Jazz News
Jazz Nachrichten


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30. September 2007

Cees Slinger

Der Pianist Cees Slinger starb ab 29. September im Alter von 78 Jahren in Den Haag. Er war ein insbesondere bei amerikanischen Musikern begehrter Begleiter, spielte u.a mit Ben Webster, Dexter Gordon und Johnny Griffin. Slinger war Autodidakt und arbeitete anfangs als Versicherungsmakler, bevor er in den 50er Jahren zum Profimusiker wurde. In den 50er und 60er Jahren spielte er mit der Diamond Five, einer Amsterdamer Hardbop-Band. Von 1962-74 arbeitete er tagsüber in einem musikfernen Job, bis ihn Philly Joe Jones dazu ermunterte, zu kündigen und wieder auf Tour zu gehen. In den 80er Jahren unterrichtete er am Konservatorium von Rotterdam und erhielt 1996 beim North Sea Jazz Festival den Bird-Award.

The pianist Cees Slinger died September 29th at the age of 78 in The Hague. He was a favorite accompanist for many American musicians and played with Ben Webster, Dexter Gordon, Johnny Griffin and many others. Slinger was a self-taught musician and worked as in the insurance business before becoming a full-time musician in the 50s. In the 50s and 60s he worked with the Diamond Five, an Amsterdam-based hardbop band. From 1962-74 he had a day job until Philly Joe Jones urged him to quit and start touring again. In the 80s he taught at the Rotterdam Conservatory and was awarded the prestigious Bird Award at the North Sear Jazz Festival in 1996.


29. September 2007

Kitty Grime

Die britische Jazzkritikerin und Sängerin Kitty Grime starb bereits am 10. August im Alter von 77 Jahren an Krebs. In den frühen 50er Jahren entdeckte sie in Soho ihre Liebe zum Jazz, bewegte sich in Musikerkreisen um Ronnie Scott und Johnny Dankworth. Als Journalistin schrieb sie Plattentexte etwa für das Esquire Label, aber auch für Magazine wie die Jazz News oder Tageszeitungen wie den Observer. Sie veröffentlichte Bücher über Reisen und Mode, aber auch zwei Jazzbücher "Jazz at Ronnie Scott's" und "Jazz Voices". Sie hatte viele Freunde in der internationalen Jazzszene, und in Roy Eldridge auch einen Liebhaber. In den letzten Jahren arbeitete sie als Führerin für das Globe Theatre auf Londons South Side. Nachruf: Guardian.

The British jazz critic and singer Kitty Grime died on August 10th at the age of 77 from cancer. In the early 50s she discovered her love for jazz in Soho, and soon moved within musicians' circles around Ronnie Scott and Johnny Dankworth. As a journalist she wrote liner notes for the Esquire label, but also for magazines such as the Jazz News or daily papers such as The Observer. She published books about travel and style, but also two jazz books, "Jazz at Ronnie Scott's" and "Jazz Voices". She had many friends within the international jazz scene, and in Roy Eldridge even a lover. In the last years she worked as a visitors' guide at the Globe Theatre on London's South Side. Obituary: Guardian.


28. September 2007

Herbie Hancock

Christian Broecking unterhält sich mit Herbie Hancock zuallererst einmal über Politik (Die Zeit). Warum Jazzmusiker so selten ihre politische Meinung kundtun, fragt er, und Hancock antwortet, Jazz komme doch in den populären Medien eh kaum vor, wie solle da irgendwer erfahren, wie er politisch denke. Als er zu Miles Davis kam, sei er ein richtiger Jazz-Snob gewesen, anders als Miles, der immer offen für vieles andere war. Miles habe ihn da sehr beeinflusst. DIe Musik der Davis-Band habe ermutigen und Hoffnung geben wollen statt zur zu protestieren und zu zerstören. Jazz sei für ihn eine Möglichkeit, die Welt der Musik immer neu zu sehen und zu gestalten. Buster Williams habe ihn vor 35 Jahren zum Buddhismus gebracht. Er habe immer Musiktechnologie benutzt, aber Technik ohne Weisheit gehe in die falsche Richtung. Er würde sich von den neuen Medien, dem Internet, noch mehr interaktives Denken wünschen. Seine Ästhetik sei eine Ästhetik des Wandels, er wolle nicht immer das Gleiche machen.

Christian Broecking starts his talk to Herbie Hancock with some questions about politics (Die Zeit). Why do jazz musicians so rarely speak their political mind, he asks, and Hancock's response is that jazz is hardly mentioned in the popular media at all, so how can you learn about what he thinks politically. When he joined Miles Davis' band he had been a real jazz snob, different from Miles who always was open for other things. Miles was a big influence in that respect. The music of Davis' band wanted to encourage and give hope instead of just to protest and destroy. Hancock understands jazz as a possibility to see and shape the world of music in new ways. Buster Williams introduced him to Buddhism 35 years ago. He always used music technology, but technology without wisdom is easily misdirected. He would like to see the new media, the internet, being used with more of an interactive approach in mind. His aesthetic is an aesthetic of change; he would not really like to always repeat himself.


27. September 2007

Ornette Coleman

Daniel McClure vergleicht die Musik Ornette Colemans mit der Arbeit des holländischen Architekten und Mitglied der Internationalen Situationisten Constant (Pop Matters). Beide hätten in ihrer Arbeit an einem neuen Bewusstsein gearbeitet, das das Individuum von den philosophischen Fesseln der westlichen Gesellschaft befreien könnte. McClure erzählt wie Coleman, als er Ende der 50er Jahre nach New York kam, die musikalische Sprache des Bebop erweiterte, von westlich geprägten Strukturen fort- und zu freierem Spiel hinentwickelte. Er vergleicht Colemans musikalische Ästhetik mit Constants utopischer Stadtidee eines Neuen Babylon. Beide hätten die kulturellen und politischen Umwälzungen der späten 60er Jahre vorweggenommen, die eine Gesellschaft propagierte, in der Diversität und dauernder Wandel allgemein akzeptiert sei. Schwere Lektüre, aber nachdenkenswert.

Daniel McClure compares Ornette Coleman's music with the ideas of the Dutch architect and member of the International Situationists Constant (Pop Matters). Both were trying to achieve a new consciousness liberating the individual from the philosophical restraints in Western society. McClure explains how Coleman expanded the language of bebop when he arrived in New York in the late 50s, developing the music away from Western structures and toward freer playing. He compares Coleman's aesthetic with Constant's utopian ideal city, New Babylon. Both anticipated the cultural and political upheavals of the late 60s, which were aiming at a society in which great diversity and permanent change will be accepted. Serious reading, but worthwhile to give it some thought.


26. September 2007

Dave Brubeck

Der 86-jährige Pianist Dave Brubeck will Musik machen, bis er umfalle, erzählt er Adam Tanner (Washington Post). "Entspannen" sei ein Wort, das ins einer Familie selten zu hören sei. Am vergangenen Wochenende trat er beim Monterey Jazz Festival auf und konnte dabei auch seinen 65sten Hochzeitstag mit Iola Brubeck feiern. Als Präsident Nixon Duke Ellington zum 70sten Geburtstag einen Empfang im Weißen Haus gab, sei das eines der wenigen male gewesen, dass Brubeck Nixon bewundert habe. Dem aber habe sein Spiel nicht gefallen. In den 60er und 70er Jahren sei er mit seinen Söhnen und in der Mode der Zeit aufgetreten - lange Haare, bunt geblümte Hemden. Wenn er die Fotos von damals sieht, graust es ihn.

The 86 year old pianist Dave Brubeck plans to play jazz till the end, as he tells Adam Tanner (Washington Post). "Relaxing" is a word not often used in his family. Last weekend he performed at the Monterey Jazz Festival and also could celebrate his 65th wedding anniversary with Iola Brubeck. When Duke Ellington was invited to the White House for his 70th birthday, that was one of the few times he admired Nixon, Brubeck says. But Nixon didn't like his playing. In the 60s and 70s Brubeck often performed with his sons wearing the fashion of the time - long hair and flowery shirts. When he sees photos from that period, he just hates the way he looked then.


25. September 2007

Gunter Hampel (2)

Der Multiinstrumentalist und Komponist Gunter Hampel erhält den Albert-Mangelsdorff-Preis (Deutschen Jazzpreis) 2007, wie die Union Deutscher Jazzmusiker (UDJ) heute bekanntgab. Der durch die GEMA-Stiftung mit 15.000 Euro dotierte Preis wird dem Vibraphonisten und Bassklarinettisten am 2. November im Rahmen des JazzFest Berlin überreicht. Hampel lebt seit langem sowohl in seiner Geburtstadt Göttingen als auch in der Jazzmetropole New York. Seine Platte "Heartplants" von 1964 gehörte zu den ersten Platten, die eigenständige Wege des europäischen Jazz erkennen ließen. Seine Anfang der 70er Jahre gegründete Galaxy Dream Band besteht bis heute. Er hat mit Rappern und Hip-Hop-Tänzern zusammengearbeitet, Kinder- und Jugendworkshops gegeben und veröffentlicht seine Musik seit langem auf dem eigenen Label "Birth Records". Mehr: www.udj.de.

The multi instrumentalist and composer Gunter Hampel will be awarded the Albert-Mangelsdorff-Preis (Deutscher Jazzpreis) 2007, as the Union Deutscher Jazzmusiker (UDJ) announced today. The award comes with an endowment of 15.000 Euro provided by the GEMA and will be presented to the vibraphonist and bass clarinetist on November 2nd during the JazzFest Berlin. Since long Hampel divides his life between his home town Göttingen and the jazz metropolis New York. His LP "Heartplants" from 1964 was one of the first records documenting a European jazz going different ways from the music's American developments. The Galaxy Dream Band which Hampel founded in the early 70s, performs to this day. He collaborated with rap vocalists and hiphop dancers, gave workshops for children and teenagers, and has founded his own record label to release his music, "Birth Records". More: www.udj.de.


24. September 2007

Les Paul

Der 92-jährige Gitarrist Les Paul erzählt John Jurgensen über einige seiner Lieblingsgitarristen (Wall Street Journal). Mit Django Reinhardt sei er eng befreundet gewesen. Der Australier Tommy Emmanuel habe schon mit Virtuosen wie Chet Atkins zusammengespielt. Jimmy Rosenberg habe einige Drogenprobleme gehabt, das läge aber hinter ihm jetzt spiele er besser als je zuvor. Jeff Beck habe eine Menge bei ihm (Les Paul) abgeschaut, und das Gelernte auf eine neue Stufe geführt. Frank Vignola spiele eine ganz eigene Art von Gypsy-Jazz, einen Jazz, "der ganz anders sei als der, den wir hier in Amerika kennen".

92 year old guitarist Les Paul tells John Jurgensen about some of his favorite guitarists (Wall Street Journal). He had become dear friends with Django Reinhardt. The Australian Tommy Emmanuel already played with virtuoso colleagues such as Chet Atkins. Jimmy Rosenberg had been through some drug problems, but that's over now and he plays better than before. Jeff Beck learned a lot from him (Les Paul) and brought what he learned to a new level. Frank Vignola plays his very own kind of gypsy jazz, which is different from "jazz as we know jazz here in America".


23. September 2007

Louis Armstrong

Vor genau 50 Jahren äußerte sich Louis Armstrong in einem Interview zum Fall von neun schwarzen Schülern, die versuchten, die Rassentrennung an Schulen der amerikanischen Südstaaten aufzubrechen, wie David Margolick berichtet (New York Times). Armstrong sollte am 17. September in der Central High School der Stadt Grand Forks spiele, zur selben Zeit bereitete sich die Nationalgarde darauf vor, die schwarzen Schüler nicht in den Unterricht zu lassen. Im Interview erzählte Armstrong über seine eigenen Erfahrungen, als Schwarzer durch den Süden zu touren. Er hatte eigentlich vorgehabt, für das State Department in die Sowjetunion zu reisen, würde sich das aber jetzt überlegen angesichts der Ungerechtigkeit, mit der die Menschen im eigenen Land behandelt würden. Der Reporter, dem Armstrong seine politisch brisante Meinung sagte, sicherte sich ab und ließ Satchmo am nächsten Morgen die Story gegenlesen. "Ändern Sie kein Wort!", sagte Armstrong, und der Artikel machte Schlagzeilen im ganzen Land. Die Reaktionen waren wütend oder unterstützend, aber auch überrascht, dass der Musiker, der selbst vom schwarzen "Jet"-Magazin zuvor als Onkel Tom bezeichnet worden war, sich traute Stellung zu beziehen. Der Reporter, der die Story schrieb, erhielt 3,50 Dollar für die Geschichte und verließ die Zeitung nur eine Woche später - sein Herausgeber hatte nicht gewollt, dass sein Blatt sich in die Politik einmische.

Exactly 50 years ago, Louis Armstrong gave an interview in which he expressed his views about the situation of nine students trying to desegregate a major Southern high school, as David Margolick reports (New York Times). Armstrong was giving a concert at Central High School in Grand Forks, on the evening of September 17th, at the same time as the National Guard prepared to keep the black students out of class during the day. In the interview Armstrong talked about his own experiences touring the South as a black man. He says that he had been contemplating a good-will tour to the Soviet Union for the State Department, but seeing the injustice done to the people in his own country, he would have to rethink such plans. The journalist whom Armstrong gave this politically charged interview, backed his story up by asking Satchmo to countercheck it the next morning. "Don't take nothing out of that story!", Armstrong said, and the article made the headlines all over the country. The reactions were angry or supportive, but also surprised that the musician whom even the black "Jet" magazine had portrayed as an Uncle Tom, dared to speak out. The journalists who originated the story, received 3,50 dollars for it and left the newspaper a week later - his editor had not wanted to get his paper involved in politics.

Odean Pope

David Adler berichtet über den Saxophonisten Odean Pope, der in South Carolina geboren wurde und mit 12 nach Philadelphia zog, wo er dieser Tage mit seinem Saxophone Choir auftritt (Philadelphia Inquirer). Pope griff zum Tenorsaxophon, nachdem er Illinois Jacquet und Arnett Cobb mit Lionel Hampton im Earle Theatre gehört hatte. Pope war mit John Coltrane befreundet - die beiden übten in den 50er Jahren zusammen, und Coltrane besorgte Pope seinen ersten wichtigen Gig mit Jimmy Smith. 1967 und von 1979 bis 2002 spielte er in der Band des kürzlich verstorbenen Max Roach. Jeden Morgen stehe er auf und versuche Oden Pope weiter zu entwickeln, sagt der Saxophonist. Sein Stil schwanke irgendwo zwischen Mainstream- und Avantgarde-Jazz, erklärt Adler. Sein 1977 gegründeter Saxophone Choir sei kein Orchester, sondern wirklich eine Art Chor, mit dem er die Atmosphäre wiederbeleben wollte, die er in seiner Baptist Church in South Carolina erlebt hatte.

David Adler reports about the saxophonist Odean Pope who was born in South Carolina and moved to Philadelphia at the age of 12 where he will perform these days with his Saxophone Choir (Philadelphia Inquirer). Pope took up the tenor saxophone after having heard Illinois Jacquet and Arnett Cobb with Lionel Hampton's big band at the Earle Theatre. Pope was a close friend of John Coltrane - the two used to practice together in the 50s, and Coltrane got him his first major gig with Jimmy Smith. In 1967 and from 1979 to 2002 Pope played in the band of the late Max Roach. Each morning he gets up and tries to develop Odean Pope, the saxophonist says. His style can be described as somewhere between mainstream and avant-garde jazz, Adler explains. His Saxophone Choir, founded in 1977, is no orchestra, but really a sort of choir with which he wants to recapture "all the bright moments I shared in the Baptist church".


22. September 2007

Art Tatum

Am Sonntag wird Art Tatum noch einmal im Shrine Auditorium in Los Angeles auftreten (Los Angeles Times). Natürlich nicht persönlich - der Pianist starb 1956. Ein Computer wird die Tasten des Yamaha-Konzertflügels ansteuern und nicht nur die richtigen Tasten drücken, sondern auch Tatums ganz persönlichen Anschlag erzielen. Das ganze ist ein Projekt der Firma Zenph Studios, die davon träumt, mit ihrer Technik irgendwann berühmte (und verstorbene) Musiker auch Musik spielen zu lassen, die sie nie aufgenommen haben.

On Sunday Art Tatum will perform once more at Los Angeles' Shrine Auditorium (Los Angeles Times). Of course he won't be there in person - the pianist died in 1956. But a computer will control the keys of the Yamaha concert grand piano, and it will not just press the right keys but also aim at Tatum's personal touch. The performance is part of a project by Zenph Studio engineers who have the dream that one day with the help of their technical equipment famous (and deceased) musicians will play music which they had never recorded.


21. September 2007

Berlin

Jörg Bariletti habe in den letzten fünf Jahren hunderte Konzerte mit Jazz und experimenteller Musik im Stralau 68 organisiert, schreibt Christian Broecking (Berliner Zeitung). Jetzt sei ihm der Raum, eine einstige Kantine für Bahnarbeiter, gekündigt worden. Er hätte immer wieder - vergeblich - Zuschüsse bei der Senatsverwaltung beantragt, um die Gema bezahlen und das Programm ein wenig subventionieren zu können. Berlin sein zwar die Hauptstadt der improvisierenden Szene, schreibt Broecking, aber Geld verdienen könne man mit der Kunst hier nicht. Dabei seien gerade experimentelle Bühnen für diese Musik so wichtig, um Neues und Unerhörtes auszuprobieren.

During the last five years Jörg Baretti has organized hundreds of concerts with jazz and experimental music at Stralau 68, as Christian Broecking reports (Berliner Zeitung). Now he has lost the lease for the club, a former train construction workers' canteen. He had applied for money from the cultural office of the city to pay for the obligatory music charges asked for by GEMA, the German copyright organization and to fund the program, but to no avail. Berlin may he the capital of the improvising music scene, Broecking writes, but it is nearly impossible to earn music with such art. Experimental stages are especially important for this kind of music, though, to be able to try out new and unheard-of things.

Soweto Kinch

Man müsse die Jazzgeschichte kennen, um ein Jazzmusiker zu sein, stimmt der britische Saxophonist Soweto Kinch seinem amerikanischen Kollegen Wynton Marsalis bei (Times): "Wenn du nicht swingst, bist du kein Jazzmusiker." Dann nennt er sechs Musiker der jüngeren Szene, die ihm aufgefallen sind und die seiner Meinung nach zeigen, wie spannend der britische Jazz unserer Tage sei. Eska Mtungwazi sei eine der interessantesten britischen Sängerinnen, eine Art Kreuzung zwischen Ella Fitzgerald, Jill Scott und Paganini. Man könne MC Ty als eine Art "intelligenten" Hip-Hop-Künstler bezeichnen, wenn das nicht eigentlich Unsinn sei und Ty seine Musik nicht genauso instinktiv mache wie das alle guten Künstler täten. Der Gitarrist Femi Temowo, der Altsaxophonist Jason Yarde, der Gitarrist David Okumu und die Sängerin Julia Biel sind andere Künstler, die Kinch empfiehlt.

A jazz musician should be aware of the jazz heritage, British saxophonist Soweto Kinch agrees with his American colleague Wynton Marsalis: "If you can't swing you're not a jazz musician." Then he names six musicians of Britain's younger scene who attracted his attention and who are examples for how exciting British jazz can be these days. Eska Mtungwazi is one of the most interesting British singers, he says, "imagine Ella Fitzgerald crossed with Jill Scott and ... Paganini". MC Ty could be called an "intelligent" hip-hop artist, if that wouldn't be so ridiculous. Ty does all of what he does instinctively "as all good artists have always done". Kinch also names the guitarist Femi Temowo, the alto saxophonist Jason Yarde, the guitarist David Okumu and the singer Julia Biel as artists he would recommend to look up.

Mike Osborne

Der englische Saxophonist Mike Osborne starb am 19. September im Alter von 65 Jahren an Lungenkrebs. Bereits 1982 hatte er sich von der Bühne zurückgezogen, weil er durch eine eine paranoide Schizophrenie mehr und mehr behindert war. Osborne war mit 18 Jahren nach London gekommen, um Klarinette zu studieren und spielte kurz darauf in der ersten Band des Pianisten Mike Westbrooks. Er spielte mit John Surman, in Chris McGregors Brotherhood of Brass und in Harry Millers Band Isipingo und nahm Platten unter eigenem Namen auf. Mit Surman und Alan Skidmore spielte er im Trio (SOS) in einer Besetzung, die noch vor dem World Saxophone Quartet oder ROVA als unbegleitetes Saxophonensemble arbeitete. Nachruf: Guardian, The Independent.

The British saxophonist Mike Osborne died September 19th at the age of 65 from lung cancer. He had ceased performing in 1982 being handicapped by paranoid schizophrenia. Osborne had come to London at the age of 18 to study clarinet and soon after joined the first band of pianist Mike Westbrook. He played with John Surman, in Chris McGregor's Brotherhood of Breath and with Harry Miller's band Isipingo and recorded under his own name. With Surman and Alan Skidmore he played in a trio (SOS) which preceded similar saxophone ensembles such as the World Saxophone Quartet or ROVA. Obituary: Guardian, The Independent.


20. September 2007

German Jazz Meeting 2008

Das zweite German Jazz Meeting wird vom 18. bis 19. April 2008 im Rahmen der Musikmesse "jazzahead!" im Congress Centrum Bremen stattfinden. Das Showcase-Festival präsentiert aktuelle Projekte aus Deutschland, ausgewählt von einer 18-köpfige Jury aus Clubprogrammmachern, Radioredakteuren, Printjournalisten sowie Vertretern des Goethe-Instituts. Beim German Jazz Meeting 2008 treten auf (in alphabetischer Reihenfolge): das Carsten Daerr Trio; Cyminology; das Silke Eberhard Quartett; Enders Room; Laia Genc "LiaisonTonique"; Sebastian Gramss Underkarl; das Anke Helfrich Trio; Hyperactive Kid; Johnny La Marama; Florian Ross 8Ball; Matthias Schriefl's Shreefpunk; sowie das Florian Weber Trio Minsarah. Das German Jazz Meetings soll deutsche Bands einem internationalen Forum von Multiplikatoren bekannt machen. Zu den kurzen Auftritten werden dafür wichtige Festivaldirektoren, Journalisten und Agenturen aus der ganzen Welt eingeladen, die sich persönlich ein umfassendes Bild der aktuellen deutschen Szene machen können. Der Verein German Jazz Meeting, der Veranstalter des Events ist, erhofft sich dadurch eine stärkere internationale Aufmerksamkeit für deutsche Bands im Ausland.

The second German Jazz Meeting will take place from 18th to 19th April 2008 during the music fair "jazzahead!" at the Congress Centrum Bremen. The showcase festival will present current German projects chosen by a jury consisting of 18 experts, club promoters, radio and print journalists as well as representatives of the Goethe-Institut. The German Jazz Meeting 2008 will present (in alphabetical order): the Carsten Daerr Trio; Cyminology; the Silke Eberhard Quartett; Enders Room; Laia Genc "LiaisonTonique"; Sebastian Gramss Underkarl; the Anke Helfrich Trio; Hyperactive Kid; Johnny La Marama; Florian Ross 8Ball; Matthias Schriefl's Shreefpunk; as well as the Florian Weber Trio Minsarah. The German Jazz Meeting aims at making German bands better known to an international audience. For that means, important festival promoters, journalists and agents from all over the world will be invited to hear projects from the current German scene in a live setting. With the event, the German Jazz Meeting association hopes to boost the international attention for German jazz abroad.

Roy Haynes

Calvin Wilson fragt den Schlagzeuger Roy Haynes nach dem berühmten Foto, das Haynes zusammen mit Charlie Parker, Thelonious Monk und Charles Mingus im Jahr 1953 zeigt (Saint Louis Today). Die Band habe nur für das eine Engagement im New Yorker Club Open Door bestanden, erinnert sich Haynes. Er sei immer an der Perkussion interessiert gewesen, habe schon als Kind auf alles geschlagen, was er im Haus fand. Warum er neben Standards auch aktuelle Stücke spiele, fragt Wilson, und Haynes antwortet: "Ich komme aus der alten Schule - aber mit einer hippen Haltung." Er habe Pat Metheny schon gehört, als der noch in Boston studierte und sei überrascht gewesen festzustellen, dass der genauso interessiert auf seine Aktivitäten schaute. Er fühle sich ziemlich großartig an, in seinem Alter noch spielen zu können und dabei zu wissen, dass er vielleicht einer der ganz wenigen noch lebenden Musiker sei, der mit Louis Armstrong, Charlie Parker und Sarah Vaughan zusammengespielt hat.

Calvin Wilson asks the drummer Roy Haynes about the famous photo showing Haynes together with Charlie Parker, Thelonious Monk and Charles Mingus in the year 1953 (Saint Louis Today). The band was together just for that one engagement at New York's club Open Door, Haynes remembers. He had always been interested in percussion; as a child he used to beat on everything in the house. Wilson asks why he plays current numbers among the standards in his repertoire, and Haynes responds, "I'm old school - with a hip attitude." He had already checked out Pat Metheny when Pat was still studying in Boston, but was surprised to find that Metheny had checked him out as well. It feels pretty good to be able to play at his age and to know at the same time that he is probably one of the few living musicians who used to perform with Louis Armstrong, Charlie Parker and Sarah Vaughan.

Specs Powell

Der Schlagzeuger Specs Powell starb am 15. September in San Marcos nahe San Diego im Alter von 85 Jahren. Powell begann seine Karriere als Pianist, wurde aber vor allem als Schlagzeuger bekannt und spielte Anfang der 40er Jahre regelmäßig auf der 52sten Straße. 1943 wurde er von CBS als einer der ersten schwarzen Musiker für ein landesweit ausgestrahltes Programm angestellt. Daneben spielte er mit Benny Goodman, Red Norvo oder Charlie Parker, aber auch mit Billie Holiday. Er blieb bis 1972 bei CBS, zog dann auf die Virgin Islands und setzte sich später in San Diego zur Ruhe. Nachruf: San Jose Mercury News, New York Times.

The drummer Specs Powell died September 15th in San Marcos near San Diego at the age of 85. Powell started his career as a pianist, but became known mainly as a drummer and as such played on New York's 52nd Street since the early 40s. In 1943 he was hired by CBS as one of the first Black musicians to play for a national network. He also performed with Benny Goodman, Red Norvo or Charlie Parker, but also with Billie Holiday. He stayed with CBS until 1972, then moved to the Virgin Islands before retiring to San Diego. Obituary: San Jose Mercury News, New York Times.


19. September 2007

John Coltrane

Das Haus, in dem John Coltrane in den 60er Jahren in Long Island lebte, erhielt "Landmark"-Status (New York Times, Washington Post). In dem Haus komponierte er unter anderem "A Love Supreme". Mitglieder der Familie würden in dem Haus gern ein Museum und Musikarchiv unterbringen.

The Long Island house inhabited by John Coltrane in the 60s received landmark status (New York Times, Washington Post). Coltrane composed "A Love Supreme" in this home. Members of his family hope to be able to convert the house into a museum and music archive.

Yoshi's, San Francisco

Yoshi's, der erfolgreiche Club in Oakland, eröffnet eine noch größere Filiale in San Franciscos Fillmore-Viertel, wie Jesse Hamlin berichtet (San Francisco Chronicle). 420 Plätze im Nightclub und 370 Plätze in einem japanischen Restaurant enthalte der Club, in dem Ende November Roy Haynes, Gary Burton, Kenny Garrett und Ravi Coltrane die ersten Jazztöne erklingen lassen. Die Leute aus San Francisco kämen ungern nach Oakland, also sähen sie eine große potentielle Kundschaft in der Stadt, erzählt Kaz Kajimura, der Yoshi's vor etwa 30 Jahren zusammen mit seiner Frau Yoshi Akiba gegründet hatte. Die Akustik sei bei der Planung berücksichtigt worden, und es gäbe keine Plätze, die sichtbehindert seien. Pat Metheny, Bill Frisell, Charlie Hunter und Gonzalo Rubalcaba seien bereits fürs nächste Jahr gebucht.

Yoshi's, the successful Oakland club opened an even larger branch in San Francisco's Fillmore quarter, as Jesse Hamlin reports (San Francisco Chronicle). The nightclub seats 420 and a Japanese restaurant another 370 customers. Roy Haynes, Gary Burton, Kenny Garrett and Ravi Coltrane will play the first jazz notes at the club's opening in late November. San Franciscan's don't necessarily like crossing the bridge to come to Oakland, thus the owners hope for a large audience in the city, says Kaz Kajimura who founded Yoshi's about 30 years ago together with his wife Yoshi Akiba. The acoustics have been important in the planning of the club, and there are no places with bad views. Pat Metheny, Bill Frisell, Charlie Hunter and Gonzalo Rubalcaba have already been booked for next year.

Café Carlyle, New York

Nach dreimonatiger Renovierung eröffnet das Café Carlyle heute abend wieder, wie Melena Ryzik berichtet (New York Times). Die Decke sei ein wenig höhergelegt worden, LED-Leuchten seien installiert worden, die Bühne sei etwas größer, das Soundsystem professioneller geworden. Die Wandmalerei von Marcel Vertes wurde aufgefrischt und stellenweise sogar ergänzt - beispielsweise durch einen Tribut an den Pianisten und Sänger Bobby Short, der über Jahrzehnte in dem Saal aufgetreten war. Eartha Kitt wird die Saison eröffnen, dann folgt die Sängerin Barbara Cook, und Montagabend gehört der Jazzcombo von Woody Allen.

After a three month renovation the Cafe Carlyle will reopen this evening, as Melena Ryzik reports (New York Times). The ceiling has been raised by two feet, LED lighting has been installed, the stage became a bit larger and the sound system a bit more professional. The murals by Marcel Vertes have been freshened up and in parts even added to - for instance by a tribute to the pianist and singer Bobby Short who used to perform in the room for decades. Eartha Kitt will open the season, then the singer Barbara Cook will follow, and on Monday evenings Woody Allen's jazz band will perform.


18. September 2007

Sonny Rollins (2)

Sonny Rollins sei überrascht gewesen, als kürzlich ein lange verschollenes Band seines ersten Carnegie-Hall-Auftritts im November 1957 gefunden wurde, berichtet Charles J. Gans (Washington Post). Beim heutigen Konzert im selben Saal wird er die drei Stücke, die er damals gespielt hatte, wieder aufführen, "Moritat" (= "Mackie Messer"), "Sunnymoon for Two" and "Some Enchanted Evening". Er hoffe, die Leute würden nicht sagen, "Naja, der Rollins von 1957 gefiel mir aber besser". Er könne sich nicht mehr groß an das Konzert von vor 50 Jahren erinnern, wisse nur noch, dass nach ihm Ray Charles aufgetreten sei. Von den 70er bis in die frühen 90er Jahre habe Rollins etwa einmal im Jahr in der Carnegie Hall gespielt, danach trat er meist bei großen Openair-Konzerten in New York auf. Heute abend spielt Rollins im Trio mit Christian McBride und Roy Haynes sowie mit seiner regulären Band. Die Aufnahmen von 1957 und 2007 sollen in Kürze auf Rollins' eigenem Doxy-Label erscheinen.

Sonny Rollins was surprised when a long lost tape of his first Carnegie Hall concert from November 1957 was found recently, as Charles J. Gans reports (Washington Post). At today's concert in the same hall he will re-play the three pieces he played then, "Moritat" (= "Mack the Knife"), "Sunnymoon for Two" and "Some Enchanted Evening". He hopes that people won't say, "Oh gee, I liked the 1957 Rollins better". He cannot remember much about the concert of 50 years ago, he mainly remembers that he was followed by Ray Charles. From the 70s into the early 90s Rollins used to perform at Carnegie Hall about once a year; after that he mostly performed in larger open-air venues when playing in New York. Tonight Rollins will play in a trio setting with Christian McBride and Roy Haynes as well as with his regular band. The recordings from 1957 and 2007 will be released shortly on Rollins' own Doxy label.

Aldemaro Romero

Der aus Venezuela stammende Pianist Aldemaro Romero starb am 15. September in Caracas im Alter von 79 Jahren. Romero machte sich in den 50er Jahren als Klaviervirtuose einen Namen, spielte die populäre Musik Venezuelas, schrieb daneben aber auch sinfonische Musik. Später spielte er eine Art Mischung aus Bossa Nova und venezuelanischem Joropo und ging mit dem Jazzgitarristen Charlie Byrd ins Studio. Er war Mitbegründer des Jugendchores und des Philharmonischen Orchesters seiner Heimatstadt Caracas. Nachruf: New York Times.

The Venezuelan pianist Aldemaro Romero died in Caracas September 15th at the age of 79. Romero became known as a piano virtuoso in the 50s, playing the popular music of Venezuela, but also writing symphonic music. Later he played a fusion of bossa nova and Venezuelan joropo and recorded with the jazz guitarist Charlie Byrd. He founded the Caracas Youth Choir and the Caracas Philharmonic Orchestra. Obituary: New York Times.

Generoso Jiminez

Der kubanische Posaunist Generoso Jiminez starb am 15. September in Miami, Florida, im Alter von 90 Jahren an Herzversagen. Jiminez war Mitglied des ersten Orquesta Aragon und spielte in Chico O'Farrills Band. Bekannt wurde er als Posaunist für den Sänger Beny More. Noch im Juni trat er in Miami auf und wirkte auch auf dem in Kürze erscheinenden neuen Album von Gloria Estefan mit. Nachruf: Washington Post.

The Cuban trombonist Generoso Jiminez died in Miami, Florida, September 15th at the age of 90 of heart failure. Jiminez had been a member of the original Orquesta Aragon, and later worked with Chico O'Farrill's band. He became widely known as a trombonist with the singer Beny More. He performed in Miami last June and played on the latest album of singer Gloria Estefan to be released shortly. Obituary: Washington Post.

Gospelakademie Blankenese

Aus Anlass der Gospelnacht in der Kirche am Markt in Hamburg Blanekese gründete sich die Gospelakademie Blankenese, wie Kristian Stemmler berichtet (Hamburger Abendblatt). Die Gospelakademie soll Anlaufstelle für gospelinteressierte Laien und Profis sein, Workshops organisieren, aber auch ein Archiv mit CDs und Noten zur Verfügung stellen. Allein in Hamburg gäbe es mehr als 60 Gospelchöre, aber auch sonstwo in Deutschland boome die Gospelszene seit den frühen 90er Jahren.

The Gospelakademie Blankenese was founded during a gospel night at the Kirche am Markt in Hamburg Blankenese, as Kristian Stemmler reports (Hamburger Abendblatt). The gospel academy is meant to be an information center for amateur and professional gospel musicians and fans. It will organize workshops and also build an archive with CDs and sheet music. There are more than 60 gospel choirs in Hamburg alone, and the gospel scene is florishing elsewhere in Germany as well since the early 90s.


17. September 2007

Diana Krall

In den letzten drei Monaten sei sie mit ihrer neuen Familie auf Tour gewesen, erzählt Diana Krall im Gespräch mit Andrew Purcell (Guardian), mit Ehemann Elvis Costello und den beiden Zwillingen. Vielen Jazzpuristen sei ihre Art der Musik zu smooth, zu weichgespült. Sie sei auch immer wieder für die Art und Weise kritisiert worden, wie sie sich vermarkten ließe. Das habe sie früher gestört, jetzt sei sie ausgeglichener. Es wäre falsch zu glauben, die Industrie würde sie irgendwie lenken - sie hätte das alles selbst in der Hand. Sie wolle eine Jazz-Entertainerin sein, so wie Frank Sinatra und Harry Connick Jr. und insbesondere Nat King Cole. In Kürze wird sie eine Platte aufnehmen, für die wieder Claus Ogerman die Arrangements schrieb.

The last three months she was on tour with her new family, Diana Krall tells Andrew Purcell (Guardian), with her husband Elvis Costello and the twins. Many jazz purists find her kind of music too smooth. She has always been criticized for the way she was marketed. She used to be bothered by such criticism but feels that she is more balanced now. It is wrong that she is being directed by the industry - she emphasizes that she is doing all her own arrangements, conceptualising everything. She wants to be a jazz entertainer just like Frank Sinatra and Harry Connick Jr. and especially like Nat King Cole. She will shortly record a new album for which Claus Ogerman will again write some of the arrangements.


16. September 2007

John McLaughlin

John McLaughlin, der in Cap d'Ail, nahe Monaco, lebt, sieht sich selbst als Fusion-Gitarrist, wie er David Rubien erzählt (San Francisco Chronicle). Anders als sein Mentor Miles Davis, der Kritik einstecken musste, als er seine Band elektrifizierte, wurde McLaughlin kritisiert, als er plötzlich akustische Musik machte. Ist der plötzlich verrückt geworden, hätten die Kritiker gefragt, als er mit Shakti die akustische Gitarre in den Vordergrund stellte. In seiner Jugend habe er Jazz und R&B mit britischen Musikern wie Georgie Fame, Ginger Baker und John Mayall gespielt. 1968 habe er in einer Jam Session mit Jack deJohnette gespielt, der habe den Set aufgenommen und das Band Tony Williams vorgespielt, der gerade Miles Davis verlassen und eine neue Band gründen wollte. Williams lud McLaughlin nach New York ein. Dort hörte der Gitarrist Williams mit Miles in einem Club in Harlem und wurde von Davis gleich für eine Plattensitzung engagiert. Später sei das Fusion-Konzept zu einem Marketinginstrument für die Musikindustrie geworden.

John McLaughlin who lives in Cap d'Ail, near Monaco, sees himself as a fusion guitarist, as he tells David Rubien (San Francisco Chronicle). His mentor Miles Davis had been criticized for electrifying his band, McLaughlin, instead, was criticized for going acoustic. Is he crazy now?, the critics asked when he featured his acoustic guitar playing with the band Shakti., In his youth he had played jazz and R&B with British musicians such as Georgie Fame, Ginger Baker and John Mayall. In 1968 he participated in a jam session with Jack DeJohnette who recorded the session and played the tape for Tony Williams who just planned to leave Miles Davis and form his own trio. Williams invited McLaughlin over to New York. McLaughlin heard Williams playing with Miles at a Harlem club, and was surprised when Davis hired him for a recording session at once. Later the fusion concept more and more became a marketing instrument for the recording industry.


15. September 2007

Sonny Rollins (1)

Sonny Rollins habe nicht nur andere Saxophonisten beeinflusst, stellt Ben Ratliff fest, sondern eine ganze Generation an Zuhörern, die ihr Hören an seiner Musik schulten (New York Times). Für den 18. September hat Rollins nun eine Rückkehr zu besetzungstechnischen Wurzeln angekündigt: Dann nämlich will er in der Carnegie Hall u.a. im Trio mit Bassist Christian McBride und Schlagzeuger Roy Haynes auftreten. Im Trio habe er immer die komplette Freiheit gehabt, alles zu spielen, was ihm in den Sinn käme. Beim Konzert in der Carnegie Hall feiert Rollins quasi ein Jubiläum - sein erstes Konzert in diesem Saal gab er am 29. November 1957. Lew Tabackin erzählt, wie ihn Rollins' Trioaufnahmen beeinflusst hätten, auch Joe Henderson, Joe Lovano, David Murray und andere Saxophonisten hätten sich die Besetzung zum Vorbild genommen. Branford Marsalis erzählt über die Probleme der Besetzung; Rollins selbst sagt, er hätte es manchmal weniger anstrengend gefunden, nur mit Bass und Schlagzeug zu spielen.

Sonny Rollins not only influenced other saxophonists, as Ben Ratliff explains, but a whole generation of listeners as well who developed their listening habits along with his music (New York Times). On September 18th Rollins has announced a return to some of his roots: During a concert in Carnegie Hall he will perform in a trio setting with bassist Christian McBride and drummer Roy Haynes. The trio offered him the freedom to play whatever came to his mind, he explains. The Carnegie Hall concert also marks an anniversary - he gave his first concert in that room nearly 50 years ago, on November 29th, 1957. Lew Tabackin relates how Rollins' trio recordings had influenced him; Joe Henderson, Joe Lovano, David Murray and other saxophonists had taken the example and recorded in trio settings as well. Branford Marsalis talks of the problems of the trio; and Rollins himself states that sometimes he found it less physically exhausting to play just with bass and drums.


14. September 2007

Willie Tee

Der Keyboardist und Sänger Willie Tee starb am 11. September in New Orleans im Alter von 63 Jahren an den Folgen von Darmkrebs. Er steckte als Komponist und Arrangeur hinter dem Album "The Wild Magnolias" von 1973 und hatte schon in den 60er Jahren an R&B-Hits mitgewirkt, die in den letzten Jahren teilweise von Rappern als Samplematerial wiederentdeckt wurden. Seine Art von Funk beeinflusste Joe Zawinul, dessen Band Weather Report später Tees "Can It Be Done" einspielte. Tee war auf vielen Platten lokaler Künstler zu hören. Hurricane Katrina zerstörte sein Haus und Studio in unmittelbarer Nachbarschaft zum Lake Pontchatrain. 2005-6 wirkte er als Artist in residence an der Princeton University und ließ sich dann in Baton Rouge nieder. Nachruf: New York Times, New Orleans Times-Picayune.

The keyboardist and singer Willie Tee died in New Orleans on September 11th at the age of 63 from colon cancer. He was the composer and arranger behind the album "The Wild Magnolias" from 1973, and had participated in several R&B hits in the 60s, some of which have been used as samples by rappers in recent years. His kind of funk influenced Joe Zawinul whose band Weather Report later recorded Tee's "Can It Be Done". Tee had been present on many records by local musicians. Hurricane Katrina destroyed his home and studio neighboring Lake Pontchatrain. From 2005-6 he taught as artist in residence at Princeton University, then settled in Baton Rouge. Obituary: New York Times, New Orleans Times-Picayune.


12. September 2007

Arturo Sandoval

In seinem Studio stünde ein Bösendorfer-Flügel, der einst Oscar Peterson gehört hatte, weiß Jordan Levin über den Trompeter Arturo Sandoval zu berichten (The Malaysia Star). Erst 1990 sei er aus Kuba geflohen und sei seither ein enorm erfolgreicher Musiker in den USA geworden, mit 15 Platten unter eigenem Namen, vier Grammys und vielen Konzertterminen. Daneben unterrichtet er im Music Department der Florida International University und versucht in seinen pädagogischen Aktivitäten ein wenig von dem weiterzugeben, was er selbst gelernt hat. Sandoval, der Sohn eines Automechanikers, studierte klassische Trompete an der Cuban National School of the Arts, entbrannte für den Jazz, als er Aufnahmen Dizzy Gillespies und Charlie Parkers hörte. 1973 war er Gründungsmitglied der Fusion-Band Irakere. 1978 traf er Dizzy Gillespie, als dieser in Havana auftrat, der ihm später beim Karrierestart in den USA half. Wenn Gott Trompete spielen würde, müsste auch er üben, erklärt Sandoval seinen Studenten, die er ansonsten aber ermutigt, den Jazz nicht als Business, sondern als Möglichkeit zu sehen, sich selbst und anderen Befriedigung zu verschaffen.

The Bösendorfer grand piano In his studio once had belonged to Oscar Peterson, Jordan Levin reports about the trumpeter Arturo Sandoval (The Malaysia Star). He had defected Cuba in 1990 and since has become a very successful musician in the USA with 15 recordings under his own name, four Grammies and a busy touring schedule. He also teaches at the music department of Florida International University and in his many educational activities tries to give back what he had learned himself. Sandoval, the son of a car mechanic, had studied classical trumpet at the Cuban National School of the Arts, and became fascinated in jazz when he heard recordings by Dizzy Gillespie and Charlie Parker. In 1973 he belonged to the founding members of the fusion band Irakere. In 1978 he met Dizzy Gillespie who performed in Havana and who later helped him with his career start in the USA. If God would play the trumpet, he would have to practice,. Sandoval explains to his students, but otherwise encourages them to see jazz not so much as a business than as a chance to give satisfaction to their listeners as well as to themselves.


11. September 2007

Joe Zawinul

Der Pianist und Komponist Joe Zawinul starb am Morgen des 11. September in Wien an den Folgen einer Krebserkrankung, mit der er Anfang August ins Krankenhaus eingeliefert wurde. Zawinul wurde 75 Jahre alt. Der in Wien geborene Musiker ging 1959 für ein Klavierstipendium in die USA. Er spielte mit Dinah Washington, Cannonball Adderley, Miles Davis und gründete Anfang der 70er Jahre die Band Weather Report. Nachdem die Band Mitte der 80er Jahre auseinanderging, gründete er 1987 das Zawinul Syndicate. Er schrieb Welthits wie "Mercy, Mercy, Mercy" und "Birdland", galt als einer der wichtigsten Vertreter einer Fusion zwischen Jazz und Rock und einer der bedeutendsten Keyboardspieler des Jazz. In seiner Heimat Österreich wurde er in den letzten Jahren hoch geehrt und gründete in Wien 2004 einen eigenen Club, das "Birdland". Nachrufe: Krone, Kurier, Washington Post, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurter Rundschau, Los Angeles Times, New York Times, The Independent, Guardian.

The pianist and composer Joe Zawinul died in Vienna on the morning of September 11th from cancer for which he had been treated in a hospital since early August. Zawinul was 75. The Vienna-born musician moved to the USA in 1959 with a grant to study piano. He played with Dinah Washington, Cannonball Adderley, Miles Davis, and in the early 70s founded the band Weather Report. After the band broke up in the mid 80s, he founded the Zawinul Syndicate in 1987. He wrote popular hits such as "Mercy, Mercy, Mercy" and "Birdland" and was considered an eminent exponent of a fusion between jazz and rock as well as one of the most important keyboard players in jazz. In his home country Austria he had received many honors in recent years, and in 2004 he opened his own club "Birdland" in Vienna. Obituaries: Krone, Kurier, Washington Post, Frankfurter Allgemeine Zeitung, Frankfurter Rundschau, Los Angeles Times, New York Times, The Independent, Guardian.

A Train

Die erste New Yorker U-Bahnlinie, die der Stadt selbst gehörte und von ihr betrieben wurde, feiert ihren 75sten Geburtstag, und die Metropolitan Transit Authority stellte zum Jubiläum des "A-Train" einen Zug mit historischen Wagons zusammen, wie William Neuman berichtet (New York Times). Der erste A-Train fuhr am 10. September 1932. Und der Jazzbezug? Natürlich Billy Strayhorns Komposition "Take the A Train", die Erkennungsmelodie des Duke Ellington Orchestra, die in einem der Wagen von einem Saxophonisten gespielt wurde und schon Anfang der 40er Jahre den "A-Train" als den schnellsten Weg nach Harlem feierte.

The first New York subway line both owned and operated by the city and named the "A-Train" celebrates its 75th birthday, and the Metropolitan Transit Authority strung together a train with historic cars for the occasion, as William Neuman reports (New York Times). The first A-Train carried passengers on February 10th, 1932. And the jazz connection? Well, of course Billy Strayhorn's composition "Take the A Train", the signature tune of Duke Ellington's Orchestra, which was played by a saxophonist in one of the cars and which in the early 40s already celebrated the "A-Train" as the quickest way to get to Harlem.

Hannibal Lokumbe

Der Trompeter und Komponist Hannibal Lokumbe (früher Hannibal Marvin Peterson) präsentierte letzten Samstag die Premiere seiner Suite "Because I Love You: A Musical Poem for Oretha Castle Haley" in New Orleans, wie Theodore P. Mahne berichtet (New Orleans Times-Picayune). Die fünfsätzige Komposition sei eine Hommage an einen der Führer der Bürgerrechtsbewegung, aber zugleich auch eine Reflektion über deren Bedeutung heute und über die augenblicklichen Verhältnisse in der Stadt New Orleans. Lokumbe selbst, Pianist Jesse McBride, Bassist David Pulphus, Schlagzeuger Adonis Rose und Perkussionist Uganda Roberts wurden durch den Chor Voices of New Orleans unter Leitung von Rev. Lois Dejean unterstützt.

The trumpeter and composer Hannibal Lokumbe (formerly known as Hannibal Marvin Peterson) premiered his new suite "Because I Love You: A Musical Poem for Oretha Castle Haley" in New Orleans, as Theodore P. Mahne reports (New Orleans Times-Picayune). The composition in five movements is an homage to one of the leaders of the civil rights movement, but also a reflection about the movement's significance today and about the situation of the city of New Orleans these days. Lokumbe, Pianist Jesse McBride, bassist David Pulphus, drummer Adonis Rose and percussionist Uganda Roberts were supported by the choir Voices of New Orleans directed by Rev. Lois Dejean.

Herb Pomeroy

300 Menschen trafen sich am Sonntag in der Emmanuel Church in Boston, um dem Trompeter und Jazzpädagogen Herb Pomeroy zu gedenken, der im August im Alter von 77 Jahren verstorben war, wie Peter Sworm berichtet (Boston Globe). Steve Kuhn brach seine Rede ab, als ihn die Trauer überkam, ging ans Klavier und spielte ein trauriges Lied. Die Sängerin Rebecca Parris erinnerte sich, dass Pomeroys Kritik immer so rüberkam, dass sie nicht verletzte. Pomeroy hatte in seiner Karriere mit Charlie Parker, Stan Getz, Sonny Rollins und Lionel Hampton gespielt. Phil Wilson würdigte seine Arbeit als Pädagoge zu einer Zeit, als Jazz an Universitäten noch ein Fremdwort war.

300 people met last Sunday at Boston's Emmanuel Church to remember the trumpeter and jazz educator Herb Pomeroy who had died in August at the age of 77, as Peter Sworm reports (Boston Globe). Overcome by grief, Steve Kuhn had to stop his address, so he went to the piano and played a sad song. The singer Rebecca Parris remembered how Pomeroy's criticisms were always productive, never hurtful. Pomeroy had played with Charlie Parker, Stan Getz, Sonny Rollins and Lionel Hampton during his career. Phil Wilson honored his work as an educator at a time when jazz still was a four-letter word at universities.


10. September 2007

Die Welt trifft Jazz / The World Meets Jazz (4. bis 7. Oktober 2007)

Alle zwei Jahre wird Darmstadt zum Zentrum der bundesdeutschen Jazzpresse und Jazzforschung. Denn dann treffen sich dort Journalisten, Musikwissenschaftler und Musiker zum mehrtägigen Expertenforum mit zahlreichen Vorträgen, Diskussionen und Konzerten. Das 10. Darmstädter Jazzforum widmet sich diesmal vom 04. bis 07. Oktober 2007 dem umfassenden Themenkomplex "Begegnungen ... The World meets Jazz". Zum abendlichen Konzertprogramm gehören Karl Bergers amerikanisches Sextett "In the Spirit of Don Cherry" und die persisch-deutsche Band "Cyminology" (Doppelkonzert am 05.10. in der Centralstation), "Gilad Atzmon & The Oriental House Ensemble" (am 06.10. in der Centralstation) sowie die afrikanisch-karibische Band eines kamerunischen Saxophonisten Ben's Belinga (am 07.10. im Kulturzentrum Bessunger Knabenschule). Ein ganztägiger Ensembleworkshop mit dem New Yorker Trompeter Steven Bemstein ergänzt am 6. Oktober im "Stella" das Musikprogramm. Zum Symposion vom 4. bis 6. Oktober wiederum treffen sich Musikwissenschaftler und Journalisten wie Andrew W. Hurley, Martin Pfleiderer, Timothy Mangin, Günther Huesmann, Ralf Dombrowski und viele andere, um sich dem Thema aus unterschiedlichsten Perspektiven anzunehmen. In jedem Fall einen Abstecher wert! (Weitere Infos: www.jazzinstitut.de oder 06151 / 963700)

Die Teilnahme am öffentlichen Symposium im Literaturhaus Darmstadt ist kostenlos und ohne Anmeldung besuchbar. Für den Workshop mit Steven Bernstein am Samstag ist eine Anmeldung erforderlich. Für die Konzerte in der Centralstation (Freitag, Samstag) und in der Bessunger Knabenschule (Sonntag) gibt es Karten online unter www.centralticket.de. Ausführliche Programmnotizen finden sich unter www.jazzinstitut.de. Ein Programmheft ist erschienen und kann beim Jazzinstitut angefordert werden (jazz@jazzinstitut.de).

Every other year Darmstadt jazz journalists, musicologists, researchers and musicians come to Darmstadt to meet for the Darmstadt Jazzforum which features presentations, panel discussions, concerts and workshops. The 10th Darmstadt Jazzforum from October 4th to 7th will focus on the subject of "Encounters ... The World meets Jazz". Concerts will feature Karl Berger's American sextet "In the Spirit of Don Cherry" and the Persian-German band "Cyminology (double concert on October 5th in Darmstadt's Centralstation), "Gilad Atzmon & The Oriental House Ensemble (October 6th, Centralstation) as well as the African-Caribbean band of Cameroon's saxophonist Ben's Belinga (October 7th, Kulturzentrum Bessunger Knabenschule). A workshop with the New York based trumpeter Steven Bernstein is offered on October 6th. The conference from October 4th to 6th gathers lecturers such as Andrew W. Hurley, Martin Pfleiderer, Timothy Mangin, Günther Huesmann, Ralf Dombrowski and many others to look at the different aspects of the Jazzforum's subject. It all is worth a trip to Darmstadt! (More information: www.jazzinstitut.de or 06151 / 963700)

The public conference can be attended free of charge and without registration. A registration is needed, though, for the workshop with Steven Bernstein on Saturday. For the concerts at the Centralstation (Friday, Saturday) and at the Bessunger Knabenschule (Sunday) tickets can be ordered online at www.centralticket.de. Extended program notes can be found at www.jazzinstitut.de. A program booklet has been published and can be obtained (for free) from the Jazzinstitut (jazz@jazzinstitut.de)


9. September 2007

Teddy Charles

Seit 20 Jahren lebe der Vibraphonist Teddy Charles in Greenport, New York, gelebt, wo er tagsüber Schiffstouren organisiert und abends in Restaurants auftritt, schreibt Corey Kilgannon in der New York Times. Jeden Dienstagabend träfen bei ihm zu Hause Musiker zur Jam Session, die teilweise gar aus New York City anreisten. 1946 sei Charles aus Massachusetts nach New York gezogen, nachdem er Platten von Charlie Parker und Dizzy Gillespie gehört habe. Er habe Komposition an der Juilliard School studiert und nebenbei auf der 52sten Straße gespielt, wo er in Coleman Hawkins' Combo für den Pianisten Thelonious Monk einsprang. In den 50er Jahren wurde er einer der Pioniere des Third Stream. 1987 zog er nach Greenport und kaufte sich einen Zweimaster. Sein Haus sehe aus wie "Melville meets Kerouac", schreibt Kilgannon: Alles scheine entweder von einem Schiffsdeck oder einer Bebop-Bühne zu stammen. Bei der Session erklängen Standards, aber auch Mingus' "Nostalgia in Times Square". Nächsten Monat wird Charles viele seiner Kompositionen in einem Programm im New Yorker Club Smalls vorstellen.

Since 20 years the vibraphonist Teddy Charles lives in Greenport, New York, running sailing tours during the day and playing in restaurants at night, as Corey Kilgannon reports in the New York Times. Every Tuesday night musicians from all over the region - and even from New York City - meet at his house for a jam session. Charles moved to New York in 1946 after hearing records by Charlie Parker and Dizzy Gillespie. He studied composition at the Juilliard School and played on 52nd Street on the side where he replaced the pianist Thelonious Monk in Coleman Hawkins' combo. In the 50s he became one of the pioneers of Third Stream. He moved to Greenport in 1987 and bought a two-masted clipper schooner. His house looks like "Melville meets Kerouac", writes Kilgannon: "Everything seems to have come off a ship deck or a bebop bandstand." At the session the musicians play standards, but also Mingus' "Nostalgia in Times Square". Next month Charles will present many of his compositions in a program at New York's club Smalls.


7. September 2007

Fred Hersch

Fred Hersch darf eine Woche lang andere Pianisten zum Duo im New Yorker Club Jazz Standard einladen, wie Nate Chinen in der New York Times berichtet. Zu seinen Gästen gehören Brad Mehldau, Kenny Barron und Ethan Iverson. Iverson erzählte dem Publikum, dass er jede Menge von Hersch gelernt habe. Sie spielten jeder ein Solostück (Hersch "The Wind, Iverson "Laura"), vor allem aber im Duo, in dem sie "Akkorde und Phrasen übereinander stapelte, als wenn sie eine geheime Anleitung hätten. ... Es war als sprächen und lauschten beide Musiker zur selben Zeit, ohne darüber auch nur in den hauch einer Verwirrung zu geraten."

Fred Hersch invites another pianist every evening this week at the New York club Jazz Standard, as Nate Chinen reports in the New York Times. Among his guests are Brad Mehldau, Kenny Barron and Ethan Iverson. Iverson told the audience that he had learned a lot from Hersch. They played a solo piece each (Hersch "The Wind", Iverson "Laura"), but mostly performed as a duo, "stacking chords and phrases as if by secret design. ... Somehow both musicians were speaking and hearing at once, without any trace of confusion."


6. September 2007

Tony Bennett

Clint Eastwood ist der Regisseur einer PBS-Dokumentation über den Sänger Tony Bennett, die nächste Woche in den USA ausgestrahlt wird, wie Lynn Elber im San Francisco Chronicle berichtet. Er sei der letzte Sänger, der noch Geschichten erzähle, sagt Eastwood, und auch mit 81 Jahren besäße er noch sowohl die Kraft als auch die stimmliche Sicherheit, ein Lied so zu interpretieren wie es interpretiert werden müsse. Der Film dokumentiere Bennetts Einflüsse, von italienischem Belcanto bis Fred Astaire und Judy Garland und zeige ihn auch als Maler.

Clint Eastwood is the director of a PBS documentary about the singer Tony Bennett which will be aired in the USA next week, as Lynn Elber reports in the San Francisco Chronicle. "He's the last of the storytelling singer", explains Eastwood, and even at 81 he still has both the power and the pitch to deliver a song the way it should be done. The film documents Bennett's influences from Italian Bel Canto to Fred Astaire and Judy Garland and also shows him as a painter.

Alan Cooper

Der britische Klarinettist Alan Cooper starb am 22. August im Alter von 76 Jahren. Cooper hatte bereits im College Jazz gespielt, damals zusammen mit seinem Mitschüler, dem Gitarristen Diz Disley. Sein Stil orientierte sich an New-Orleans-Klarinettisten wie Johnny Dodds und Edmond Hall. Er wirkte in der Originalbesetzung der Band Temperance Seven mit, die Anfang der 60er Jahre großen Erfolg hatte. Die Band trat meist in Kostümen aus der Zeit Edward VII. auf, und überhaupt liebte er Kunstgegenstände aus jener Zeit. Für sein Begräbnis bat er, dass die Gäste in "Edwardian dress" kommen mögen. Nachrufe: The Times, BBC News.

The British clarinetist Alan Cooper died August 22nd at the age of 76. Cooper had already played jazz in college together with one of his schoolmates, the guitarist Diz Disley. He was influenced by New Orleans clarinetists such as Johnny Dodds and Edmond Hall. Later he was among the original members of the band Temperance Seven which was very successful in the early 60s. The band often performed dressed in Edwardian costumes, and Cooper was a collector of Edwardiana in private life as well. He left instructions that his funeral was to be attended in Edwardian dress. Obituaries: The Times, BBC News.


5. September 2007

Amanda Carr

Im Jazz habe es immer Musiker gegeben, die vor allem regionalen Ruhm erreichten, aber nie national bekannt wurden, berichtet Nat Hentoff in The Wall Street Journal. Eine solche Musikerin sei die Sängerin und Pianistin Amanda Carr, die mit ihrem neuen Album "Soon" jetzt allerdings auch ihrer Heimat New England wahrgenommen werde. Musik habe bei ihr in der Familie gelegen: ihre Großmutter habe Stride-Piano gespielt, ihre Mutter habe gesungen und ihr Vater als Trompeter unter anderem mit Glenn Miller und Woody Herman gespielt. 1996 habe sie ihr erstes Album eingespielt, 1998 sei sie zum ersten Mal bei einem europäischen Jazzfestival (Turin, Italien) aufgetreten. Sie habe mit diversen Ghost Bands gesungen, die die Musik der Swingära wiederaufleben ließen. Auf dem neuen Album seien Gitarrist John Wilkins, Schlagzeuger Kenny Hadley, Saxophonist Arnie Krakowsky und Bassist Bronek Suchanek mit von der Partie.

There have always been jazz musicians who were well known in the region they lived and worked in but never made it on a national level, as Nat Hentoff reports in The Wall Street Journal. One of such musicians is the singer and pianist Amanda Carr who in her new album "Soon" is finally acknowledged outside New England. Music was part of her family tradition: her grand mother had played stride piano; her mother had sing; and her father had played the trumpet in the bands of Glenn Miller and Woody Herman. In 1996 she recorded her first album; in 1998 she performed for the first time at a European jazz festival (Turin, Italy). She sang with several ghost bands who try to revive the swing era. On her new album she is accompanied by guitarist John Wilkins, drummer Kenny Hadley, saxophonist Arnie Krakowsky and bassist Bronek Suchanek.

Yusef Lateef

Der 86-jährige Saxophonist Yusef Lateef habe bei seinem letzten Auftritt beim Jazzfestival in Heimatstadt Detroit die Fans mit seiner multi-ethnischen Musik ein wenig verschreckt, berichtet Mark Stryker in der Detroit Free Press. Auch bei seinem jüngsten Auftritt beim Festival habe er eine große Bandbreite musikalischer Einflüsse Revue passieren lassen, mittendrin aber vor der konventionellen Rhythmusgruppe aus Klavier, Bass und Schlagzeug auch den Blues gespielt - in seiner traditionellen zwölftaktigen Form und auf der Oboe. Aber irgendwie sei der Blues eh Teil seiner selbst, findet Stryker, selbst wenn er sich weit von dessen zwölftaktigen Form entferne.

In his last performance at the jazz festival of his home town Detroit, the 86 year old saxophonist Yusef Lateef had upset his audience a bit with his multi-ethnic kind of music, as Mark Stryker reports in the Detroit Free Press. At this year's festival he presented the full range of musical influences as well, but in the middle of it all he also played the blues in front of his conventional rhythm section of piano, bass and drums - in its original twelve bar form and on the oboe. But then, writes Stryker, Lateef "has never stopped playing the blues, even when he ventures a long way from the 12-bar variety".

Malene Mortensen

Wenn sie fünf Tage lang nicht singe, werde sie etwas launenhaft, erzählt die Dänin Malene Mortensen der Journalistin Signe Damkjaer in ScandAsia. Dänen kennen Mortensen vor allem, weil sie 2002 den dänischen Vorentscheid zum Eurovision Song Contest gewonnen hatte; unter Jazzern ist sie seither auch für die Zusammenarbeit mit Musikern wie Nils Lan Doky, Niels-Henning Ørsted Pedersen und Alex Riel bekannt. Ihr Vater habe Trompete gespielt, die Mutter sei Schlagzeugerin gewesen, und ihr Freund spielt Klavier in ihrer Band. Mit ihrer Musik könne sie vielleicht nicht die Welt retten, aber wenn es ihr gelänge, dass die Leute sich ein wenig besser fühlten, sei das schon gar nicht so schlecht.

If she goes without singing for five days, she becomes a bit cranky, Danish Malene Mortensen tells Signe Damkjaer in ScandAsia. Danes know the singer mostly because she won the Danish Eurovision song contest in 2002; among jazz fans she is also known for having worked with the likes of Nils Lan Doky, Niels-Henning Ørsted Pedersen and Alex Riel. Her father had played the trumpet, her mother was a drummer, and her boy friend is the pianist in her band. Perhaps she cannot save the world through her music, but if she succeeds that people feel good through her music, that's a good start.


4. September 2007

Anouar Brahem

Der tunesische Oud-Virtuose Anouar Brahem trat mit dem Pianisten Francois Couturier und dem Akkordeonisten Jean-Louis Matinier an zwei Abenden in der Music Hall in Beirut auf, wie Kaelen Wilson-Goldie im The Daily Star berichtet. Sie spielten die Suite "Le Voyage de Sahar" vom Album, das Brahem im vergangenen Jahr veröffentlicht hatte. In der Musik gäbe es keine Reinheit mehr, sagt Brahem, dafür sähe und höre man in der modernen Welt zu viel Verschiedenes. Daher sei es in der Kunst am wichtigsten, man selbst zu bleiben. Er komponiere, indem er aus der Improvisation heraus kurze Themen entwickle. Die Oud sei sozusagen sein Bleistift beim Komponieren.

The Tunisian oud virtuoso Anouar Brahem performed together with the pianist Francois Couturier and the accordionist Jean-Louis Matinier at Beirut's Music Hall on two consecutive evenings, as Kaelen Wilson-Goldie reports in The Daily Star. They played the suite "Le Voyage de Sahar" from an album which Brahem had released last year. There is no purity in music any more, Brahem says, because in the modern world you can hear and sea so many things. That is the reason why in the arts it is most important to be yourself. He composes by developing short themes out of his improvisations. When composing, the oud is his pen.

WDR Jazzpreis

Der WDR Jazzpreis 2007 geht an den Komponisten Jesse Milliner für Kompositionen, die während seines fünfjährigen USA-Aufenthaltes entstanden und in denen er laut Jury ein "erstaunlich reifes Talent" mit großer Kenntnis der amerikanischen Tradition zeige; und an den Pianisten Sebastian Sternal, dessen flüssige Improvisationen angenehm frei von Klischees blieben. Für sein Lebenswerk wird der 83-jährige Saxophonist Charlie Mariano geehrt; und den Nachwuchspreis erhielt die Bigband der Clara-Schumann-Musikschule in Düsseldorf. Die Preise, die mit Geldsummen in Höhe von 5.000 Euro (Mariano, Bigband) und 10.000 Euro (Milliner, Sternal) verbunden sind, werden am 26. Oktober während des Festivals "WDR 3 jazz.cologne" vergeben.

The WDR Jazzpreis 2007 will be awarded to the composer Jesse Milliner for compositions which he wrote during the five years he spent in the USA and in which, as the jury explains, he shows a "remarkably mature talent" with an enormous knowledge of the American tradition; as well as to the pianist Sebastian Sternal whose fluent improvisations stay free from the usual cliché phrases. A life achievement award is given to the saxophonist Charlie Mariano; and a young talent award goes to the big band of the Clara Schumann Musikschule in Düsseldorf. The WDR Jazzpreis comes with 5.000 Euro (Mariano, Big Band) and 10.000 Euro (Milliner, Sternal) in cash. The awards will be presented during the festival "WDR 3 jazz.cologne" on October 26th.


3. September 2007

Sonny Rollins

Die Zeitschrift Vanity Fair legt Sonny Rollins den berühmten Marcel-Proust-Fragebogen vor. Nie zu froh und nie zu traurig zu sein, sei das Ziel des Lebens. Den Menschen, den er am meisten bewundere sei sein Klempner. Er lüge nur dann, wenn er sich von den Zwängen des Lebens absolut dazu gezwungen sähe. Er wolle gar kein anderes Talent, sei mit dem zufrieden, dass er besäße. Er habe am 9. September so viele Dinge verloren, dass er Besitz nicht mehr für so wichtig halte. Seine Helden im wirklichen Leben seien die, die mehr geben als nehmen.

Sonny Rollins answers the Marcel Proust Questionnaire for Vanity Fair. He thinks perfect happiness is never to be too happy and too sad. The living person he admires most is his plumber. He only lies if he's absolutely forced to by one of life's stupid entanglements. He doesn't need another talent from the one he already has. He lost so much on 9/11 that be doesn't consider possessions so important. His heroes in real life are those who give more than take.


2. September 2007

Terence Blanchard

Terence Blanchard hat jüngst sein neues Album "A Tale of God's Will (A Requiem for Katrina)" herausgebracht und erzählt Missy Daniel in der Seattle Times, was er mit dem Titel meint. Vielleicht habe Gott den Menschen mit dem Hurricane ja etwas sagen wollen ... Blanchard und viele andere seien nach dem Sturm fürchterlich frustriert und enttäuscht gewesen und suchten nun nach Antworten. Anfangs habe er andere Menschen für die Katastrophe verantwortlich gemacht. Aber dann habe er versucht, das gesamte Bild zu sehen. Wenn er die Stücke seines Albums höre, dann höre er Hoffnung genauso wie Hoffnungslosigkeit, Zorn und Aggression. Seine Musik sei vielleicht schön, er wolle die Menschen aber nicht denken machen, das New Orleans jetzt in Ordnung sei. Bei jedem der Stücke habe er in seine Trompete schreien wollen, aber dann habe er das Gefühl gehabt, Gott wolle, dass er für all die Seelen in New Orleans sprechen solle.

Terence Blanchard has just released his new album "A Tale of God's Will (A Requiem for Katrina)" and tells Missy Daniel of The Seattle Times what he means with the title. Perhaps God wanted to tell the people something through the Hurricane ... Blanchard and many others were extremely frustrated and disappointed after the storm and looked for answers. At first he and others tried to blame men for the catastrophe. Then he tried to look at the larger picture. When he listens to the playbacks of his album he hears hope as well as hopelessness, anger and aggression. His music may sound beautiful, but he does not want people to believe that everything's alright in New Orleans. He wanted his trumpet to scream on every track, Blanchard says, but then he felt that "God is using me to speak for all the souls in New Orleans".


1. September 2007

Gunter Hampel (1)

Georg Spindler ist einer der wenigen Journalisten, die den 70sten Geburtstag des Vibraphonisten und Bassklarinettisten Gunter Hampel am 31. August würdigten (Mannheimer Morgen). Hampel arbeitete über die Jahre mit dem Komponisten Hans Werner Henze, mit John McLaughlin, mit der Sängerin Jeanne Lee, mit der er verheiratet war, mit Smudo und der HipHop-Combo Jazzkantine. Die Vielfalt spiegelt die musikalische Neugier des Jubilars wider, dessen Musik, wie Spindler schreibt, erfüllt sei von "zauberhaftem Flair und zerbrechlicher Verträumtheit" und "den Geist der deutschen Romantik mit ihrer Innerlichkeit und Sehnsucht nach Einfachheit" atme. Aber er wusste auch immer zu swingen. Hampel sei einer der wenigen deutschen Musiker, der auch in den USA Anerkennung gefunden habe - er lebt die wahlweise in seiner Geburtsstadt Göttingen und in New York, aber eigentlich tourt er fortwährend, gehört immer noch zu den aktivsten Musikern der deutschen Szene. 1970 gründete er sein eigenes Label, Birth Records, und hat mittlerweile insgesamt mehr als 150 Tonträger veröffentlicht. Auch das Jazzinstitut gratuliert. Unser Geburtstagsgruß lautete: "Lieber Gunter (...) Du warst immer einer der wenigen, denen es nicht egal war, wie diese Musik weiterlebt. Du hast Dich immer darum gekümmert, dass andere – Musiker anderer Genres, Künstler diversester Stilrichtungen – mit der Kunst des Jazz zusammenkamen. Und vor allem hast Du Dich um den Nachwuchs gekümmert! Und um die Selbstorganisation der Musiker! Und darum, Deine eigene Musik an die Hörer zu bringen! Präsent zu bleiben ... All die jungen Musiker könn(t)en so viel von Dir lernen. Du bist in so vielen Dingen ein Vordenker und eigentlich ein Vorbild. Aber weil Du nach wie vor so unglaublich drin bist in der Szene, sehen wir Dich halt auch alle als unseren Gunter Hampel, den Musiker, auf dessen nächste Projekte und Produktionen wir gespannt sind. Als eine Selbstverständlichkeit des deutschen Jazz." Und irgendwie können wir es kaum glauben, dass er 70 ist. Happy Birthday, Gunter Hampel!

Georg Spindler is one of the few journalists who acknowledges the 70th birthday of the vibraphonist and bass clarinetist Gunter Hampel on August 31st (Mannheimer Morgen). Hampel worked with the composer Hans Werner Henze, with John McLaughlin, with the singer Jeanne Lee to whom he was married, with the German rapper Smudo and with the hip-hop combo Jazzkantine. This variety reflects Hampel's musical curiosity. His music, as Spindler writes, is full of "enchanting flair and fragile dreaminess", and breathes "the spirit of German romanticism with all its inwardness and its longing for simplicity". But we always knew how to swing as well. Hampel was one of the few German musicians who met with approval in the United States - part of the year he lives in Göttingen, the other part of it in New York. Actually, though, most of the time he is on tour, making him one of the most active musicians on the German scene. In 1970 he founded his own label, Birth Records, and can be heard on more that 150 recordings. The Jazzinstitut sends its congratulations as well. Our birthday greeting: "Dear Gunter (...) You always have been one of the few who cared about how this music survives. It has always been important for you that others - musicians or artists from different genres - got in touch with the art of jazz. And you care about children and about young talent! You care about the self-organization of musicians! You took it into your own hand to distribute your music to your listeners! You were and you are ever-present ... All the young musicians can (or could) learn so much from you. You are a mentor and you are an inspiring example. But because you are so unbelievably active in the scene, everybody sees you as 'our' Gunter Hampel, the musician whose next projects and releases we wait for. Somehow you are taken for granted." And somehow we can't really believe he's 70. Happy birthday, Gunter Hampel!

Pete York

Dem Schlagzeuger Pete York entdeckte seine Liebe zum Jazz bereits mit acht oder zehn Jahren, wie er Mick Brockett im Bonner General-Anzeiger erzählt. Er habe damals Louis Armstrong, Benny Goodman und Gene Krupa entdeckt. Er sähe keinen Bruch darin, dass er dann vor allem im Popbereich arbeitete - er liebe alles, was mit Rhythmus zu tun habe. Für ihn müsse im Jazz auch heute noch der amerikanische Einschlag durchscheinen. Der "skandinavische Mode-Jazz" sei ihm viel zu kalt. Seine Tour mit Helge Schneider sei sehr spannend gewesen, man habe nie vorher gewusst, was gleich passieren würde. Überhaupt sei Humor für ihn Teil seiner Jazz-Philosophie. "Jazz war früher einmal eine sehr lustige, stimmungsvolle Musik, ist inzwischen leider aber viel zu ernsthaft geworden. Deswegen hat der Jazz auch viele Fans verloren. Heutzutage sind viele Jazzmusiker Selbstdarsteller, spielen ewig dauernde Soli. Das ist überhaupt nicht mein Ding."

The drummer Peter York discovered his love for jazz at the age or eight or ten, as he tells Mick Brockett in the Bonner General-Anzeiger. He listened to Louis Armstrong, Benny Goodman and Gene Krupa. He doesn't see a breakaway from jazz if today he mostly works in pop music - he loves everything having to do with rhythm. For York jazz should always have some American color. The "Scandinavian fashion jazz" of today, he says, sounds much too cold. His tour with (the German comedian and musician) Helge Schneider was quite a thing; one never knew what would happen the next moment. Humor is an important part of his jazz philosophy. "Jazz used to be a happy music full of atmosphere, but today it has become much too serious. That's why jazz lost so many fans. Today jazz musicians mostly are exposing themselves, and play endless solos. That's not my cup of tea at all.


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