ein Konzert in Prag mit dem 91-jährigen Pianisten Hank Jones und wurde anlässlich seines eigenen 65sten Geburtstags mit einer Ehrung aus den Händen des tschechischen Präsidenten Václav Claus ausgezeichnet.

Bibliography Jazz Index: Literaturliste zu George Mraz.

Lubomír Doruzka sent us the following story: The Czech-born bassist George (Jiří) Mraz, formerly with Oscar Peterson Trio and Ella Fitzgerald, spoke in the Prague Harmonie to Jiří Vanýsek about his early memories. On his first trip abroad to Amsterdam in the 1960s with Karel Velebný SHQ they traveled all in one small car and he had to lie 20 hours under the bass. Their concert lasted only 7 minutes; after that the club switched on a TV transmission of the boxing match between Cassius Clay and Sonny Liston. Mraz now resides in the US, in Prague he recently played in concert with 91-year-old Hank Jones, and on his 65th birthday he received a gold medal from the Czech President Václav Klaus.

Bibliography Jazz Index: Bibliography on George Mraz.

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2 Januar 2010

Eberhard Weber

Der Bassist Eberhard Weber hatte vor zwei Jahren kurz vor einem Auftritt mit Jan Garbarek einen Schlaganfall erlitten, wie er Josef Engels in einem offenen und nicht sehr optimistischen Interview erzählt (Welt Online). Seither kann er nicht mehr spielen, da er vom Schlaganfall linksseitig immer noch "angelähmt" ist. Weber habe die Rolle des Basses neu definiert, schreibt Engels, und Weber ergänzt, dafür sei er von anderen Kollegen durchaus auch angefeindet worden. Er habe ein eigens für ihn entworfenes Instrument ohne Klangkörper gespielt, und er sei selbst erstaunt darüber gewesen, wie gut das Instrument klang und wie gut jeder Ton zu hören war. Er sei nie ein großer Freund des Free Jazz gewesen und sieht sich eher als einen Musiker de Post-Free-Jazz-Ära. Der Blues, meint er, sei schon so oft und von so vielen Musikern gespielt worden, dass man nicht mehr erwarten könne, "dass da noch etwas Kluges dabei herauskommt". Er habe zwölf Stunden unbegleitete Basssoli aus seinen Konzerten mit Garbarek gesammelt und plane daraus eine CD zusammenzustellen. Von Pat Metheny sei er nicht sonderlich beeindruckt gewesen, als er mit dem zu Anfang dessen Karriere für eine ECM-Session zusammengespielt habe. Da seien Webers und Garbareks ästhetische Richtungen sich schon weit ähnlicher. Weber erhielt im November den Deutschen Jazzpreis und meint, das habe "irgendwie so einen Schluss-Charakter". (Das Interview findet sich außerdem in der Berliner Morgenpost vom 18. Januar 2010.)

Bibliography Jazz Index: Literaturliste zu Eberhard Weber.

The German bass player Eberhard Weber had a stroke two years ago, shortly before a concert with Jan Garbarek, as he tells Josef Engels in an open and not too optimistic sounding interview (Welt Online). Since then he doesn't play any more, as the stroke left him with a slightly paralyzed left side. Weber had re-defined the role of the bass and had been treated with hostility for it by some of his colleagues as he relates. He played a specially made instrument without a sound box and was astonished how good the instrument sounded and how good every tone could be heard. He never was a friend of free jazz and sees himself as a musician of the post-free era. The blues, he says, has been played so often that you cannot really expect it to stimulate new wisdom. He has collected twelve hours of unaccompanied bass solos from the concerts he gave with Garbarek and plans to issue a collection of them. He was not too impressed when he played with Pat Metheny for an early ECM recording, but Weber's and Garbarek's aesthetics are similar. Weber was awarded the German Jazz Award in November but sees the award ceremony as some kind of a final stroke to his career.(The interview is also reprinted in the Berliner Morgenpost of January 18th,. 2010.)

Bibliography Jazz Index: Bibliography on Eberhard Weber.

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1. Januar 2010

Diese Jazzmusiker verstarben 2009 / These jazz musicians passed in 2009

Links zu Online-Nachrufen finden sich auf unserer Nachruf-Seite.

Links to obituaries on the web can be found on our obituary page.

Dezember 2009: Consuela Lee; Ed Beach; Hal Malcolm; Arnie Caplin; Rusty Dedrick; Pete King; Bill Betzler; Bob Willoughby; Terry Pollard; Franz Thon; Yvonne Burch; Pete Terrana; Charlie Banacos; Torrie Zito; Donald Washington; Willie 'Face' Smith; Jack Savage

November 2009: John Storm Roberts; Robert Degen; Joe Hodge; Jeff Clyne; Opal Mann; Billy James; Morris Nanton; Dick Katz; Malcolm Layock; Art D'Lugoff

Oktober 2009: Stacy Rowles; Roy De Carava; Sirone; Vic Mizzy; Johnny Jones; Jerry Card; Sonny Bradshaw; Freddy Robinson; Raymond Federman; Mercedes Sosa; Dieter Seelow

September 2009: Nunzio Rotondo; Jerry van Rooyen; Seamus O'Brien; Juanita Brooks; Eddie Locke
August 2009: Eddie Higgins; Chris Connor; Joe Maneri; Ernest Brown; Gianni Basso; Jackie Tracey; Lawrence Lucie; Les Paul; Rashied Ali; Albert Leet; Lothar Scharf

Juli 2009: George Russell; Teddy Washington; Ole Jørgensen; William Fielder

Juni 2009: Michael Jackson; Dickie Hawden; Eddie Preston; Steve Race; Ustad Ali Akbar Khan; Werner Baumgart; Charlie Mariano; Huey Long; Jack Nimitz; Hugh Hopper; Koko Taylor; Jesus Alfonso; Sam Butera; Billy VerPlanck

Mai 2009: Charly Höllering; Werner Sellhorn; Randy Purcell; Wayman Tisdale; Buddy Montgomery; Julie Coryell; Frankie Manning; Alfred Appel Jr.

April 2009: Pee Wee Moore; Gugge Hedrenius; Hans Otto Jung; Zeke Zarchy; Dave Burns; Perry Knudsen; Nancy Overwater; Ali Kurt Baumgarten; Bud Shank

März 2009: Jean-Claude Fohrenbach; Manny Oquendo; Ole Brask; Ted Jarrett; Eddie Bo; Anne Brown; Lars Erstrand; Ralph Mercado; John Cephas; Rhae Alyce Andrece; Tony Osborne

Februar 2009: Ian Carr; Lyman Woodard; Freddy Robinson; Snooks Eaglin; Joe Cuba; Louie Bellson; Gerry Niewood, Coleman Mellett; Mat Mathews; Cachaito Lopez; Victor Lewis; Blossom Dearie; Fred Rundquist; Muriel Havenstein

Januar 2009: Nick Jerret; John Martyn; Hank Crawford; Leonard Gaskin; David 'Fathead' Newman; Günter Hörig; Whitey Mitchell; Leroy Cooper; Konrad Heidkamp; Charlie Gall; Claude Jeter; Sam Taylor; Louis Hjulmand; Mike Mancini

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