Jazz News
Jazz Nachrichten


Wir lesen die Morgenzeitung für Sie!
Die Presseberichte, die wir in dieser Rubrik zusammenfassen, finden sich übrigens in unserem Archiv in herkömmlicher (papierner) sowie in digitaler Form. Wenn Sie an den kompletten Artikeln zu den auf dieser Seite notierten Meldungen interessiert sind, wenden Sie sich bitte per e-mail an uns. Darüber hinaus verweisen wir auf unseren Jazz-Index, die weltweit größte computergestützte Bibliographie zum Jazz, in der neben Büchern und Zeitschriften auch aktuelle Presseberichte aus Tages- und Wochenzeitungen gelistet sind. Sie können Auszüge aus dem Jazz-Index zu bestimmten Stichworten (also beispielsweise konkreten Musikernamen) kostenlos per e-mail erhalten. Noch ein Hinweis zu den Links auf dieser Seite: Einige der verlinkten Artikel sind ohne Anmeldung nicht einsehbar; bei vielen Online-Zeitungen ist die Lektüre älterer Artikel kostenpflichtig. Bitte beachten Sie, dass die Zusammenfassungen und die Übersetzungen auf dieser Seite unsere Zusammenfassungen und Übersetzungen sind. Wenn Sie die hier gelisteten Artikel zitieren wollten, sollten Sie zu den Originalquellen greifen.

Sie können unsere Jazznews auch per e-mail abonnieren.
Dazu schreiben Sie uns bitte eine E-Mail und bitten Sie auf um Aufnahme in die "Jazz News Mailing List". Bitte geben Sie an, ob Sie an der deutschen oder englischen Ausgabe des wöchentlichen Mail-Newsletters interessiert sind.

We read the morning paper for you!
The newspaper articles summarized on this page can be found in our archive on traditional (paper) as well as on digital media. If you need the complete article of one of the notes on this page, write us an e-mail. You may also be interested in our Jazz-Index, the world's largest computer-based bibliography on jazz, which lists books, jazz periodicals, but also essays from daily and weekly newspapers. You can order excerpts from the Jazz-Index on specific musicians for free by sending us a mail with the respective name(s). A short aside about the links on this page: Some of the linked articles cannot be read without prior registration; with many online newspapers older articles can only be accessed for a fee. Please bear in mind that the summaries and translation on this page are our summaries and translations. If you want to quote any of the articles listed here, you should use the original sources.

You can also suscribe to our jazz news by e-mail.
Just send us an e-mail indicating you want to subscribe to the "Jazz News Mailing List". Please specify whether you want to receive the German or the English language version of this weekly newsletter.


Inhalt dieser Seite:
Content of this page:


31. Dezember 2007

Jazzinstitut Darmstadt in 2007

Die Zeit "zwischen den Jahren" nutzt das Jazzinstitut traditionell zu einem Jahresrückblick, der in unserem Online-Jazzbrief veröffentlicht wird. Darin geht es um die Aktivitäten, an denen das Jazzinstitut im vergangenen Jahr beteiligt war: Konzerte, Konferenzen, Workshops, Ausstellungen, Veröffentlichungen aller Art. Der Jahresrückblick ist eine Bestandsaufnahme unserer internationalen Arbeit und zugleich eine Art Ausblick auf das, was wir uns fürs nächste Jahr vornehmen. Ganz so, wie man es zu Silvester machen sollte. Ihnen allen wünschen wir heute einen fröhlichen Jahresausklang und ein gesundes, erfolgreiches, friedliches und swingendes Neues Jahr!

We use the time "between the years" to look back upon the past year and our activities in it and publish this end-of-the-year review in our Online-Jazzletter (in German only). In this review of 2007 we reflect upon concerts, conferences, workshops, exhibitions, publications of all sorts in which the Jazzinstitut was involved. The review is meant sort of as a stocktaking of our international activities as well as a view upon some of the projects we plan to accomplish next year. Quite New Year's Eve material, therefore. The staff at the Jazzinstitut Darmstadt wishes you all a happy New Year's Eve and a healthy, successful, peaceful and swinging New Year!


30. Dezember 2007

Manfred Eicher / ECM

Ueli Bernays spricht mit Manfred Eicher, dem Gründer und Produzenten des Labels ECM (Neue Zürcher Zeitung). Eicher hatte als Bassist bei den Berliner Philharmonikern gespielt und war auch in der Jazzszene gut etabliert, als er bei einem New-York-Besuch das Bill Evans Trio mit Scott LaFaro und Paul Motian hörte und sich entschloss, sich lieber auf Sound als auf den Kontrabass zu konzentrieren. Ein Produzent solle selbst Erfahrungen als Musiker gehabt haben, meint er, er solle in der Lage sein, eine Partitur zu lesen, er müsse außerdem zuhören können. In den letzten Jahren veröffentliche ECM weniger Platten von amerikanischen Künstlern. Grund sei, dass für Eicher bei vielen jungen Amerikanern der Einfluss von Coltrane, Coleman und anderen großen Jazzmusikern zu stark sei. Als Produzent habe er direkten Einfluss auf die Produktionen, stelle Fragen, schlage vor, in welche Richtung die Session gehen könnte. Ja, es gäbe einen spezifischen ECM-Sound, so wie jeder Produzent einen spezifischen Sound habe, der nach seinem eigenen Klangideal suche. Am Ende des langen Interviews erklärt Eicher dann noch, dass ihm die MP3-Downloads für das ECM-Label weit weniger Sorgen bereiteten als die augenblickliche Dollarschwäche.

Ueli Bernays talks to Manfred Eicher, ECM's founder and producer (Neue Zürcher Zeitung). Eicher had worked as a double bass player for the Berlin Philharmonic Orchestra and was also well established within the jazz scene, but then during a New York visit heard the Bill Evans trio with Scott LaFaro and Paul Motian and decided that he should concentrate on sound more than the bass. A producer should have been a musician, should be able to read the score and should be able to listen, he says. In recent years ECM released more records by European than by American artists. The reason is that Eicher feels that many young American musicians sound too many like the influences they took up from Coltrane, Coleman and other big names. As a producer he has direct impact on the recordings, asks questions, suggests directions. Yes, there is a specific ECM sound, as there is a specific sound for any producer who is searching for his own sound ideal. At the end of the long interview Eicher states that MP3 downloads are much less of a problem for ECM than the current weakness of the dollar.


29. Dezember 2007

Eric Kamau Gravatt

Eric Kamau Gravatt war mit 21 Jahren McCoy Tyners Schlagzeuger, arbeitete dann 20 Jahre lang als Gefängniswärter und spielt jetzt wieder Schlagzeug mit Tyner (The Canadian Press). Er arbeitete außerdem mit Jazzgrößen wie Albert Ayler, Charles Mingus und vielen anderen, bevor er sich entschloss, einen Tagesjob anzunehmen, um seine Familie ernähren zu können. Nachdem er in den Ruhestand ging, schloss er sich Tyner an, der froh darüber ist, ihn wieder in seiner Band zu haben, weil er mit der Sensibilität und Dynamik spiele, nach der er in einem Perkussionisten immer suche.

Eric Kamau Gravatt was McCoy Tyner's drummer at the age of 21, then worked for 20 years as a prison guard before playing the drums again with Tyner (The Canadian Press). He also played with jazz greats such as Albert Ayler, Charles Mingus and many others but decided to take a day job to pay for his family. After retirement he rejoined Tyner who is happy to have him back because he delivers that sensitivity and dynamics he looks for in a percussionist.


28. Dezember 2007

Ahmad Jamal

Der Pianist Ahmad Jamal ist seit 1980 jedes Jahr zum Neuen Jahr in Washingtons Club Blues Allex aufgetreten, wie Richard Harrington berichtet (Washington Post). Jamal sieht das Engagement als eine Art "bezahlten Urlaub" an, bei dem er zu Fuß vom Hotel zur Arbeit gehen könne. Jamal wurde vor kurzem von der National Endowment for the Arts zum American Jazz Master ernannt, erhielt außerdem den Ordre des Arts et Lettres des französischen Kulturministers. Er nennt Jazz gern "Amerikas klassische Musik" und sieht Erroll Garner als größten Einfluss und Inspiration. Er war in seinem Leben äußerst erfolgreich, hat aber nicht vor, sich auf seinen Lorbeeren auszuruhen.

The pianist Ahmad Jamal has performed at Washington's Blues Alley club every New Year since 1980, as Richard Harrington reports (Washington Post). Jamal sees it as a "paid vacation", walking to work from the hotel. Jamal recently was named an American Jazz Master by the National Endowment for the Arts and was awarded the Order of Arts and Letters by the French culture minister. He loves to call Jazz "America's classical music" and sees Erroll Garner as his major influence and inspiration. He was extremely successful but refuses to rest on his laurels.


27. Dezember 2007

Eric Mingus

Peter Aaron stellt Eric Mingus vor, den Sohn des Bassisten, einen Bluessänger, der mit Rockbands genauso wie mit vielen Jazzkollegen zusammenarbeitete (The Village Voice). Er lebte für eine Weile in London, kehrte dann in die USA zurück, lebt in West Shokan, unterrichtet in New York und arbeitet mit Musikern wie dem Gitarristen Elliot Sharp, dem Saxophonisten Erik Lawrence und dem Saxophonisten Catherine Sikora.

Peter Aaron introduces Eric Mingus, the bassist's son, a blues singer who worked with rock bands, but also with many jazz colleagues (The Village Voice). He lived in London for a while, then returned to the US to live in West Shokan, teaches in New York and works with musicians such as the guitarist Elliot Sharp, the saxophonist Erik Lawrence and the saxophonist Catherine Sikora.


26. Dezember 2007

Billie Holiday

Nach seinem Tod im Jahr 1994 ging die Sammlung des Jazzkritikers Leonard Feather an die University of Idaho, wie John Miller berichtet (Los Angeles Times). Darin fanden sich auch jede Menge an Tonbändern mit nie zuvor veröffentlichtem Material von Jazzgrößen, etwa eine Session mit Billie Holiday und Tony Scott, aufgenommen in Feathers Apartment und mit dem Kritiker selbst am Klavier. Die geltenden Urheberrechte aber verhindern die Veröffentlichung dieses Materials noch für eine ganze Weile. [Dan Morgenstern reagierte auf diesen Beitrag mit einer Mail vom 2. Januar 2008, die unter diesem Datum in unseren Jazz News zu finden ist.]

After his death in 1994, the collection of jazz critic Leonard Feather went to the University of Idaho, as John Miller reports (Los Angeles Times). Among many other things it contained lots of never released audio material by jazz greats. Miller singles out a session with Billie Holiday and Tony Scott at Feather's apartment with the critic himself playing the piano. Copyright law, though, prevents the release of such material for quite some time. [Dan Morgenstern responded to this entry with a mail from January 2nd, 2008, which can be found under that date in our Jazz News.]

Alex Kallao

Der Pianist Alex Kallao machte sich vor 50 Jahren einen Namen, verschwand dann aber von der Szene, wie Jesse Hamlin berichtet (Los Angeles Times). Er wurde damals als der "neue Art Tatum" angepriesen, hatte sich aber lange Zeit für ein ruhigeres Leben abseits des Spotlights entschieden und in kleinen Clubs seiner Heimatstadt Detroit gearbeitet. In den 90er Jahren ließ der blinde Pianist dann seine Karriere wieder aufleben, obwohl er einige schwere gesundheitliche Rückschläge hatte einstecken müssen, darunter den Verlust großer Teile seines Gehörs. Dieser Gehörverlust aber beschränke in keiner Weise sein Klavierspiel, wie auch das Publikum in San Franciscos Chez Spencer oder Moose's bezeugen könne, wo Kallao jeden Sonntag und Montag auftritt.

The pianist Alex Kallao has made a name for himself 50 years ago, then vanished from the scene, as Jesse Hamlin reports (Los Angeles Times). He had been billed as the "next Art Tatum", but for a long time decided to live away from the spotlight working local venues in his home town Detroit. In the 90s the blind pianist revived his career, even though some health setbacks came as serious blows, among them the loss of much of his hearing. That, though, doesn't inhibit his playing as the audience at San Francisco's Chez Spencer or Moose's can attest where Kallao performs regularly on Sundays and Mondays.


25. Dezember 2007

Casa del Jazz, Roma

Die Casa del Jazz in Rom war einst die Villa eines Mafiabosses, bevor sie vom Staat beschlagnahmt und in einen Jazzclub, ein Aufnahmestudio und einen Konzertsaal umgewandelt wurde, wie Ralf Dombrowski berichtet (Spiegel Online). Roms Bürgermeister Valter Veltroni ist ein Jazzfan und benutzte seine Stellung, um die Casa del Jazz zu einem bedeutenden Spielort auszubauen. Kurz vor Weihnachten sollte der Trompeter Till Brönner dort mit dem Posaunisten Nils Landgren, dem Vibraphonisten Christopher Dell und einer italienischen Rhythmusgruppe dort auftreten. Das Konzert wurde dann ins größere Audirotium des römischen Goethe-Instituts verlegt, das im vergangenen Sommer eine regelmäßige Konzertreihe mit deutschem Jazz in der Casa del Jazz ins Leben rief.

The Casa del Jazz in Rome used to be a villa owned by a Mafia boss but then was seized by the state and remodeled into a jazz club, recording studio and concert hall, as Ralf Dombrowski reports (Spiegel Online). Rome's mayor Valter Veltroni is a jazz fan and used his power to make the Casa del Jazz into a major performance space. Over Christmas German trumpeter Till Brönner was programmed to play there together with the trombonist Nils Landgren, the vibraphonist Christopher Dell as well as an Italian rhythm section. The concert was moved to the larger auditorium of Rome's Goethe-Institut instead, Germany's cultural institution which started a regular concert series with German jazz at the Casa del Jazz last summer.


24. Dezember 2007

Oscar Peterson (Piano)
(b: 15.Aug.1925, Montreal, Quebec/Candad; d: 24.Dec.2007, Mississauga, Ontario/Canada)

Der Pianist Oscar Peterson starb am 24. Dezember in seinem Haus in Mississauga, Kanada, im Alter von 82 Jahren an Nierenversagen. Peterson hatte in den 40er Jahren in Kanada gespielt und seinen Durchbruch mit einem Konzert der Tourneetruppe Jazz at Carnegie Hall in der Carnegie Hall im Jahr 1949. Er arbeitete mit verschiedenen Triobesetzungen mit Musikern wie Herb Ellis, Ray Brown und Ed Thigpen, aber auch regelmäßig mit Jazz at the Philharmonic und vielen berühmten Jazzmusikern wie etwa Louis Armstrong, Count Basie, Dizzy Gillespie, Ella Fitzgerald und vielen anderen. Zu seinen großen Einflüssen gehörten Teddy Wilson und Nat King Cole, aber auch Art Tatum, mit dem er wegen seiner beeindruckenden Technik oft verglichen wurde. Während seiner Karriere nahm Peterson meist für Plattenlabels von Norman Granz auf, in den 60er Jahren aber auch für das deutsche MPS-Label im Schwarzwald. Nachrufe: Frankfurter Allgemeine Zeitung; Washington Post (I); Washington Post (II); Washington Post (III); Washington Post (IV); Los Angeles Times; San Francisco Chronicle; Guardian; The Independent;Die Welt; die tageszeitung; Wall Street Journal; The Boston Globe.

The pianist Oscar Peterson has died at his home in Mississauga, Canada, on December 24th at the age of 82 of kidney failure. Peterson played in Canada in the 1940s then became famous when Norman Granz engaged him for a Jazz at the Philharmonic Carnegie Hall concert in 1949. He worked in several trio settings with musicians such as Herb Ellis, Ray Brown and Ed Thigpen, but regularly also with Jazz at the Philharmonic and with many famous jazz musicians from Louis Armstrong to Count Basie, Dizzy Gillespie, Ella Fitzgerald and many others. His big influences were Teddy Wilson and Nat King Cole, but also Art Tatum, whom he often has been compared to because of his immense technique. During most of his recording career Peterson recorded for several Granz labels, but in the 60s also for the German MPS label based in the Black Forest. Obituaries: Frankfurter Allgemeine Zeitung; Washington Post (I); Washington Post (II); Washington Post (III); Washington Post (IV); Los Angeles Times; San Francisco Chronicle; Guardian; The Independent;Die Welt; die tageszeitung; Wall Street Journal; The Boston Globe.


22. Dezember 2007

Typhanie Monique

Howard Reich stellt die Sängerin Typhonie Monique vor, die das Jahr 2007 als eines der für sie bislang produktivsten bezeichnet (Chicago Tribune). Sie spielte ein Duettalbum mit dem Gitarristen Neal Alger ein und trat beim Chicago Jazz Festival auf, bei dem sie zwar auf einer Nebenbühne auftrat, die Massen, die sie hören wollten, aber kaum Platz fanden. Sie sang in Moskau und wird auch im nächsten Januar/Februar wieder dort auftreten, denkt außerdem über eine weitere CD nach.

Howard Reich introduces the singer Typhonie Monique who sees the year 2007 as one of the busiest so far for her (Chicago Tribune). She recorded a duet CD with the guitarist Neal Alger and performed at the Chicago Jazz Festival where she attracted a standing-only crowd at one of the side stages. She performed in Moscow and will again perform there in January/February and thinks about a follow-up CD.

Andy Bey

Es gibt nur wenige männliche afro-amerikanische Sänger im heutigen Jazz, schreibt Siddharta Mitter in einem Artikel über Andy Bey (The Boston Globe). Mit 68 hatte Bey Ups und Downs in seiner Karriere, aber seit etwa zehn Jahren genießt er ein Karriere-Comeback, das ihm viel Lob eingebracht hat. Er war eine Art Wunderkind in Newark, wo er aufwuchs und in seinen Teens zusammen mit zwei seiner Schwestern eine Band zusammenstellte. Er sang in Projekten von Max Roach, Gary Bartz und Horace Silver, verdiente sich dann sein Geld vor allem als Lehrer - unter anderem in Graz. Er arbeitete freiberuflich in New York, nahm "Ballads, Blues & Bey" auf, ein Album, das ihn zurück auf den Markt brachte. In den 1990er Jahren outete sich Bey als offen Schwuler und wurde außerdem als HIV-positiv diagnostiziert. All das aber tat seiner Karriere keinen Abbruch, und es fällt schwer, schreibt Mitter, "nicht eine Verbindung zu sehen zwischen Beys Sich-Selbst-Akzeptieren und der folgenden Erneuerung seiner Karriere". Er habe immer einen positiven Blick auf sein Leben und seine eigene Karriere: "Jeder Rückschlag, den ich hatte, war immer der beste Lehrer für mich."

There are few African American male singers in jazz today, writes Siddharta Mitter in an article about Andy Bey (The Boston Globe). At 68, Bey had ups and downs in his career, but since a decade has made a comeback career that earned him critical acclaim. He was a child prodigy in his native Newark, he tells Mitter, and in his late teens formed a band with two of his sisters. He sang with Max Roach, Gary Bartz and Horace Silver, then made a living as a teacher - among other places in Graz, Austria. He freelanced in New York, recorded "Ballads, Blues & Bey" which brought him back on the market. In the 1990s Bey came out as openly gay and was also diagnosed as being HIV positive. All that didn't hinder his career; and it's hard, writes Mitter, "not to draw a link between Bey's self-acceptance and the concurrent revitalization of his career". He has a positive outlook on life and his own career: "Every setback I've had has been the greatest teacher."

... plus ...

Don Heckman writing about a reunion of jazz masters Herbie Hancock & Wayne Shorter (Los Angeles Times).


21. Dezember 2007

Bill Clinton

Der frühere US-Präsident Bill Clinton stiftet dem American Jazz Museum in Kansas City, Missouri das Saxophon, auf dem er zu seiner Amtseinführung gespielt hatte (Washington Post). Außerdem sind in dem gerade vom amerikanischen Kongress bewilligten Haushalt 312.000 $ für pädagogische Projekte, Ausstellungsvorhaben und die Restaurierung der Filmsammlung des Museums vorgesehen.

Former President Bill Clinton donated the saxophone he had played at his inauguration to the American Jazz Museum in Kansas City, Missouri (Washington Post). The federal budget just passed by Congress includes 312,000 $ for the museum to spend on education programs, new exhibits and the restoration of its film collection.

Milcho Leviev

Der bulgarische Pianist Milcho Leviev wurde vom Bulgarischen Präsidenten für den Sankt-Kiril-und-Metodii-Orden vorgeschlagen (The Sofia Echo). Leviev verließ Bulgarien 1970 aus politischen Gründen und lebt seither in Kalifornien.

The Bulgarian pianist Milvo Leviev has been nominated for the Saints Kiril and Metodii order by the Bulgarian president (The Sofia Echo). Leviev left Bulgaria for political reasons in 1970 and since then lives in California.


20. Dezember 2007

Cyrus Chestnut & Vince Guaraldi

Der Pianist Cyrus Chestnut hat vor einigen Jahren Vince Guaraldis Musik zu "A Charlie Brown Christmas" eingespielt, wie Mark Stryker berichtet (Detroit Free Press). Er mochte die Musik schon als Junge und war begeistert davon, als die Plattenfirma mit der Idee ankam. Vince Guaraldi sei einer der unbesungenen Helden, sagt Chestnut. "Er konnte schreiben und spielen. Er spielte die Musik aus seinem Herzen heraus, und wann immer die Musik von Herzen kommt, wird sie die Menschen auch erreichen.

The pianist Cyrus Chestnut had recorded Vince Guaraldi's music for "A Charlie Brown Christmas" some years ago, as Mark Stryker reports (Detroit Free Press). He loved that music since he was a child and was excited when his record company brought up the idea. Vince Guaraldi, Chestnut says, was one of the unsung heroes. "He could write and he could play. He played music from his heart, and anytime you play music from your heart, it will reach people."

Günter Noris (Piano)

Der Pianist und Bigbandleiter Günter Noris starb am 27. November in Kerpen bei Köln im Alter von 72 Jahren. Noris spielte Ende der 50er Jahre in der Helmut Brandt Combo, arbeitete in den 60er Jahren als Arrangeur für den Rundfunk und begleitete Hildegard Knef auf einigen Tourneen. 1971 gründete er die Big Band der Bundeswehr, die er bis 1983 leitete, als er die Leitung niederlegte, weil die ständige Auseinadersetzung mit der Bürokratie seine musikalische Kreativität behinderte. Danach gründete er seine eigene Gala Big Band, mit der er Tanzmusik spielte. Nachrufe: Bunte, Frankfurter Allgemeine Zeitung.

The pianist and band leader Günter Noris died November 27th in Kerpen, near Cologne, Germany, at the age of 72. Noris played with the Helmut Brandt Combo in the late 1950s, worked as an arranger for German Radio in the 60s as well as accompanying the singer Hildegard Knef. In 1971 he formed and led the Big Band der Bundeswehr (Army Big Band), a job he quit in 1983 after being dissatisfied with the army's bureaucracy. He then formed his own Gala Big Band playing dance music. Obituaries: Bunte, Frankfurter Allgemeine Zeitung.


19. Dezember 2007

Preservation Hall Jazz Band

Larry Blumenfeld erzählt die Geschichte der Preservation Hall in New Orleans, einer Kunstgalerie, die ab 1960 zu einem legendären Spielort für den Jazz wurde (Wall Street Journal). Ben Jaffe, der Sohn von Allan und Sandra Jaffe, die das Geschäft 1961 übernahmen, hat gerade eine CD/DVD/Erinnerungsbox veröffentlicht, die das musikalische New Orleans von 1959 bis heute dokumentiert. Sie enthält Musik berühmter Musiker wie George Lewis, aber auch solche von unbekannten Musikern. Jaffe selbst spielt Tuba in der Preservation Hall Jazz Band, die die Tradition am Leben erhält und damit immens wichtig für die kulturelle Erholung der Stadt sei.

Larry Blumenfeld tells the story of New Orleans' Preservation Hall, an art gallery which soon became a legendary jazz venue from 1960 (Wall Street Journal). Ben Jaffe, the son of Allan and Sandra Jaffe who operated the business since 1961, just published a CD/DVD/memorabilia collection documenting musical New Orleans from 1959 up to today, including famous names such as George Lewis as well as new ones. Jaffe himself plays the tuba in the Preservation Hall Jazz Band which keeps up the tradition and thus is important to the cultural recovery of New Orleans.


18. Dezember 2007

Joel Dorn (Produzent / producer)
(b: 1942, Philadelphia/PA; d: 17.Dec.2007, New York)

Der Plattenproduzent Joel Dorn starb am 17. Dezember nach einem Herzanfall in New York. Dorn arbeitete zwischen 1967 und 1974 für Atlantic Records, produzierte pop-fähige Alben beispielsweise von Herbie Mann, Max Roach, Les McCann, Mose Allison oder Rahsaan Roland Kirk. Er produzierte außerdem Platten mit Bette Midler und Roberta Flack. Später gründete er seine eigenen Labels und brachte Wiederveröffentlichungen von klassischen Jazzalben auf den Labels Columbia, Rhino oder GRP heraus. Nachruf: Washington Post, New York Times, Los Angeles Times, Washington Post, The Independent.

The record producer Joel Dorn died on December 17th in New York of a heart attack. Dorn had worked for Atlantic Records between 1967 and 1974 producing pop-sensitive jazz albums by musicians such as Herbie Mann, Max Roach, Les McCann, Mose Allison or Rahsaan Roland Kirk. He also produced records by Bette Middler and Roberta Flack. Later he formed his own labels and oversaw reissues of classic jazz albums on Columbia, Rhino or GRP Records. Obituary: Washington Post, New York Times, Los Angeles Times, Washington Post, The Independent.


17. Dezember 2007

Frank Morgan (Altsaxophon / alto saxophone)
(b: 23.Dec.1933, Minneapolis/MN; d: 14.Dec.2007, Minneapolis/MN)

Der Altsaxophonist Frank Morgan starb am 14. Dezember in Minneapolis im Alter von 73 Jahren. Morgan war ein Protegé von Charlie Parker gewesen und spielte in seiner Jugend sogar ein paar Abende in der Band Duke Ellingtons. Er arbeitete mit dem Orchester Lionel Hamptons und machte in den frühen 50er Jahren seine ersten Plattenaufnahmen mit Milt Jackson, Kenny Clarke und Wardell Gray. Später saß er dreißig Jahre lang wegen diverser Drogenvergehen im Gefängnis. Erst 1985 nahm seine Karriere wieder Fahrt auf, als er die Drogensucht hinter sich gelassen hatte und mit Musikern wie Wynton Marsalis, George Cables und Buster Williams ins Studio ging. Nachrufe: Bloomberg.com, The Independent, Washington Post, New York Sun, New York Times, San Francisco Chronicle, Guardian.

The alto saxophonist Frank Morgan died December 14th in Minneapolis at the age of 73. Morgan was a protégé of Charlie Parker and for a couple of nights even sat in with Duke Ellington's band. He worked with Lionel Hampton's band and made his first recordings in the early 1950s with Milt Jackson, Kenny Clarke and Wardell Gray. He then spent 30 years in prison for narcotic offences. Only in 1985 his career really took off when he had left his drug habit behind and recorded with musicians such as Wynton Marsalis, George Cables and Buster Williams. Obituary: Bloomberg.com, The Independent, Washington Post, New York Sun, New York Times, San Francisco Chronicle, Guardian.


16. Dezember 2007

Diane Middlebrooks (Biographin / biographer)
(b: 1939, Pontacello/ID; d: 15.Dec.2007)

Die Biographin Diane Middlebrooks starb am 15. Dezember im Alter von 68 Jahren an Krebs. Middlebrooks ist am bekanntesten für ihre Biographien der Dichterinnen Anne Sexton und Sylvia Plath, aber auch für ihr Buch "Suits Me. The Double Life of Billy Tipton", das 1998 erschien und die Geschichte einer Jazzpianistin erzählt, die Zeit ihres Lebens als Mann auftrat. Nachruf: San Francisco Chronicle, Guardian.

The biographer Diane Middlebrooks died December 15th at the age of 68 from cancer. Middlebrooks is best known for her biographies on Anne Sexton and Sylvia Plath, but also for her 1998 book "Suits Me. The Double Life of Billy Tipton" about a female jazz musician who lived as a man. Obituary: San Francisco Chronicle, Guardian.


15. Dezember 2007

Irvin Mayfield

Der Trompeter Irvin Mayfield erinnert sich an die Zeit, die er in Algiers, der Nachbarstadt von New Orleans auf der anderen Seite des Mississippi River verbrachte, als er aufwuchs, wie Brian Friedman berichtet (New Orleans Times-Picayune). Er ging in Algiers zur Kirche, und sein Vater "dachte, es sei wichtig, dass sein Sohn eine der authentischsten Jazztraditionen überhaupt lernte: die Begräbnis-Prozessionen". Mayfield erzählt von diesen Begräbnis-Traditionen und von der Bedeutung der berühmten "Second Line", von all jenen, "die mit ihren Schirmen und Taschentüchern winken und dabei das gelebte Leben feiern".

The trumpeter Irvin Mayfield remembers the time he spent in Algiers, New Orleans' neighbouring city on the other side of the Mississippi River, when he grew up, as Brian Friedman reports (New Orleans Times-Picayune). He went to church in Algiers, and his father "thought it important for his son to learn the ways of that most authentic of jazz traditions: the funeral processional". Mayfield talks about these funeral traditions and the importance of the famous second line, "those with the bobbing umbrellas and waving handkerchiefs in celebration of a life lived".

Weintraub Syncopators

Eine neue Revue in der Neuköllner Oper in Berlin feiert die legendären Weintraub Synpopators, eine der ersten erfolgreichen Jazzbands im Deutschland der 20er Jahre, wie Miriam Müller berichtet (Berliner Zeitung). Die Revue erzählt die Geschichte des Banderfolgs, ihrer Welttourneen, die sie nach Italien, in die Sowjetunion, nach China und Japan brachten - die amerikanische Musikergewerkschaft allerdings verhinderte, dass sie in New York auftreten konnten. Die Nazis verboten ihre Musik, und zum Schluss arbeitete der Bandgründer Stefan Weintraub bis zu seinem Tod 1981 als Automechaniker in Sydney. Sie spielten mehr als 40 Instrumente, eine von vielen Tatsachen, an die die Show in einer oft auch deutlich parodierenden Revue erinnert.

A new program at the Neuköllner Oper in Berlin celebrates the legendary Weintraub Syncopators, one of the first successful jazz bands in 1920s Germany, as Miriam Müller reports (Berliner Zeitung). The show tells the story of the band's success, its global tours which brought them to Italy, the Sowiet Union, China and Japan - the musicians' union prevented them to perform in New York. The Nazis banned their music, and in the end Stefan Weintraub, the band's founder, worked in Sydney as a car mechanic till his death in 1981. They played more than 40 instruments, and this as well as other facts of their musical life are being remembered and sometimes parodied in the Berlin show.


14. Dezember 2007

René Urtreger

Während einer Konferenz über die Verbindungen, die der Jazz zwischen Frankreich und den Vereinigten Staaten ermöglichte, sprach der französische Pianist René Urtreger über seine eigenen Erfahrungen in der Pariser Jazzszene, wie Mike O'Sullivan berichtet (Voice of America News). Jazz sei für ihn eine Musik der Unvorhersehbarkeit; er möge es nicht vorher zu wissen, wohin die Musik gehe. "Er sagt, Jazz sei ein Abenteuer, das durch den Augenblick inspiriert werde; jeder Song sei eine Entdeckungsreise, für die Musiker genauso wie fürs Publikum, wo auch immer sie sind."

During a conference about the ties forged by jazz between France and the United States, French pianist René Urtreger talked about his own experiences in the Paris jazz scene, as Mike O'Sullivan reports (Voice of America News). For him, jazz is music of unpredictability and he doesn't like it if he knows in advance where the music will be going. "He says jazz is an adventure inspired by the moment, and each song is an exploration, for musicians and audiences, wherever they are."


13. Dezember 2007

Michael Kaeshammer

Der in Deutschland geborene kanadische Pianist Michael Kaeshammer ist neuerdings auch unter die Sänger gegangen, berichtet Amy O'Brien (The Vancouver Sun). Kaeshammer, der sich einen Namen als virtuoser Boogie-Woogie-Pianist machte, lebt momentan in New York und genießt dabei durchaus auch die musikalische Konkurrenz. Er werde oft mit Diana Krall und Michael Bublé verglichen, aber er habe die beiden nie als Vorbilder für seine Karriere gesehen.

The German born Canadian pianist Michael Kaeshammer recently also performs as a singer, as Amy O'Brien reports (The Vancouver Sun). Kaeshammer made his name as a virtuoso boogie-woogie pianist, lives in New York at the moment where he enjoys the musical competition. He is often compared to Diana Krall and Michael Bublé, but he never saw these two as an inspiration for his career.


12. Dezember 2007

Ronnie Scott's

Der künstlerische Leiter des legendären Londoner Jazzclubs Ronnie Scott's, Leo Green, kündigte seinen Vertrag nach "heftigem Krach mit Sally Greene, die den Londoner Club vor zwei Jahren gekauft hatte", wie Amol Rajan berichtet (The Independent). Green sprach von "musikalischer Ignoranz" anderer Mitarbeiter, von denen einige nicht einmal gewusst hätten, wer McCoy Tyner sei. Green selbst hat feste Wurzeln im Jazz: Er ist der Sohn von Benny Green, einem Saxophonisten, Rundfunkmoderator und Freund des Clubgründers. Der Club wurde seit seiner Wiederveröffentlichung schon öfter wegen seiner Programmpolitik kritisiert. Die Jazzgemeinde beschwerte sich sowohl über die hohen Eintrittspreise als auch über das Programm, in dem etliche Popstars vertreten sind. Der Club selbst leugnet, dass es zwischen Mr. Green und Ms. Greene einen Streit gegeben habe, obwohl Green selbst noch vor einem Monat öffentlich von "künstlerischen Meinungsverschiedenheiten" gesprochen hat.

London's legendary jazz club Ronnie Scott's lost its artistic director, Leo Green, after "a blazing row with Sally Greene, who bought the London venue two years ago", as Amol Rajan reports (The Independent). Green attacked other co-workers "for their musical ignorance", citing members of the management who had no idea who McCoy Tyner was. Green has firm jazz roots himself, being the son of Benny Green, a saxophonist, broadcaster and friend of the club's founder. Criticism of the club's program had been loud since it's re-opening, the jazz community being unhappy about soaring ticket prices and pop-star bookings. The club denied "reports of a rift between Mr Green and Ms Greene", even though just a month ago Green spoke publicly of "artistic differences".

David Benoit

Ein Grund dafür, dass der Pianist David Benoit zum Jazz gekommen ist, seien die Peanuts-Trickfilme aus den 60er Jahren gewesen, wie er Marijke Rowland erzählt (Inside Bay Area). Andere Einflüsse seien Oscar Peterson, Bill Evans, Dave Brubeck, Miles Davis gewesen, aber auch die Beatles, Elton John oder The Doors. Sie alle seien wahrscheinlich mitverantwortlich für die Groove-Orientierung seiner Musik, erklärt er. Er verstehe nicht so ganz, warum es im Jazz immer so bittere stilistische Lager geben müsse. Jazz sei doch "eine Musik, die dazu führen soll, dass man sich gut fühlt, dass man ein wohliges Frösteln bekommt". Seine Karriere brachte ihn jetzt zu seinen musikalischen Anfängen zurück, als er mit der Komposition für die Fernsehshow "A Charlie Brown Christmas" beauftragt wurde.

One factor drawing the pianist David Benoit to jazz was the 60s animation films about the Peanuts, he tells Marijke Rowland (Inside Bay Area). Other influences range from Oscar Peterson, Bill Evans, Dave Brubeck, Miles Davis to the Beatles, Elton John or The Doors. That's probably why he got into groove-oriented jazz, he explains. He is a bit disappointed by the bitterness in some stylistic jazz camps. Jazz "is supposed to be music that makes you feel good and gives you a chill". His career came full circle when he became the official composer for the TV show "A Charlie Brown Christmas".


11. Dezember 2007

Werner Wunderlich

Der Jazzkritiker Werner Wunderlich erhielt gleich zwei Ehrungen: die Goethe-Plakette, die als höchste kulturelle Auszeichnung vom Land Hessen verliehen wird, sowie die vom polnischen Kulturministerium verliehene Ehrenmedaille (Finanz Nachrichten). Der 81jährige Wunderlich hatte 1957 die erste Reise westdeutscher Jazzmusiker zum polnischen Jazzfestival in Zopot organisiert, die den ersten offiziellen Kulturkontakt zwischen den beiden Ländern nach dem Krieg überhaupt darstellte. Von 1959 bis 2002 organisierte er die Konzertreihe "Jazz im Palmengarten" in Frankfurt. In den 50er Jahren arbeitete er als Geschäftsführer der Deutschen Jazz Föderation und wurde später der Nachfolger Joachim Ernst Berendts in der Jazzredaktion des Südwestfunks in Baden-Baden, wo er bis heute lebt.

The German jazz critic Werner Wunderlich received two awards: the Goethe Plakette, the highest cultural award of the state of Hesse, as well as the medal of honor from the Polish government (Finanz Nachrichten). The 81 year old Wunderlich had organized the participation of West German jazz musicians at the 1957 Zopot jazz festival in Poland, the first cultural contact between the two countries after the war. From 1959 to 2002 he organized the concert series "Jazz im Palmengarten" in Frankfurt. In the 50s he was the executive director of the German Jazz Federation, later he followed jazz critic Joachim Ernst Berendt as head of the jazz department at Südwestfunk radio in Baden-Baden, the city he still lives in.

Manfred Schoof & GEMA

Der Trompeter Manfred Schoof spricht mit Martin Hufner über die Bedeutung einer guten Urheberrechtsorganisation wie der deutschen GEMA, in deren Aufsichtsrat er seit einigen Jahren wirkt (Neue Musik Zeitung). Er hatte Anteil daran, dass der Jazz als eine vor allem improvisierte Musik mittlerweile einen besseren Stand im Tantiemen-Verteilungsplan besitzt, der sich vor allem auf Kompositionen stützt. Schoof verteidigt die Politik der GEMA, selbst wenn die Gesellschaft bei vielen Veranstaltern nicht sonderlich beliebt sei und auch viele Musiker sie nicht unterstützten, obwohl sie von ihr profitieren.

The trumpeter Manfred Schoof talks to Martin Hufner about the importance of a good copyright organization such as the German GEMA on the board of which he serves since some years (Neue Musik Zeitung). He was among those who achieved a better standing of jazz as a predominantly improvised music in the distribution formula of royalties which is based mostly on compositions. Schoof defends the politics of the GEMA even though the society is not precisely loved by many club owners or backed by musicians who actually benefit from it.


10. Dezember 2007

Till Brönner

Elisalex Clary unterhält sich mit dem Trompeter Till Brönner, der gerade eine Weihnachts-CD veröffentlicht hat (Berliner Morgenpost). Er hasse den Feiertags-Kommerz, sagt er, und hoffe, das in seinem Album die Musik wichtiger sei als die kommerziellen Aspekte. Als er die einzelnen Titel ausgewählt habe, habe er andere Menschen gefragt, welche Weihnachtsmusik sie denn hörten und sich dann entschlossen, auch George Michaels "Last Christmas" aufzunehmen, obwohl das Stück nicht gerade zu seinen Favoriten gehörte. Brönner habe nichts gegen Kitsch, der könne helfen, die Gefühle der Menschen zu erreichen. Er sei oft wegen der Popularität seiner Produktionen kritisiert worden, aber er sähe sich nun mal auch nicht als Revolutionär. Er habe nichts dagegen, wenn ihm Leute sagten, "dass sie zu seiner Musik gut einschlafen oder Auto fahren können oder immer ihre Freundin vermissen, wenn sie sie hören". Dennoch sei noch eine Menge zu tun, um den Jazz als Kunstform in Deutschland zu voller Akzeptanz zu bringen - auch wegen der historischen Lücke, die durch den Zweiten Weltkrieg entstanden sei.

Elisalex Clary talks to the trumpeter Till Brönner who just has released a Christmas CD (Berliner Morgenpost). He hates the commercialism of the holiday season and hopes that in his album music is more important than the commercial aspect. When choosing the title, he asked people which Christmas songs they listened to and decided to include George Michael's "Last Christmas", which had not been his favorite originally. Brönner doesn't mind kitsch which can help to stage feelings. He has often been criticized for his popular approach, but he doesn't see himself as a revolutionary. He doesn't mind if people tell him that they like falling asleep to his music or driving their car or that they miss their girl friend when his music is playing. Yet, he still sees a lot of work to be done to make jazz fully acceptable as an art form in Germany - due also to the historical break caused by World War II.


9. Dezember 2007

H. Wiley Hitchcock (Musikwissenschaftler / musicologist)
(b: 28.Sep.1923, Detroit/MI; d: 5.Dec.2007, New York)

Der Musikwissenschaftler H. Wiley Hitchcock starb am 5. Dezember an den Folgen eines Prostata-Karzinoms. Hitchcock gründete 1971 das Institute for Studies in American Music am Brooklyn College, das er bis 1993 leitete. Er war im Vorstand (bzw. sogar Präsident) vieler Musikorganisationen und außerdem Mitherausgeber des "New Grove Dictionary of American Music". In diese musikwissenschaftliche Enzyklopädie nahm er auch musikalische Idiome auf, die in vergleichbaren Werken bislang nicht berücksichtigt wurden, etwa Popmusik, Jazz, Country, Rock oder Musik der amerikanischen Ureinwohner. Der Nachruf in der New York Times zitiert aus einem Interview aus dem Jahr 1986, in dem der Herausgeber des Ameri-Grove erzählt, wie er mit umstrittenen Termini umging, etwa dem Wort "Jazz", das viele Jazzmusiker als herablassend empfanden. Hitchcock: "Schönberg mochte das Wort 'Atonalität' auch nicht, und Philip Glass mochte 'Minimalismus' nicht. Pech gehabt!"

The musicologist H. Wiley Hitchcock died December 5th from prostrate cancer. Hitchcock founded the Institute for Studies in American Music at Brooklyn College in 1971 and directed it through 1993. He was on the board of (and actually presided) many musical organizations and was co-editor of the "New Grove Dictionary of American Music". In this scholarly encyclopedia he included vernacular idioms so far not found in similar books, such as pop music, jazz, country, rock and Native American Indian music. The New York Times obituary quotes from a 1986 interview about how as editor of the Ameri-Grove he handled disputed terms like the word "jazz" which many jazz musicians had found patronizing. Hitchcock: “Schoenberg didn’t like the word ‘atonality’ either, and Philip Glass doesn’t like ‘minimalism.’ That’s tough!”


8. Dezember 2007

Karlheinz Stockhausen (Komponist / composer)
(b: 22.Aug.1928, Mödrath/Germany; d: 5.Dec.2007, Kürten/Germany)

Der Komponist Karlheinz Stockhausen starb am 5. Dezember. Stockhausen, der regelmäßig als Dozent an den Ferienkursen für Neue Musik in Darmstadt teilnahm, brachte seit den frühen 50er Jahren elektronische Klänge mit der menschlichen Stimme und konventionellen Musikinstrumenten zusammen. Seine Avantgarde-Kompositionen beeinflussten auch Musiker außerhalb des Bereichs zeitgenössischer E-Musik, ein Einfluss, der zum Beispiel in der Musik von Miles Davis, Björk oder der Grateful Dead zu hören ist. Stockhausens Gesicht ist auch auf dem Plattencover der Beatles-LP "Sgt. Pepper's Lonely Heart Club Band" zu sehen. Sein Ruf litt unter einem Statement, das er nach den Terroranschlägen vom 11. September machte, die er mit einem meisterhaften Kunstwerk verglich, ein Statement, für das er sich später entschuldigte. Nachrufe: Washington Post, Süddeutsche Zeitung, New York Times, The Independent, Wall Street Journal.

The German composer Karlheinz Stockhausen died December 5th. Stockhausen who was a regular lecturer at the legendary Darmstadt holiday courses for contemporary music combined electronic sounds with the human voice and musical instruments since the early 1950s. His avantgarde compositions were of influence also outside the world of contemporary composition and could be felt in the music of Miles Davis, Björk or the Grateful Dead. His face was on the cover of the Beatles' "Sgt. Pepper's Lonely Heart Club Band". His reputation was damaged by a statement made after the terrorist attacks of September 11th which he compared to a work of art, a statement for which he fully apologized later. Obituaries: Washington Post, Süddeutsche Zeitung, New York Times, The Independent, Wall Street Journal.


7. Dezember 2007

Paul Rucker

Der Cellist, Kontrabassist, Komponist und Bandleader Paul Rucker aus Seattle ist seit Juli auch der Kulturbeauftragte des Bürgermeisters, wie Paul de Barros berichtet (The Seattle Times). Rucker, der in South Carolina aufwuchs, spielte Bass in Rockbands, Musicals und Sinfonieorchestern, bevor er im Alter von 27 Jahren ein Cello kaufte. Er zog 1998 nach Seattle um und ergänzte seine Musikprojekte um visuelle Kunst. Rucker, der nie Cellostunden genommen hatte, wurde im Sommer 2006 mit einem Rockefeller-Stipendium ausgezeichnet, das ihm einen Aufenthalt in Bellagio, Italien, ermöglichte, wo er mit der Dichterin Jayne Cortez zusammenarbeitete.

The Seattle-based cellist, bassist, composer and bandleader Paul Rucker is also the community arts liaison for the Mayor since July, as Paul de Barros reports (The Seattle Times). The South Carolina-raised Rucker played bass in rock bands, musicals and the symphony and only bought a cello at the age of 27. He moved to Seattle in 1998 and soon added visual art to his musical projects. Rucker, who never studied the cello formally, has been awarded a Rockefeller residence in Bellagio, Italy, in the summer of 2006 where he worked with the poet Jayne Cortez.


6. Dezember 2007

Randy Weston

Randy Weston ist über zwei Meter groß und maß schon mit 12 Jahren an die 1,90, wie er Nate Guidry erzählt (Pittsburgh Post-Gazette). Er wollte Football und Basketball spielen, aber sein Vater bestand darauf, dass er Klavierstunden nimmt. Zu seinen Jugendfreunden gehörten die vor kurzem verstorbenen Musiker Cecil Payne und Max Roach. Max war unglaublich einflussreich, aber auch die Tatsache, dass er in New York inmitten einer so lebendigen Musikszene aufwuchs. Im Restaurant seines Vaters stand die "hippeste Jukebox der Welt" mit Platten von Monk, Dizzy, Sarah Vaughan, aber auch Igor Strawinsky. Die Kneipe wurde bald ein Hangout für Musiker. Weston arbeitete als Koch bevor er 1954 sein erstes Album einspielte. Später zog er nach Marokko und setzte sich dort mit der Musik der Region auseinander. "Wenn man die afrikanischen Rhythmen und ihre Spiritualität aus der meisten Musik dieses Planeten nimmt", sagt er, "bleibt nichts übrig."

Randy Weston is 6'7" and was 6 feet tall when he was 12 already, as he tells Nate Guidry (Pittsburgh Post-Gazette). He wanted to play football and basketball, but his father made him take piano lessons. Among his childhood friends were the late Cecil Payne and Max Roach. Max was an incredible influence as was the vivid music scene which he absorbed while growing up in New York. His father's restaurant had "the hippest jukebox in the world" playing Monk, Dizzy, Sarah Vaughan but also Igor Stravinsky and became a musicians' hangout. Weston worked as a cook before recording his first album in 1954. Weston later moved to Morocco and studied the music of the region. "If you take out the African rhythms and spirituality of most music on this planet", he says, "you don't have anything."

Kenny G

Kenny G's Musik "kommt so raus, wie sie rauskommt", sagt der Smooth-Jazz-Saxophonist in einem Artikel von Rick Nowlin (Pittsburgh Post-Gazette). Als er noch in der Band Jeff Lorber Fusion spielte, bemerkte er irgendwann, dass er eine andere Herangehensweise an die Melodie hatte. Es gäbe jede Menge Improvisation in seiner Musik, erklärt er und beteuert, dass Miles Davis, für den er etwa ein Dutzend Mal als Opener-Band gespielt habe, seine Musik immer gemocht habe. Zu Hause höre er "die alten Meister – John Coltrane, Sonny Stitt, Charlie Parker und besonders Julian 'Cannonball' Adderley, der zu seinen Lieblingskünstlern gehört".

Kenny G's music "comes out the way it comes out", says the smooth jazz saxophonist in an article by Rick Nowlin (Pittsburgh Post-Gazette). While he played in the Band Jeff Lorber Fusion he realized that he had a different approach to melody. There is a lot of improvisation in his music, be explains and argues that he opened for about a dozen of Miles Davis' shows, and Davis "acknowledged my music". At home he listens "to the old masters - John Coltrane, Sonny Stitt, Charlie Parker and especially Julian 'Cannonball' Adderley, who remains his favorite".

... plus ...

... ein Artikel aus Anlass des 60sten Geburtstags des Bassisten Miroslav Vitous (Frankfurter Allgemeine Zeitung); sowie ein Nachruf auf den kubanischen Perkussionisten Carlos 'Patato' Valdes (New York Times).

... an article on the 60th birthday of bassist Miroslav Vitous (Frankfurter Allgemeine Zeitung); and an obituary of Cuban percussionist Carlos 'Patato' Valdés (New York Times).


5. Dezember 2007

James Neumann Jazz Collection

Der Chicagoer Sammler James Neumann habe im Laufe seines Lebens die kompletten Aufnahmen von Miles Davis, Thelonious Monk, Dizzy Gillespie, Charlie Parker und anderen gesammelt, berichtet Howard Reich (Chicago Tribune). Die Sammlung mit mehr als 10.000 Platten gehe jetzt ans Oberlin Conservatory in Ohio, weil sich in Chicago keine Einrichtung fand, die den Platz dafür gehabt habe.

The Chicago based collector James Neumann amassed a collection of the complete recordings of Miles Davis, Thelonious Monk, Dizzy Gillespie, Charlie Parker and others over his lifetime, as Howard Reich reports (Chicago Tribune). Now the collection goes to Oberlin Conservatory in Ohio because no Chicago institution had enough room for it.

Chris Hopkins

Christoph Giese spricht mit dem Pianisten und Saxophonisten Chris Hopkins, dessen Band "Echoes of Swing" seit 10 Jahre äußerst erfolgreich ist (WAZ Der Westen). Hopkins' Eltern hörten vor allem Barockmusik, besaßen aber auch eine Swingplatte. Er wollte immer swingende Musik spielen und versteht nicht, warum einige Leute denken, nur der moderne Jazz sei wertvolle Kunstmusik. Her beziehe sich auf die Tradition und versuche, sie lebendig und frisch zu gestalten.

Christoph Giese talks to the pianist and saxophonist Chris Hopkins whose band "Echoes of Swing" is very successful since 10 years (WAZ Der Westen). Hopkins' parents mostly listened to baroque music but also had one jazz album in their collection. He always wanted to play swinging music and doesn't understand what some people think only modern jazz is serious art music. He relates to tradition but tries to keep it alive and fresh.

... plus ...

... ein Interview mit Bill Frisell (Village Voice)

... an interview with Bill Frisell (Village Voice)


4. Dezember 2007

Jazzäpfel / Jazz Apples

Die Adventszeit hat begonnen und wir riechen Glühwein, Lebkuchen und gebratene Äpfel auf den Weihnachtsmärkten. Außerdem fiel uns eine kurze Notiz in die Hände, die über den Erfolg von Äpfeln der Marke "Jazz" berichtet, "einer Kreuzung aus den bekannten Braeburn und Royal Gala Äpfeln" (Fresh Plaza). Wir wissen nicht, warum die Produzenten ihrem Produkt den Namen "Jazz" gaben, haben aber in unserem "Jazzbrief" vom September und Oktober ganz allgemein über Markenprodukte spekuliert, die sich des guten Namens "unserer" Musik bedienen.

The holiday season has begun and we smell Glühwein, ginger bread and baked apples at the Christmas markets everywhere around. A short notice makes us aware of the success of "Jazz" apples, "a cross between the well-known Braeburn and Royal Gala apples" (Fresh Plaza). We don't know why the producers chose the name "Jazz" for their product, but have in our "Jazzletters" from September and October reflected upon other brand names making use of "our" music's good name.


3. Dezember 2007

Israeli Musicians in New York

Viele israelische Jazzmusiker leben und arbeiten in New York, berichtet Alexander Gelfand (Haaretz). Der Bassist Omar Avital war einer der ersten, der 1992 in New York ankam und bald mit dem Bassisten Avishai Cohen und dem Posaunisten Avi Leibovitch zusammenspielte. Viele Musiker trafen sich regelmäßig im Club Smalls in Greenwich Village, das Label Smalls Records veröffentlichte eine Reihe an CDs von israelischen Musikern. In den frühen 1990er Jahren gab es kaum eine israelische Jazzszene. Dann wurden einige sehr gute Jazzprogramme an den Schulen und Hochschulen eingerichtet. Außerdem gingen Musiker zum Studium in die Vereinigten Staaten, um danach entweder zurückzukehren oder in New York zu bleiben. Israelische Musiker bezögen sich oft auf traditionelle Musik aus dem Mittleren Osten, seinen aber ansonsten ziemlich eklektisch: Leibovitch etwa arbeite mit der chilenischen Sängerin Claudia Acuna zusammen und Anat Cohen leite ihre eigene brasilianische Choro-Gruppe. Israel sei ein Einwanderungsland, erklärt Cohen, also sei es kein Wunder, dass die israelischen Musiker der Weltmusik gegenüber so offen seien.

Many Israeli jazz musicians live and work in New York, reports Alexander Gelfand (Haaretz). The bassist Omer Avital was one of the first, arriving in New York in 1992 and soon working with the bassist Avishai Cohen and the trombonist Avi Leibovitch. The Greenwich Village club Smalls became a favorite hangout, and the label Smalls Records released a number of records by Israeli musicians. In the early 1990s there was practically no Israeli jazz scene. Then came several strong jazz education programs plus musicians studying jazz in the United States before either returning or staying in New York. Apart from referring to traditional Middle Eastern music, Israeli musicians prove to be quite eclectic, Leibovitch working with the Chilean singer Claudia Acuna, or Anat Cohen leading her own Brazilian choro outfit. Israel is an immigrant country, explains Cohen, so it's no wonder Israeli musicians are open to world music.

Peter Brötzmann

Peter Brötzmann feierte das zehnte Jubiläum seines Chicago Tentet mit einem Konzert im Chicagoer Museum of Contemporary Art, wie Howard Reich berichtet (Chicago Tribune). Das Tentett umfasste 11 Musiker, darunter den Cellisten Fred Lonberg-Holm und den Bassisten Kent Kessler, die Saxophonisten Joe McPhee (der auch Ventilposaune spielte) und Ken Vandermark. Sie improvisierten frei, spielten "im Geiste eines alten New-Orleans-Trauermarsches", improvisierten "heitere Duette" sowie "fugierte Kontrapunkte verschiedener der Musiker", die, wie Reich schreibt, "die Zuhörer daran erinnerten, dass es im Free Jazz nicht nur um Lärm geht. Sicher, davon gab es auch genug - in Wahrheit vielleicht sogar ein wenig zu viel."

Peter Brötzmann celebrated the 10th anniversary of his Chicago Tentet with a concert at Chicago's Museum of Contemporary Art, as Howard Reich reports (Chicago Tribune). The tentet comprised 11 members this time around, with cellist Fred Lonberg-Holm and bassist Kent Kessler, saxophonists Joe McPhee (who also played the valve-trombone) and Ken Vandermark among them. They improvised freely, played "in the spirit of an old New Orleans dirge", improvised "serene duets" but also "fugal counterpoint among several players" which, as Reich writes "reminded listeners that free jazz is not necessarily about noise. Not that there wasn't plenty of that - a slight excess, in fact."


2. Dezember 2007

John Coltrane

In San Franciscos Saint John Will-I-Am Coltrane African Orthodox Church mischt sich traditionelle christliche Liturgie mit "intensiven, fast beschwörenden Aufführungen von Coltranes Kompositionen", wie Samuel G. Freedman berichtet (New York Times). Der Gründer der Kirchengemeinschaft, Archbishop Franzo Wayne King sagt: "The Musik, die du hörst, bestimmt, was für ein Mensch du sein wirst. Wenn du John Coltrane hörst, wirst du ein Anhänger der von Gott Gesalbten werden." Selbst nicht-religiöse Besucher aber haben, wie Freedman herausfand, ein spirituelles Erlebnis, wenn sie Coltranes Musik hören. King selbst mochte James Brown mehr als Jazz, bis ihm sein älterer Bruder eines Tages Coltranes Aufnahme von "My Favorite Things" vorspielte. Dann hörte er Coltrane 1966 im Konzert: "Das was meine Klang-Taufe." Er gründete die Kirche in den frühen 80er Jahren. Von der Musik abgesehen, erzählt der Jazzkritiker Francis Davis, macht die Kirche "was Kirchen so tun. Also Hungrigen Essen geben, die emotionalen und spirituellen Bedürfnisse der Menschen befriedigen".

At San Francisco's Saint John Will-I-Am Coltrane African Orthodox Church traditional Christian liturgy is mixed with "intense, almost incantatory performances of Coltrane compositions", as Samuel G. Freedman reports (New York Times). The community's founder, Archbishop Franzo Wayne King says: "The kind of music you listen to is the person you become. When you listen to John Coltrane, you become a disciple of the anointed of God." Even non-religious visitors, Freedman found out, had a spiritual experience when listening to Coltrane's music. King himself enjoyed the music of James Brown more than jazz until his older brother introduced him to Coltrane's recording of "My Favorite Things". Then he heard Coltrane in person in 1966: "It was my sound baptism." He founded the church in the early 1980s. Apart from the music, jazz critic Francis Davis found out, the church did "what churches do. Which is feed the hungry, people's emotional and spiritual needs".

Victor Goines

Im vergangenen Mai demonstrierten Studenten an der Northwestern University gegen die Abschaffung des Jazzstudiengangs an ihrer Hochschule, wie Howard Reich berichtet (Chicago Tribune). Jetzt hat die Schule den Klarinettisten und Saxophonisten Victor Goines angestellt, der früher in Wynton Marsalis' Bands spielte und der erste Leiter des Jazzstudiengangs an der Juilliard School in New York war. Goines hatte mit 8 Jahren in seiner Heimatstadt New Orleans Klarinette spielen gelernt und klassischen Unterricht erhalten, bis er etwa in der 9. Klasse das Elternhaus der Marsalis-Brüder besuchte und Wynton ihm John Coltranes "Countdown" vorspielte. In den 90er Jahren war Goines Mitglied in Marsalis' Septett. Er verließ seinen Posten an der Juilliard School eigentlich, um mehr Zeit für Tourneen, Konzerte und Plattenprojekte zu haben, aber "erhielt gleich am Tag nach seiner Juilliard-Verabschiedung das Angebot von der Northwestern". Dort will er den "Jazzstudiengang zu einem der fünf besten im Land' ausbauen".

Last May music students at Northwestern University protested against the school's suspension of its jazz studies degree program, as Howard Reich reports (Chicago Tribune). Now Northwestern's School of Music hired the clarinetist and saxophonist Victor Goines, veteran of Wynton Marsalis bands and the first director of the Juilliard School's jazz program in New York. Goines had taken up the clarinet in his home town of New Orleans at the age of 8, was classically trained until in the 9th grade he visited the Marsalis home where Wynton was playing a recording of John Coltrane's "Countdown". In the 90s Goines worked with the Marsalis Septet. When he stepped down from his Juilliard position, he had hoped to devote himself more to touring, performing and recording, but "found himself pursued by Northwestern the day after his departure from Juilliard was announced". At Northwestern Goines plans to make the "jazz curriculum 'a premier program' among 'the top five in the nation'".


1. Dezember 2007

Jazz Museum of Harlem

Das lange Zeit leerstehende Victoria Theater auf New Yorks 125ster Straße, gleich neben dem weltbekannten Apollo Theater, soll in Zukunft ein Kulturzentrum beherbergen, "mit zwei Livebühnen und Platz für das Jazz Museum in Harlem, außerdem einem Hotel und 91 Eigentumswohnungen", wie Charles V. Bagli berichtet (New York Times). Der Investor für das neue Projekt ist zugleich Eigentümer eines benachbarten Gebäudes, in dem die Büros des ehemaligen Präsidenten Bill Clinton untergebracht sind. Das Jazz Museum in Harlem wird ca. 950 Quadratmeter erhalten, das Apollo Theater bekommt ca. 375 Quadratmeter zusätzliche Bürofläche.

The long vacant Victoria Theater on 125th Street in New York, next door to the world-famous Apollo Theater, is planned to be made into a cultural center "with two live theaters and space for the Jazz Museum in Harlem, along with a hotel and 91 condominium apartments", as Charles V. Bagli reports (New York Times). The developer found for the new project also owns the commercial building close by which houses the offices of former president Bill Clinton. The Jazz Museum in Harlem will have 10,150 square feet for primary use, next door's Apollo Theater will receive 4,000 square feet of office space.

Leni Stern

Die in Bayern geborene und in New York lebende Gitarristin Leni Stern fühlt sich auch als Afrikanerin, wie Greg Burk berichtet (Los Angeles Times). Die Bewohner von Mali haben ihr ein kleines Fleckchen Land geschenkt, und seit mehr als zwei Jahren zieht es sie immer wieder dorthin. Sie spielt mit afrikanischen Musikern wie dem Sänger Salif Keita, ist außerdem eine Fürsprecherin für die Schönheit Afrikas. Ihr neues Album, "Africa", reflektiert auf ihre Zeit in Afrika, auf Erfahrungen mit Gesundheitsproblemen und auf das Finden neuer Freunde überall in der Welt.

The Bavarian-born, New York-based guitarist Leni Stern has become an African of kinds, as Greg Burk reports (Los Angeles Times). The people of Mali have given her a little piece of land, and she has lived there about half-time for more than two years. Apart from playing with African musicians such as the singer Salif Keita, Stern is now an advocate for Africa as a place of beauty. Her new album, "Africa" reflects her experiences with her travels, her own health, and her finding friends all over the world.


Direktlink zur Startseite des Jazz-Instituts