Jazzbrief aus Darmstadt
Jazzletter from Darmstadt

Juli 2009


"Der Jazzbrief" hieß eine Publikation, die Aktivitäten des Jazzinstituts Darmstadt beleuchtete, kleinere Beiträge publizierte, die sich aus der täglichen Arbeit des Jazzinstituts ergaben. Wir haben uns entschlossen, den Jazzbrief fürs erste elektronisch fortzuführen. Hier wollen wir Gedanken und Diskussionen öffentlich machen, die wir im Jazzinstitut führen, laden alle Leser dazu ein, sich an diesen Diskussionen zu beteiligen und uns ihre eigene Meinung mitzuteilen. Wir berichten über Sammlungszuwächse und sonstige Aktivitäten. Es handelt sich bei den Beiträgen auf dieser Seite nirgends um feststehende "Wahrheiten" über den Jazz, sondern um eine Sammlung von Notizen, Gedanken und Diskussionsbeiträgen.

"The Jazzletter" was a publication in which the Jazzinstitut Darmstadt reported about some of its activities and published short essays, results from the daily work at the Jazzinstitut. We decided to continue the Jazzletter electronically, publishing some of our thoughts and internal discussions and inviting everyone to participate and tell us what they think. We also report about additions to the jazz collection of the Jazzinstitut and other acitivities. This is a collection of notes, thoughts and discussions more than a statement of "truths" about jazz.


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"Entartete Musik". Zum Motiv des Ausstellungsplakats und Broschürenumschlags von 1938

Entartete MusikJonny spielt aufDie Nazis diffamierten jegliche moderne, nicht ihrer Ideologie entsprechende Kunst als "entartet". Um klarzustellen, worum es ihnen ging, organisierten sie 1937 eine Ausstellung "Entartete Kunst" und 1938 im Rahmen der Reichsmusiktage in Düsseldorf eine Ausstellung "Entartete Musik". Für das Werbeplakat und den Umschlag der begleitenden Broschüre des Ausstellungsmachers, Hans Severus Ziegler" benutzten sie das Motiv eines Saxophon spielenden Schwarzen mit Davidstern (linke Abbildung), das angelehnt ist an das Notencover der Oper "Jonny spielt auf" von Ernst Krenek (1927, rechte Abbildung).

Das Plakat zur Originalausstellung wurde in etlichen Publikationen abgedruckt, darunter auch im Darmstädter Katalog "That's Jazz. Der Sound des 20sten Jahrhunderts" von 1988. Wir erhalten immer wieder Anfragen von Verlagen nach einem Bild des Plakats beziehungsweise des Broschürenumschlags, weil das Motiv so deutlich und klischeehaft für die Verachtung der Nazis gegenüber schwarzer Musik steht.


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