Jazz Nachrufe
Jazz Obituaries


Wir erhalten oft Anfragen nach verstorbenen Jazzmusikern. Wir haben uns daher entschlossen, auf diesen Seiten nach Jahren geordnete Listen zu veröffentlichen. Darin werden die auf unserer Jazz-News-Seite verzeichneten Nachrufe übers Jahr hinaus gesammelt.

We are so often been asked about deseased jazz musicians that we decided to publish death dates on this page. These are taken from the obituary listings on our jazz news page.



Albert Mangelsdorff gestorben [... english version here]
Albert Mangelsdorff (geboren: 5. September 1928 in Frankfurt am Main; gestorben: 25. Juli 2005, Frankfurt am Main)
   Albert Mangelsdorff nahm als Kind Geigenunterricht und brachte sich selbst das Gitarrespiel bei. Durch seinen Bruder, den Altsaxophonisten Emil Mangelsdorff (der im Alter von 80 Jahren nach wie vor regelmäßig im Konzert zu hören ist), kam er zum Jazz. Nach anfänglichen Engagements als Gitarrist wechselte Albert 1948 zur Posaune. In den 1950er Jahren spielte er mit den Bands von Joe Klimm (1950-1953), Hans Koller (1953/54), mit dem Rundfunkorchester des Hessischen Rundfunks in Frankfurt (1955-1957) sowie mit den Frankfurt All Stars (1955/56). Zur selben Zeit leitete er zusammen mit dem Tenorsaxophonisten Joki Freund ein Hardbop-Quintett. 1958 wurde er musikalischer Leiter des neugegründeten Jazz-Ensembles des Hessischen Rundfunks, vertrat im selben Jahr Deutschland in Marshall Browns International Youth Band beim Newport Jazz Festival in den USA. 1961 gründete Mangelsdorff ein Quintett, dem Heinz Sauer, Günter Kronberg, Günter Lenz und Ralf Hübner angehörten und das bald zu einer der avanciertesten Besetzungen des modernen Jazz in Europa werden sollte. Zwischendurch war er auch an anderen Projekten beteiligt, etwa 1962 am Album Animal Dance mit dem Pianisten John Lewis. Nach einer Tournee für das Goethe-Institut spielte er 1964 die Platte "New Jazz Ramwong" ein, in der die Band über asiatische Themen improvisierte. Mangelsdorffs Quintett tourte durch die USA und Südamerika, wurde nach dem Ausscheiden Kronbergs zu einem Quartett (1969-1971), später in der Besetzung Sauer, Gerd Dudek, Buschi Niebergall und Peter Giger wieder zum Quintett (1973-1976). Während des Jazzfestivals zu den Olympischen Spielen in München trat Mangelsdorff 1972 erstmals öffentlich als unbegleiteter Solist auf. Der Erfolg führte zu zahlreichen Solo-Konzerten und -Platten. In den 1970er Jahren spielte er Alben ein mit Palle Danielsson und Elvin Jones (1975), Jaco Pastorius und Alphonse Mouson (1976), John Surman, Barre Phillips, Stu Martin (1977) und anderen. Er war Mitglied in Alexander von Schlippenbachs Globe Unity Orchestra (1967 bis in die 1980er Jahre), Free Sound & Super Brass (1975/76) unter Leitung von Hans Koller und Wolfgang Dauner, dem United Jazz & Rock Ensemble seit seiner Gründung 1975, nahm außerdem Duo-Alben mit dem Pianisten Dauner auf (seit 1981). In den 1980er und 1990er Jahren trat Mangelsdorff weiterhin im Solo, Duo und Trio auf, aber auch z.B. mit dem Reto Weber Percussion Ensemble. Daneben engagierte er sich in der Union Deutscher Jazzmusiker und leitete zusammen mit Jean-François Jenny-Clark das Deutsch-Französische Jazz Ensemble. 1995 fungierte er für sechs Jahre als musikalischer Leiter des JazzFests Berlin. Seit 1994 vergibt die Union Deutscher Jazzmusiker und die GEMA-Stiftung den Deutschen Jazz Preis, der Mangelsdorff zu Ehren den Titel Albert-Mangelsdorff-Preis trägt.
   Mangelsdorff war einer der herausragendsten Posaunisten des modernen Jazz. Wie viele andere deutsche Musiker wurde er zuerst vom Cool Jazz Lee Konitzs und Lennie Tristanos beeinflußt, ließ später auch Elemente aus Hardbop, modaler Improvisation, Free Jazz und Jazz-Rock in seine Musik einfließen. Sein Spiel zeichnet sich durch melodische Linien mit weitem Ambitus aus. Er besaß eine überragende Technik und gehörte unter den Posaunisten zu den einfallsreichsten Anwendern von Multiphonics – beispielsweise im von ihm dreistimmig auf der Posaune gespielten Thema über Duke Ellingtons Mood Indigo auf dem Album The Wide Point (1975), aber auch in vielen seiner Soloimprovisationen für die LP Trombirds von 1972.
   Mangelsdorffs Biographie wurde 1993 in einem Buch von Bruno Paulot veröffentlicht. Die Geschichte der lebendigen Frankfurter Jazzszene, der er entstammte, lässt sich in dem Buch "Der Frankfurt Sound. Eine Stadt und ihre Jazzgeschichte(n)" des Autoren Jürgen Schwab nachlesen, das im letzten Jahr gemeinsam vom Jazzinstitut Darmstadt, der Stadt Frankfurt und dem Hessischen Rundfunk herausgegeben wurde (und bei dessen Präsentation Albert persönlich anwesend war). [Wolfram Knauer]
[english version:]
Albert Mangelsdorff died
Albert Mangelsdorff (born 5. September 1928, Frankfurt am Main, Germany; died: 25. July 2005, Frankfurt am Main, Germany)
   Trombonist Albert Mangelsdorff, probably the most important jazz musician in post-war Germany, died on the morning of Monday, July 25th, 2005 in his hometown Frankfurt am Main, Germany, after long illness.
   Albert Mangelsdorff had violin lessons as a child and was self-taught on guitar. His brother, alto saxophonist Emil Mangelsdorff (who is still alive and playing at age 80), introduced him to jazz. After working as a guitarist Mangelsdorff took up trombone in 1948. In the 1950s Mangelsdorff played with the bands of Joe Klimm (1950-53), Hans Koller (1953-54), with the radio orchestra of Hessischer Rundfunk in Frankfurt (1955-57) as well as with the Frankfurt All Stars (1955-56). At the same time he led a hardbop quintet together with Joki Freund. In 1958 he became musical director of the newly founded Jazz-Ensemble des Hessischen Rundfunks and represented Germany in Marshall Brown's International Youth Band appearing at the Newport Jazz Festival. In 1961 he formed a quintet with Heinz Sauer, Günter Kronberg, Günter Lenz and Ralf Hübner which became one of the most celebrated European bands of the 1960s. During this time he also recorded with John Lewis ("Animal Dance", 1962). After touring Asia on behalf of the Goethe Institut in 1964 he recorded the album "New Jazz Ramwong" later that year which made use of Eastern themes. He also toured the USA and South America with the quintet, which was reduced to a quartet (1969-71) after Kronberg left, then revived with Sauer, Gerd Dudek, Buschi Niebergall and Peter Giger (1973-76). At a festival during the Olympic Games in Munich Mangelsdorff first performed as unaccompanied soloist in 1972 which resulted in many solo tours and recordings during the next decades. In the 1970s he recorded with Palle Danielsson and Elvin Jones (1975), Jaco Pastorius and Alphonse Mouson (1976), John Surman, Barre Phillips and Stu Martin (1977) and others. He participated in Alexander von Schlippenbach's Globe Unity Orchestra (from 1967 into the 1980s), Free Sound & Super Brass (1975-76) led by Hans Koller and Wolfgang Dauner, the United Jazz & Rock Ensemble from its formation in 1975, and recorded duo albums with Wolfgang Dauner (from 1981). In the 1980s and 1990s Mangelsdorff continued to perform in solo and duo and trio settings, also playing with the Reto Weber Percussion Ensemble. In the 1970s Mangelsdorff was a leading figure in the Union Deutscher Jazzmusiker and, together with Jean-François Jenny-Clark, led the German-French Jazz Ensemble. In 1995 he became musical director for the JazzFest Berlin. Since 1994 the Union Deutscher Jazzmusiker awards a regular prize in Mangelsdorff's honor, the Albert-Mangelsdorff-Preis.
   Mangelsdorff was one of the finest trombonists in modern jazz. Like most German musicians he was at first influenced by the cool jazz idiom of Lee Konitz and Lennie Tristano, then played hard bop, later introduced modal means of improvisation, free jazz and jazz-rock elements in his music. His playing was characterized by wide-ranging melodic lines. He had an imposing technique and was, among trombonists, the most innovative player of multiphonics – note, for instance his playing of the theme of Duke Ellington's "Mood Indigo" in three-part harmony on the album "The Wide Point", 1975, MPS, or many of his improvisations on the LP "Trombirds", 1972.
   Mangelsdorff life story is told in a biography by Bruno Paulot published in 1993. The story of the vivid Frankfurt jazz scene from which he emerged has been written last year in the book "Der Frankfurt Sound. Eine Stadt und ihre Jazzgeschichte(n)", written by Juergen Schwab and co-published by the Jazzinstitut Darmstadt, the city of Frankfurt and Hessischer Rundfunk (Mangelsdorff was present at the book presentation last summer). [Wolfram Knauer]

Peter Niklas Wilson gestorben / Peter Niklas Wilson died
Unser Kollege Peter Niklas Wilson starb am Wochenende nach langen Kampf mit seiner Krankheit. Wilson wurde 1957 in Hamburg geboren, studierte Musikwissenschaft in Göttingen und Hamburg, promovierte 1984 und war seither einer der fundiertesten deutschsprachigen Publizisten zum zeitgenössischen Jazz, zur Neuen Musik und zu den Bereichen zwischen diesen beiden Polen. 1994 habilitierte er sich und hatte seither Lehraufträge an der Hamburger Musikhochschule und am Musikwissenschaftlichen Institut der Universität Hamburg. Zugleich produzierte er regelmäßig Rundfunksendungen für deutschsprachige Sender, schrieb für die wichtigsten Kulturzeitschriften und –zeitungen und spielte Kontrabass. Als Musiker arbeitete er mit Anthony Braxton, John Tchicai, Malcolm Goldstein und vielen anderen, war Mitbegründer einer Musikerinitiative in Hamburg und eines kleinen Plattenlabels für zeitgenössische improvisierte Musik. Er schrieb Bücher über Charlie Parker, Ornette Coleman, Sonny Rollins, Anthony Braxton, Albert Ayler, Miles Davis und das Phänomen der Improvisation in der aktuellen Musik, sowie unzählige Essays über zeitgenössische Musik zwischen Jazz, freier Improvisation und Neuer Musik. Seine Bücher über Coleman und Rollins wurden auch in den USA veröffentlicht. Wilson war ein regelmäßiger Gast beim Darmstädter Jazzforum, dem zweijährigen internationalen Symposium zu Fragen der Jazzforschung. Er hielt auch bei unserem letzten Jazzforum im September 2003 zum Thema “improvisieren...” einen kontroverse Diskussionen auslösenden Vortrag über neue Paradigmen in zeitgenössischer improvisierter Musik. Er kämpfte mehr als ein Jahr lang mit seiner Krankheit, gab nie auf, blieb immer aktiv in seiner Arbeit und mit der Musik, an der ihm so viel lag. Wir vermissen ihn als einen der bedeutendsten deutschen Musikwissenschaftler, die sich mit dem Jazz auseinandersetzten, als einen Autor mit einem höchst lesbaren, dennoch fundierten Stil, mit einem analytischen und kritischen Geist, als eine herzliche, offene, neugierige immer verlässliche Persönlichkeit. Wir vermissen ihn als einen über alle Maßen geschätzten Kollegen und einen guten Freund. Wir sind traurig über diesen Verlust und werden ihn im Andenken behalten. (Wolfram Knauer, 28. Oktober 2003)

Our dear colleague, Peter Niklas Wilson, died over the weekend after a long fight with illness. Wilson was born in 1957 in Hamburg, studied musicology in Goettingen and Hamburg, achieved his PhD in 1984 and since then was one of the most profound publicist about jazz, New Music and the spheres between these two in Germany. In 1994 he became a professor of musicology, taught at Musikhochschule Hamburg and at the musicological department of Hamburg University, at the same time producing radio shows for German and Swiss radio stations, writing for the most important periodicals and playing the double bass. As a musician he worked with Anthony Braxton, John Tchicai, Malcolm Goldstein and many other musicians, was co-founder of a musicians' initiative in Hamburg and of a small record label producing contemporary improvised music. His books comprise standard studies about Charlie Parker, Ornette Coleman, Sonny Rollins, Anthony Braxton, Albert Ayler and Miles Davis, studies about contemporary music between jazz, improvised music and contemporary composed music. His books on Coleman and Rollins have also been available in English translations. Wilson was a regular guest at the Darmstadt Jazzforum, the biennial international conference on jazz research. He attended our last Jazzforum in September 2003 on "improvising..." giving a highly controversive paper about new paradigms in contemporary improvisation. He fought against his illness since more than a year, never giving up, always staying busy with the work and the music he cared for so much. We miss him as one of the most outspoken among German musicologists, an author with a highly entertaining, yet profound style, a careful analytical and critical mind and a beautiful, always reliable personality. We miss him as a dear colleague and as a good friend. We are sad about this loss, and will honor his memory. ( Wolfram Knauer, 28. October 2003)

Als kleine Reverenz an Wilsons Arbeit veröffentlichen wir hier Liste seiner Veröffentlichungen:
As a small tribute to Wilson's work here is a listing of his publications:

Peter Niklas Wilson: Veröffentlichungsliste / List of Publications:

Books:

  • Peter Niklas Wilson & Ulfert Goeman: Charlie Parker. Sein Leben, seine Musik, seine Schallplatten, Schaftlach 1988 [book: Oreos]
  • Peter Niklas Wilson: Ornette Coleman. Sein Leben, seine Musik, seine Schallplatten, Schaftlach 1989 [book: Oreos]; english translation as „Ornette Coleman His Life and Music“, Berkeley 1999 [book: Berkeley Hills Press]
  • Peter Niklas Wilson: Sonny Rollins. Sein Leben, seine Musik, seine Schallplatten, Schaftlach 1991 [book: Oreos]; english translation as „Sonny Rollins. The Definitive Musical Guide“, Berkeley 2001 [book: Berkley Hills Press]
  • Peter Niklas Wilson: Anthony Braxton. Sein Leben, seine Musik, seine Schallplatten, Waakirchen 1993 [book: Oreos]
  • Peter Niklas Wilson: Spirits Rejoice! Albert Ayler und seine Botschaft, Hofheim 1996 [book: Wolke]
  • Peter Niklas Wilson: Hear and Now. Gedanken zur improvisierten Musik, Hofheim 1999 [book: Wolke]
  • Peter Niklas Wilson: Miles Davis. Sein Leben, seine Musik, seine Schallplatten, Waakirchen 2001 [book: Oreos]

Essays and articles

  • Peter Niklas Wilson: Zur Kompositionstechnik von Anthony Braxton, in: Jazz Podium, 31/8 (Aug.1982), p. 4-7
  • Peter Niklas Wilson: Anthony Braxton Discography, von Hugo de Craen und Eddy Jansens, in: Jazz Podium, 31/11 (Nov.1982), p. 51 (B)
  • Peter Niklas Wilson: John Tchicai und Archie Shepp. Verschiedene Wege, in: Jazz Podium, 32/11 (Nov.1983), p. 32
  • Peter Niklas Wilson: 8. New Jazz Festival Hamburg. Drei thematische Schwerpunkte, in: Jazz Podium, 33/1 (Jan.1984), p. 14-15 (C)
  • Peter Niklas Wilson: The Quest, in: Jazz Podium, 34/10 (1985), p. 54 (R)
  • Peter Niklas Wilson: Kenny Barron - Scratch, in: Jazz Podium, 35/1 (Jan.1985), p. 40 (R)
  • Peter Niklas Wilson: In der Hamburger Fabrik: Mangelsdorff, Brötzmann, Bennink, Fritz Brummer Ensemble, in: Jazz Podium, 34/3 (Mar.1985), p. 26
  • Peter Niklas Wilson: Gerry Mulligan - Little Big Horn, in: Jazz Podium, 34/12 (Dec.1985), p. 54 (R)
  • Peter Niklas Wilson: Cool Jazz, von Herbert Hellhund, in: Jazz Podium, 35/1 (Jan.1986), p. 51 (B)
  • Peter Niklas Wilson: Mingus. A Critical Biography, by Brian Priestley, in: Jazz Podium, 35/1 (Jan.1986), p. 51 (B)
  • Peter Niklas Wilson: Red Mitchell Meets Guido Manusardi, in: Jazz Podium, 35/2 (Feb.1986), p. 41 (R)
  • Peter Niklas Wilson: Versuch über das "Monkische". Zur musikalischen Ästhetik Thelonious Sphere Monks und ihrem posthumen Weiterwirken, in: Jazzforschung/jazz research, #19 (1987), p. 41-59 (F/A/T: excerpts from "Epistrophy"; "Well You Needn't"; "Criss Cross"; "Bye-Ya"; "Misterioso"; "Played Twice"; "Straight No Chaser"; "Ba-Lue Bolivar Ba-Lues-Are"; "Trinkle Tinkle")
  • Peter Niklas Wilson: Versuch über das "Monkische". Zur musikalischen Ästhetik Thelonious Sphere Monks und ihrem posthumen Weiterwirken, in: Jazzforschung/jazz research, #19 (1987), p. 49-50 (A/T: "What Is This Thing Called Monk")
  • Peter Niklas Wilson: In Marrakech. Jazzworkshop mit John Tchicai, in: Jazz Podium, 36/2 (Feb.1987), p. 22-23 (C)
  • Peter Niklas Wilson: Braxton, der Universalist, in: Jazzthetik, 1/6 (Oct.1987), p. 28-32, 37-39 (I)
  • Peter Niklas Wilson: Sonny Rollins im Gespräch, in: Jazzthetik, 2/1 (Jan.1988), p. 6-11 (I)
  • Peter Niklas Wilson: Cosmopolitan Greetings. Theater der neuen Prächtigkeit, in: Jazz Podium, 37/8 (Aug.1988), p. 25 (C)
  • Peter Niklas Wilson: ...gelegentlich auch Jazz. 18. Internationales New Jazz Festival Moers, in: Neue Zeitschrift für Musik, 150/7-8 (Jul/Aug.1989), p. 58 (C)
  • Peter Niklas Wilson: Charles Mingus und die Idee der Great Black Music, in: Jazzthetik, 3/9 (Sep.1989), p. 32-37 (F)
  • Peter Niklas Wilson: 'Harmolodics'. Theorie, Wahnsystem, Worthülse? Versuch zur Syntax und Ästhetik der Musik Ornette Colemans, in: Ekkehard Jost (Hg.): Darmstädter Jazzforum 89, Hofheim 1990 [book], p. 207-224 (A/T)
  • Peter Niklas Wilson: Dünne weiße Fäden, in: Jazzthetik, 4/1 (Jan.1990), p. 14-17 (C: Beiderbecke-Festival in Vienna)
  • Peter Niklas Wilson: Der Lohn der Langsamkeit. Ein Porträt des Saxophonisten und Komponisten Steve Lacy, in: Neue Zeitschrift für Musik, 152/1 (Jan.1991), p. 37-40 (F/I/T: "The Throes")
  • Peter Niklas Wilson: Große Klassik, kleine Häppchen. Die Ambitionen des Hamburger Privatsenders "Klassik Radio", in: Neue Zeitschrift für Musik, 152/1 (Jan.1991), p. 17-19 (F)
  • Peter Niklas Wilson: Ein Festival um Steve Lacy in Wien, in: Jazzthetik, 5/2 (Feb.1991), p. 18-19 (C)
  • Peter Niklas Wilson: Einer, der nicht durch brennende Reifen springt, in: Jazzthetik, 5/2 (Feb.1991), p. 20-27 (I)
  • Peter Niklas Wilson: Eric Dolphy und die Idee des Third Stream. Reflexionen ohne Anlaß, aber mit guten Gründen, in: Jazzthetik, 5/4 (Apr.1991), p. 26-29 (F)
  • Peter Niklas Wilson: Sternschnuppen, 1979-1990. Neue Platten von Anthony Braxton, in: Neue Zeitschrift für Musik, 152/5 (May 1991), p. 39-42 (F/R)
  • Peter Niklas Wilson: Sonny Rollins, in: Jazz Podium, 40/9 (Sep.1991), p. 3-9 (F; Vorabdruck)
  • Peter Niklas Wilson: Freedom with the Jazz Emotion. Anmerkungen zu einigen Aspekten und Hindernissen musikalischer Akkulturation zwischen (Afro)amerika und Europa, in: Ingrid Karl (Hg.): Incident in Jazz, Wien 1992 [book], p. 23-46 (F)
  • Peter Niklas Wilson: Genauigkeit in der Melancholie. Der Wiener Flügelhornist und (Jazz)komponist Franz Koglmann, in: Ingrid Karl (Hg.): Incident in Jazz, Wien 1992 [book], p.95-105 (F)
  • Peter Niklas Wilson: Musik des magischen Realismus. Ein Porträt des Komponisten Denys Bouliane, in: Ingrid Karl (Hg.): Incident in Jazz, Wien 1992 [book], p. 107-123 (F/I)
  • Peter Niklas Wilson: Musikalische Systemphilosophie nach ihrem Ende. Anthony Braxtons musikalische Metaphysik, in: Wolfram Knauer (Hg.): Jazz und Komposition, Hofheim 1992 [book], p. 101-120 (A/T)
  • Peter Niklas Wilson: Klangmomente. Ehrbar, würdevoll und Gentlemen. 40 Jahre Modern Jazz Quartet, in: Neue Zeitschrift für Musik, 153/7-8 (Jul/Aug.1992), p. 35-37 (F)
  • Peter Niklas Wilson: Wolfram Knauer - Zwischen Bebop und Free Jazz, in: Neue Zeitschrift für Musik, 153/7-8 (Jul/Aug.1992), p. 38 (B)
  • Peter Niklas Wilson: Freedom with the jazz emotion. Anmerkungen zu einigen Aspekten und Hindernissen musikalischer Akkulturation zwischen (Afro)amerika und Europa, in: Jazzthetik, 6/11 (Nov.1992), p. 32-36, 38 (F)
  • Peter Niklas Wilson: Hank Roberts: Multikulturelle Klangstrukturen, in: Body & Soul, 5 (1993), p. 6 (F)
  • Peter Niklas Wilson: Jazz auf der Flucht vor sich selbst. Improvisierte Musik zwischen "Street Credibility", Historismus und Esoterik, in: Gerhard Eder (ed.): Zur Situation der zeitgenössischen Musik am Beispiel des Jazz, Saalfelden 1993 [book], p. 7-10 (F)
  • Peter Niklas Wilson: Joe Henderson oder die Ethik der Improvisation, in: Body and Soul, 4 (1993), p. 4-5 (F)
  • Peter Niklas Wilson: "You Never Heard Such Sounds In Your Life!" Die wundersame Wiederauferstehung von ESP, in: Jazz Podium, 42/6 (Jun.1993), p. 3-6 (F/R)
  • Peter Niklas Wilson: Instant Composing als Lebensaufgabe. Lee Konitz im Gespräch, in: Jazzthetik, 7/7-8 (Jul/Aug.1993), p. 42-45 (F/I)
  • Peter Niklas Wilson: Schwarzmaler & Weißwäscher. Jazz und Rassismus, Teil 2, in: Jazz Podium, 42/10 (Oct.1993), p. 36, 8 (F)
  • Peter Niklas Wilson: Improvisation. 16 Stichworte zu einer flüchtigen Kunst, in: Lettre International, #24 (1994), p. 67-69 (F)
  • Peter Niklas Wilson: Vitaler Anachronismus/Vividly Anachronistic. Franz Koglmann und sein Pipetet, in: Ingrid Karl (Hg.): Parallel Worlds, Wien 1994 (Wiener Musik Galerie) [book], p. 30-41 (F), p. 89 (Kurzbiographie)
  • Peter Niklas Wilson: Das Geheimnis des Individuums. Notizen nach einer Begegnung mit Joe und Mat Maneri (The Mystery of the Individuum), in: Wespennest, 1/1996, p. 50-58 (F/I); Reprint, in: Peter Niklas Wilson: Hear and Now. Gedanken zur improvisierten Musik, Hofheim 1999 [book: Wolke], p. 175-183 (F/I)
  • Peter Niklas Wilson: Das Geheimnis des Individuums. Notizen nach einer Begegnung mit Joe und Mat Maneri (The Mystery of the Individuum), in: Wespennest, 1/1996, p. 50-58 (F/I); Reprint, in: Peter Niklas Wilson: Hear and Now. Gedanken zur improvisierten Musik, Hofheim 1999 [book: Wolke], p. 175-183 (F/I)
  • Peter Niklas Wilson: Gunter Hampel. Architekt der "Next Generation", in: Jazz Podium, 45/1 (Jan.1996), p. 3-4, 6-7 (F/I)
  • Peter Niklas Wilson: Alexander von Schlippenbach und der Free Jazz 30 Jahre nach Globe Unity - Diese Dinge wirken weiter, in: Jazzthetik, 10/6 (Jun.1996), p. 22-27 (I/D)
  • Peter Niklas Wilson: Albert Ayler. Shapes from Notes to Sounds (1964), in: Jazz Podium, 45/10 (Oct.1996), p. 11-12 (F/excerpt from book)
  • Peter Niklas Wilson: Aufbrüche im Abseits. Medientechnologie und musikalische Kreativität - ein Ensemble der Widersprüche, in: Beiträge zur Popularmusikforschung, #19/20 (1997), p. 92-102 (F)
  • Peter Niklas Wilson: Spirits Rejoice! Albert Ayler - apokalyptischer Bote zwischen Gospel und Free Jazz, in: Annette Kreutziger-Herr & Manfred Strack (eds.): Aus der Neuen Welt. Streifzüge durch die amerikanische Musik des 20. Jahrhunderts, Hamburg 1997 [book: Lit Verlag], p. 111-121 (F)
  • Peter Niklas Wilson: Das Geheimnis des Individuums. Notizen einer Begegnung mit Joe und Mat Maneri, in: Jazzthetik, 11/3 (Mar.1997), p. 22-25 (F/I)
  • Peter Niklas Wilson: Wiener Hörgänge. Provokationen und Posen. Projekte von Franz Koglmann und Peter Machajdik, in: Jazzthetik, 11/5 (May 1997), p. 10-11 (C)
  • Peter Niklas Wilson: Die Schwierigkeit des Schönen / The Trouble with Things Beautiful, in: Bernhard Kraller (ed.): Franz Koglmann. O Moon My Pin-Up, Wien 1998 [book: Wespennest], p. 6-19 (F)
  • Peter Niklas Wilson: Der "Meta-Music" auf der Spur. Überlegungen zur Analyse frei improvisierter Musik, in: Bernd Hoffmann & Helmut Rösing (eds.): ... und der Jazz ist nicht von Dauer. Aspekte afro-amerikanischer Musik, Karben 1998 [book: Coda], p. 373-387 (F)
  • Peter Niklas Wilson: Zwischen den Stühlen. Von Hindernissen und Stolpersteinen beim "Step across the Border", in: Wolfgang Eder & Wolfgang Gratzer (eds.): Der Trend zum Event, Saalfelden 1998 [book: Saalfeldner Musiktage], p. 33-40 (F)
  • Peter Niklas Wilson: Jenseits der Partitur. Bob Ostertags Klang-Arbeit im Elektromagnetischen Feld, in: Jazzthetik, 12/2 (Feb.1998), p. 60-67 (F/I)
  • Peter Niklas Wilson: Triocolor. Konsonanz und Konflikt, in: Jazz Podium, 47/4 (Apr.1998), p. 18-19 (I with Jens Thomas, Stefan Weenke, Björn Lücker)
  • Peter Niklas Wilson: "Radical New Jewish Culture". Polemische Anmerkungen zu einer erfolgreichen Inszenierung, in: Neue Zeitschrift für Musik, May/Jun.1998, p. 22, 24 (F)
  • Peter Niklas Wilson: Ein zweites paar Ohren. Günter Müller und sein Label "For 4 Ears Records", in: Neue Zeitschrift für Musik, 159/6 (Nov/Dec.1998), p. 48-49 (F/I)
  • Peter Niklas Wilson: "Chaos - das mag ich!" Misha Mengelberg, in: Peter Niklas Wilson: Hear and Now. Gedanken zur improvisierten Musik, Hofheim 1999 [book: Wolke], p. 151-259 (I)
  • Peter Niklas Wilson: "Diese Dinge wirken weiter". Alexander von Schlippenbach, in: Peter Niklas Wilson: Hear and Now. Gedanken zur improvisierten Musik, Hofheim 1999 [book: Wolke], p. 142-150 (F/I)
  • Peter Niklas Wilson: "Niemand wird dieses Zeug mit Kunst verwechseln!" Derek Bailey, in: Peter Niklas Wilson: Hear and Now. Gedanken zur improvisierten Musik, Hofheim 1999 [book: Wolke], p. 111-117 (I)
  • Peter Niklas Wilson: Al niente. Improvisation und Reduktion, in: Peter Niklas Wilson: Hear and Now. Gedanken zur improvisierten Musik, Hofheim 1999 [book: Wolke], p. 86-90 (F)
  • Peter Niklas Wilson: Der Strich des Zeichners. Uli Fussenegger / Werner Dafeldecker / Burkhard Stangl, in: Peter Niklas Wilson: Hear and Now. Gedanken zur improvisierten Musik, Hofheim 1999 [book: Wolke], p. 201-214 (F/I)
  • Peter Niklas Wilson: Die Politik der Spontaneität. AMM, in: Peter Niklas Wilson: Hear and Now. Gedanken zur improvisierten Musik, Hofheim 1999 [book: Wolke], p. 128-136 (F/I with Keith Rowe)
  • Peter Niklas Wilson: Die Türen offen halten. Malcolm Goldstein, in: Peter Niklas Wilson: Hear and Now. Gedanken zur improvisierten Musik, Hofheim 1999 [book: Wolke], p. 168-174 (F/I)
  • Peter Niklas Wilson: Einer, der nicht durch brennende Reifen springt. Derek Bailey, in: Peter Niklas Wilson: Hear and Now. Gedanken zur improvisierten Musik, Hofheim 1999 [book: Wolke], p. 101-110 (I)
  • Peter Niklas Wilson: Improvisation. Stichworte zu einer flüchtigen Kunst, in: Peter Niklas Wilson: Hear and Now. Gedanken zur improvisierten Musik, Hofheim 1999 [book: Wolke], p. 11-26 (F)
  • Peter Niklas Wilson: Jenseits der Partitur. Musikalische Schrift, Improvisation und Digitalelektronik, in: Peter Niklas Wilson: Hear and Now. Gedanken zur improvisierten Musik, Hofheim 1999 [book: Wolke], p. 58-67 (F)
  • Peter Niklas Wilson: Klang im elektromagnetischen Feld. Bob Ostertag, in: Peter Niklas Wilson: Hear and Now. Gedanken zur improvisierten Musik, Hofheim 1999 [book: Wolke], p. 184-194 (F/I)
  • Peter Niklas Wilson: Klang und Schrift. Die Musikwissenschaft und die nicht-notierte Musik der Gegenwart, in: Peter Niklas Wilson: Hear and Now. Gedanken zur improvisierten Musik, Hofheim 1999 [book: Wolke], p. 47-57 (F)
  • Peter Niklas Wilson: Meister des Mehrdeutigen. Evan Parker, in: Peter Niklas Wilson: Hear and Now. Gedanken zur improvisierten Musik, Hofheim 1999 [book: Wolke], p. 118-127 (I)
  • Peter Niklas Wilson: Musik mit Fragezeichen. Ernst Reijseger, in: Peter Niklas Wilson: Hear and Now. Gedanken zur improvisierten Musik, Hofheim 1999 [book: Wolke], p. 195-200 (I)
  • Peter Niklas Wilson: Nachrichten aus der Intensivstation. Über das Fortschreiten der "englischen" Krankheit, in: Peter Niklas Wilson: Hear and Now. Gedanken zur improvisierten Musik, Hofheim 1999 [book: Wolke], p. 37-46 (F)
  • Peter Niklas Wilson: Pfade zum Ozean der Spontaneität. Improvisation und bildende Kunst, in: Peter Niklas Wilson: Hear and Now. Gedanken zur improvisierten Musik, Hofheim 1999 [book: Wolke], p. 68-73 (F)
  • Peter Niklas Wilson: Plädoyer für eine akustische arte povera. Der Improvisator und sein Werkzeug, in: Peter Niklas Wilson: Hear and Now. Gedanken zur improvisierten Musik, Hofheim 1999 [book: Wolke], p. 74-79 (F)
  • Peter Niklas Wilson: Pulsschlag der Freiheit. Tony Oxley, in: Peter Niklas Wilson: Hear and Now. Gedanken zur improvisierten Musik, Hofheim 1999 [book: Wolke], p. 137-141 (F/I)
  • Peter Niklas Wilson: Spielen ohne zu üben. Paul Bley, in: Peter Niklas Wilson: Hear and Now. Gedanken zur improvisierten Musik, Hofheim 1999 [book: Wolke], p. 160-167 (I)
  • Peter Niklas Wilson: Sprach-Spiele. Improvisatorische Regelsysteme, in: Peter Niklas Wilson: Hear and Now. Gedanken zur improvisierten Musik, Hofheim 1999 [book: Wolke], p. 80-85 (F)
  • Peter Niklas Wilson: Vom Nutzen des Pfeifenrauchens für die Musik. Vilém Flusser und die Geste der Improvisation, in: Peter Niklas Wilson: Hear and Now. Gedanken zur improvisierten Musik, Hofheim 1999 [book: Wolke], p. 27-36 (F)
  • Peter Niklas Wilson: Zerrspiegel der Klänge. Improvisierte Musik und Elektronik, in: Peter Niklas Wilson: Hear and Now. Gedanken zur improvisierten Musik, Hofheim 1999 [book: Wolke], p. 91-97 (F)
  • 04°Peter Niklas Wilson: Aristokrat der "Black Classical Music". Zum 100. Geburtstag von Duke Ellington am 29. April, in: Neue Zürcher Zeitung (Internet), 17.Apr.1999 (F) [vert.file]
  • Peter Niklas Wilson: "Die Musik liegt in der Luft." Eine Begegnung mit dem Jazzpianisten Cecil Taylor, in: Neue Zürcher Zeitung (Internet), 6.May 1999 (F/I) [vert.file]
  • Peter Niklas Wilson: Cecil Taylor. Die Freuden des Alterns, in: Jazz Thing, #30 (Sep/Oct.1999), p. 42-44 (F/I)
  • Peter Niklas Wilson: Money Jungle. Fäden eines Beziehungsnetzes, in: Wolfram Knauer (ed.): Duke Ellington und die Folgen, Hofheim 2000 [Wolke Verlag], p. 95-113 (F/A)
  • Peter Niklas Wilson: Rolf Kühn. Clarinet Love Story, in: Jazz Thing, #32 (Feb/Mar.2000), p. 42-43 (F/I)
  • Peter Niklas Wilson: Revolutionär wider Willen. Zum 70 Geburtstag von Ornette Coleman - musikalische Grüsse von Joachim Kühn, in: Neue Zürcher Zeitung, 9.Mar.2000 (F) [ver.file]
  • Peter Niklas Wilson: Klänge wie ein Maschinengewehr. Free Jazz - Vom Skandalon zum historischen Stil, in: Neue Zeitschrift für Musik, May/Jun.2000, p. 42-49 (F)
  • Peter Niklas Wilson: Fluchthelfer, Projektionsfläche, Sample. Die improvisierte Musik und die Musiken der Welt, in: Jean-Pierre Reinle (ed.): "Your Own Voice". Ein Kaleidoskop von improvisierter Musik, Zürich 2001 [book: Chronos], p. 107-117 (F); response, by Hans Koch, Martin Schütz, Fredy Studer, in: Jean-Pierre Reinle (ed.): "Your Own Voice". Ein Kaleidoskop von improvisierter Musik, Zürich 2001 [book: Chronos], p. 119-120 (F)
  • Peter Niklas Wilson: Miles Davis. Seine Soli kamen aus der Stille, in: Jazz Podium, 50/5 (May 2001), p. 3-4 (F; book excerpt)
  • Peter Niklas Wilson: Sonny Rollins. Die eiserne Lunge, in: Stadtrevue Köln, May 2001, p. 28-29 (F) [vert.file]
  • Peter Niklas Wilson: Mingus. The Talking Bass. Im Kontinuum des Jazzbasses legte Charles Mingus manch neue Fährte, in: Jazz Live, #135 (2002), p. 10-15 (F)
  • Peter Niklas Wilson: Von der sozialen Irrelevanz improvisierter Musik, in: Wolfram Knauer (ed.): Jazz und Gesellschaft. Sozialgeschichtliche Aspekte des Jazz, Hofheim 2002 [book: Wolke], p. 269-280 (F)
  • Peter Niklas Wilson: The Talking Bass. Im Kontinuum des Jazzbasses legte Charles Mingus manch neue Fährte, in: Du, #723 (Feb.2002), p. 51-55 (F)
  • Peter Niklas Wilson: Wann i spül, dann spül i. Eine Begegnung mit der Jazzlegende Joe Zawinul, in: Neue Zürcher Zeitung, 19.Sep.2002 (F/I) [vert.file] [digi.copy]

4. February 2000
[Quelle / source: Jazz-Institut Darmstadt]
Joachim Ernst Berendt 77-jährig an den Folgen eines Verkehrsunfalls gestorben

Man nannte ihn den "Jazzpapst", und tatsächlich war Joachim Ernst Berendt über mehr als 40 Jahre einer der einflussreichsten Männer hinter den Kulissen, wenn es in Deutschland um Jazz ging. Er verstarb am 4. Februar im Alter von 77 Jahren an den Folgen eines tragischen Verkehrsunfalls in Hamburg.

Am 20. Juli 1922 in Berlin geboren, hörte Berendt Mitte der 30er Jahre den ersten amerikanischen Jazz. Berendts Vater war evangelischer Pfarrer, Widerständler gegen das Hitler-Regime, und kam 1942 im KZ Dachau ums Leben. Der Sohn studierte Physik an der Technischen Hochschule Karlsruhe, war von 1942-45 in der Wehrmacht und dann in amerikanischer Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Entlassung ging er zurück nach Baden-Baden, arbeitete als Dolmetscher für die französische Besatzungsmacht und gehörte schließlich zu den Begründern des Südwestfunks. Von Anfang an lag es Berendt am Herzen, im Radio regelmäßig Jazz zu spielen. Er nutzte seine eigene Plattensammlung, die Archive des Berliner und des französischen Rundfunks und wurde schließlich zum Leiter der Abteilung populäre Musik  beim SWF.

1950 erschien sein erstes Buch, "Der Jazz. Eine zeitkritische Studie", die ihm sofort eine Einladung im Rahmen des deutsch-amerikanischen Kulturaustauschs in die USA einbrachte. Seine Rundfunkabteilung wurde zu dieser Zeit immer mehr zur Jazzredaktion und dabei zum Modell, nach dem fast alle anderen Rundfunkanstalten der ARD ihre Jazzredaktionen gestalteten. Berendt veranstaltete Konzerte, kleine Festivals, brachte Musiker zusammen, die bislang nie zusammen gearbeitet hatten, zog an Fäden und knüpfte Kontakte, half Kollegen wie Musikern dabei, ihre Horizonte zu erweitern, über den Tellerrand ihres augenblicklichen Interesses hinauszublicken. 1951 gehörte Berendt zu den Mitgründern der Deutschen Jazzföderation, in der sich die Jazzclubs und Jazzveranstalter Deutschlands zusammengeschlossen hatten, um ihrer Musik ein größeres Forum zu schaffen. 1953 erschien "Das Jazzbuch", eine der erfolgreichsten Geschichtsbücher der Jazzmusik überhaupt, seither in etlichen überarbeiteten und aktualisierten Auflagen wiederveröffentlicht und in über 16 Sprachen übersetzt.

Berendt rief 1947 die Jazztime Baden-Baden ins Leben, eine regelmäßige Konzertserie; 1962 das American Folk Blues Festival; 1964 die Berliner Jazztage, die er selbst bis 1972 leitete; 1966 das New Jazz Meeting Baden-Baden, bei dem etliche Musiker des zeitgenössischen Jazz zum ersten Mal zusammenkamen und Ideen für neue Projekte entwickelten. 1972 war er musikalischer Leiter eines Jazzfestivals aus Anlaß der Olympischen Spiele in München. Beim Südwestfunk produzierte und moderierte er jede Menge Rundfunk- und TV-Sendungen, darunter von 1954-72 die wegweisenden Fernseh-Produktionen "Jazz , gehört und gesehen". Seit 1954 sorgte er dafür, daß bei den Donaueschinger Musiktagen immer auch ein Jazzkonzert den Blick über die Grenzen der reinen E-Musik hinauslenkte. 1965 organisierte er ein erstes Weltmusikfestival, brachte deutsche Gruppen im Auftrag des Goethe-Instituts nach Asien und in andere Kontinente der Erde. Zugleich sorgte er dafür, daß etliche seiner Rundfunk- und Festival-Projekte auch auf Schallplatte dokumentiert waren. Er war Produzent für mehr als 250 Schallplatten (darunter in den 60er Jahren viele wegweisende Produktionen für das Label MPS-SABA). All diese Jahre konfrontierte Berendt die deutsche Öffentlichkeit im Rundfunk genauso wie im Liveerlebnis mit den neuesten Entwicklungen des amerikanischen Jazz und ermutigte zugleich die jungen deutschen Musiker zum Experiment, zur Emanzipation von den amerikanischen Vorbildern.

Ende der 70er Jahre reichte Berendt das musikalische Potential des Jazz nicht mehr aus. Ihm war es auch in dieser Musik meist um die Avantgarde gegangen, um jene Musiker, die bestrebt waren, Neuland zu betreten, ein Risiko einzugehen. In den 80ern schrieb Berendt erfolgreiche Bücher "Das Dritte Ohr", "Nada Brahma", "Ich höre, also bin ich" , Bücher, die mehr vom Psychologischen des Hörens handeln also von irgendeiner konkreten Musiktradition. 1987 wurde er vom Südwestfunk wegen seines Engagements in einem Konflikt um die Sendung "Report" und den damaligen SWF-Intendanten nach 42 Jahren Zugehörigkeit zum Sender vorzeitig entlassen. Das konnte Berendt in seinem Schaffensdrag nicht bremsen er legte weitere Bücher vor, edierte CD-Ausgaben zwischen Improvisation, Klassik, Weltmusik, gab Workshops, ging auf ausverkaufte Toureen mit Lesungen und Vorträgen. Der Jazz geriet dabei etwas in den Hintergrund seine Sammlung hatte er Mitte der 80er Jahre in das neu gegründete Joachim-Ernst-Berendt-Archiv gegeben, das heute Teil des Jazz-Instituts Darmstadt ist.

Joachim Ernst Berendts letztes Buch war gerade im Oktober letzten Jahres erschienen: "Es gibt keinen Weg, nur gehen". Auf dem Weg zu einer Lesung aus diesem Buch in Hamburg wurde Berendt am 3. Februar beim Überqueren einer Straße angefahren und verstarb einen Tag später in der Universitätsklink Eppendorf. (Wolfram Knauer)


4. February 2000
[Quelle / source: Jazz-Institut Darmstadt]
Joachim Ernst Berendt died after a traffic accident, age 77

In Germany he was called "Der Jazzpapst", the "jazz pope", and indeed, Joachim Ernst Berendt was more influential for the German jazz scene for more than 50 year than any other non-musician.

Joachim Ernst Berendt was born 20. July 1922 in Berlin and came into contact with jazz in the mid 1930s. His father was a protestant priest, fought against the Hitler regime and died in the concentration camps of Dachau. Joachim Ernst Berendt studied physics in Karlsruhe, was called up into military service from 1942-45, and after the war spent some time in prison camps. In 1946 he returned to Baden-Baden, worked as a translator for the French occupational troups and became one of the founding members of South West German radio (Südwestfunk). From the beginning, Berendt produced jazz broadcasts, using his own extensive collection as well as material from radio archives in Berlin and Paris. Finally, he became director of the department for popular music, later the jazz department, at Südwestfunk. Most other German (and in effect European) radio stations modeled their subsequent jazz departments on the Baden-Baden example. In his capacity as director of the department, Berendt organized concerts, festivals, brought musicians together who had never worked with each other before, and helped musicians and colleagues to further their aesthetic horizons.

In 1950 he published his first book, "Der Jazz. Eine zeitkritische Studie", which resulted in an invitation to America by the US office for cultural exchange. In 1951 he was among the founders of the Deutsche Jazz Föderation, a cooperation of jazz clubs and concert organizers. His "Jazzbuch", first published in 1953, constantly brought up-to-date, reprinted and translated into more than 18 languages, became the most successful history book on jazz worldwide, selling more than 1.5 million copies. Over 50 years it remained the starting point for German (and non-German) jazz lovers as information source about the history and the aesthetic idea of jazz.

In 1947 Berendt initiated Jazztime Baden-Baden, a regular concert series; in 1962 he organized the annual American Folk Blues Festival; in 1964 he founded the Berliner Jazztage for which he served as musical director until 1972; in 1966 he started the Jazz Meeting Baden-Baden, annually bringing together contemporary musicians to share ideas and work on unusual projects. In 1972 Berendt served as musical director of a jazz festival on the occasion of the Olympic Games in Munich. At Südwestfunk he produced thousands of broadcasts for radio as well as television, among latter the influential TV series "Jazz, gehört und gesehen" (1954-72). Since 1954 Berendt was responsible for the jazz program at the annual Festival for Contemporary Music in Donaueschingen. In 1965 he produced a world music festival, organized tours of German avantgarde groups through Asia and other continents. At the same time he produced more than 250 records, including many of the projects he himself had initiated, and in the 1960s often issued on the MPS-SABA label. During all these years Berendt confronted the German public with the newest developments in American jazz through his broadcasts, books and articles and encouraged young German musicians to experiment, to find their own voice within the jazz idiom.

In the late 1970s Berendt became more and more disillusioned with the development of jazz. He had always been interested in the avantgarde of this music, in those musicians who were trying to find new ways, to take a risk. During the 1980s Berendt published successful books – "Das Dritte Ohr", "Nada Brahma", "Ich höre, also bin ich" – books in which he reflects upon the psychology of listening more than upon any specific musical tradition. In 1987 he quit his radio job and became a freelance writer. He was editor of CD editions crossing the borders between the musical worlds, published even more books, organized workshops, gave lectures. Jazz became less and less central to his work – he had sold his collection of records, books and jazz documents to the city of Darmstadt, Germany, in the mid-1980s where it soon became the basis for today's renowned Jazzinstitut Darmstadt, founded in 1990.

Joachim Ernst Berendt's last book had been published in October 1999: "Es gibt keinen Weg, nur gehen" ("There is no way but to go"). On the way to a reading from this book in Hamburg on 3. February 2000, he was hit by a car while crossing the street. He died the next day from his injuries. (Wolfram Knauer)


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