Jazzbrief aus Darmstadt
Jazzletter from Darmstadt

Dezember / December 2007


"Der Jazzbrief" hieß eine Publikation, die Aktivitäten des Jazzinstituts Darmstadt beleuchtete, kleinere Beiträge publizierte, die sich aus der täglichen Arbeit des Jazzinstituts ergaben. Wir haben uns entschlossen, den Jazzbrief fürs erste elektronisch fortzuführen. Hier wollen wir Gedanken und Diskussionen öffentlich machen, die wir im Jazzinstitut führen, laden alle Leser dazu ein, sich an diesen Diskussionen zu beteiligen und uns ihre eigene Meinung mitzuteilen. Wir berichten über Sammlungszuwächse und sonstige Aktivitäten. Es handelt sich bei den Beiträgen auf dieser Seite nirgends um feststehende "Wahrheiten" über den Jazz, sondern um eine Sammlung von Notizen, Gedanken und Diskussionsbeiträgen.

"The Jazzletter" was a publication in which the Jazzinstitut Darmstadt reported about some of its activities and published short essays, results from the daily work at the Jazzinstitut. We decided to continue the Jazzletter electronically, publishing some of our thoughts and internal discussions and inviting everyone to participate and tell us what they think. We also report about additions to the jazz collection of the Jazzinstitut and other acitivities. This is a collection of notes, thoughts and discussions more than a statement of "truths" about jazz.


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Jazzinstitut Darmstadt in 2008

[Dieser Jahresrückblick kann hier auch als pdf-Datei (mit besser aufgelösten Fotos) heruntergeladen werden.]

2008 --- 2009
Zwischen den Jahren ... Zeit für einen Rückblick
Textfeld:    Little Walter vor dem Jazzinstitut
Es ist schon Tradition, dass wir am Jahresende einen Blick zurück werfen auf das, was im Jahr gelaufen ist, um zu sehen, ob erreicht haben, was wir erreichen wollten, welche Projekte es uns gelang anzuschieben und welche Ergebnisse dabei herauskamen. Uns hilft dieser Jahresrückblick, den Schreibtisch im Kopf ein wenig aufzuräumen. Ihnen, geneigte Leser, gibt er vielleicht ein wenig Einblick in all das "andere", das wir auch noch so treiben hier in Darmstadt, im Bessunger Kavaliershaus mit der Wettertrompete auf dem Dach und dem in Bronze gegossenen und Mundharmonika spielenden Little Walter vor der Tür.

Wer einen Blick auf die Website des Jazzinstituts Darmstadt wirft, stellt schnell fest, dass wir auf vielen und sehr unterschiedlichen Hochzeiten tanzen. Unser tägliches Geschäft ist die lokale und regionale Kulturarbeit, die nationale und internationale Lobbyarbeit für den Jazz, die Jazzforschung im weitesten Sinne. Wir nehmen Beraterfunktionen für ganz unterschiedliche Gremien wahr, sind international ein gefragtes und anerkanntes Forschungszentrum und sowieso bekannt dafür, dass Antworten aus Darmstadt schnell kommen und verlässlich sind. Tatsächlich aber sind diese ganz unterschiedlichen Seiten unserer Arbeit vielen unserer Nutzer kaum bekannt -- ob dies nun Besucher unserer Konzerte sind, Musiker, Veranstalter, Musikwissenschaftler oder Forscher aus aller Welt.

 

 

 

Konzerte im Gewölbekeller

Textfeld:    Aki Takase, Januar 2008; Foto: Günter SchapkaEs gibt viele Besucher, die das Jazzinstitut eigentlich vor allem wegen der Konzerte im historischen Gewölbekeller wahrnehmen. Seitdem das Jazzinstitut 1997 in das barocke Kavaliershaus in Bessungen zog, ist es zu einem angesagten intimen Konzertsaal im Rhein-Main-Gebiet geworden, in dem bislang mehr als 500 (!) Veranstaltungen stattfanden. Die Frankfurter Rundschau nannte diesen Spielort schon mal eine "mit Stein ummauerte Bastion des guten Geschmacks in Darmstadt". Nach außen oft ganz unbemerkt ist das Programm im Gewölbekeller zugleich auch Beispiel einer exzellenten Kooperation zwischen einer städtischen Institution und einem sehr aktiven lokalen Kulturverein, dem "Verein zur Förderung des zeitgenössischen Jazz in Darmstadt e.V.". Letzterer ist für die Jazz Session an jedem letzten Freitag im Monat verantwortlich, aber auch für jede Menge spannender Konzerte. 2008 sind unter den Fördervereins-Konzerten bei uns beispielsweise hervorzuheben: das Quartett mit Eric Plandé, Bob Degen, Jürgen Wuchner und Janusz Stefanski (Januar), "Die Enttäuschung" (Februar), das Stefan Heidtmann Project (März), Uwe Obergs "Lacy Pool" (April), die "Tigers of Love" (Mai), die Bands "Art Zentral" (Juni), "Hyperactive Kid" (September) und "OZMA" (Oktober) sowie das Quartett Carl Ludwig Hübsch / Wolter Wierbos / Matthias Schubert / Gerry Hemingway (November). Der Förderverein richtete Ende November außerdem bereits zum dritten Mal das Hessische Jazz Podium aus, das in der Bessunger Knabenschule stattfand. Auch Bands aus den Reihen des Fördervereins selbst oder Bands aus der Rhein-Main-Neckar-Szene waren im Jazzinstitut zu hören, etwa das Frauke Kühner Quartett (Januar); Jo Kunzes Firehorns (April), Snake Resort (Juni), Olaf Schönborns "Radio Jazz" (Juli), Uli Partheils "Western Circus" (August), das Gerd Schumacher Sextett (November) oder die Black & White Cooperation, die im Dezember ihre neue, in unserem Keller aufgenommene CD "Synergies" vorstellte. Seit einigen Jahren schon und auch 2008 wieder laden einige Musiker aus Darmstadt regelmäßig den Berliner Posaunisten Johannes Bauer zu einem Workshop, der im Gewölbekeller des Jazzinstituts stattfindet und am Ende in einem Konzert mündet (September). Unsere eigenen Konzerte umfassten insbesondere vier JazzTalk-Veranstaltungen: Im Januar war Aki Takase im Duo mit Silke Eberhard zu Gast, die ihr Ornette-Coleman-Album vorstellten. Im Juni kam Michael Schiefel als unbegleiteter Gesangssolist in den Gewölbekeller. Im Oktober folgte Dieter Ilg mit seinem Kontrabass-Solo-Programm. Und im November stellte das Julia Hülsmann Trio mit Marc Muellbauer (bass) und Heinrich Köbberling (drums) ihr neues ECM-Album vor. Daneben stellten wir in der Reihe <forum international> im März das Trio des französischen Bassklarinettisten Jean-Marc Foltz vor (in Zusammenarbeit mit dem Institut Français Frankfurt und dem Bureau Export de la Musique Française), im Mai das Elena Duni Quartett "Baresha" aus der Schweiz (in Zusammenarbeit mit der Schweizer Kulturstiftung pro helvetia) sowie im Oktober das Pawel Kaczmarczyk Audiofeeling Quartet (in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Polen Institut).

 

Darmstadt in Bremen
Textfeld:    Unser Stand auf der JazzAhead!
Zum dritten Mal war das Jazzinstitut im April 2008 bei der Messe "JazzAhead!" in Bremen präsent. Besonders Arndt Weidler hatte dabei alle Hände voll zu tun, denn er fungiert hier nicht nur als Mitarbeiter des Jazzinstituts, sondern zugleich als Vorsitzender des Vereins German Jazz Meeting e.V. (www.germanjazzmeeting.de), der im Rahmen der JazzAhead! in diesem Jahr das 2. German Jazz Meeting durchführte, ein Showcase-Festival, das einen Querschnitt der lebendigsten Projekte präsentieren will, die Deutschland momentan im Bereich des zeitgenössischen Jazz zu bieten hat. Die von einer unabhängigen Jury ausgewählten und in Bremen präsentierten Bands waren: Cyminology, Carsten Daerr Trio, Silke Eberhard Quartett, Enders Room, Laia Genc "LiaisonTonique", Sebastian Gramss Underkarl, Anke Helfrich Trio, Hyperactive Kid, Johnny La Marama, Florian Ross 8Ball, Matthias Schriefl's Shreefpunk sowie das Florian Weber Trio Minsarah. Das German Jazz Meeting ist eine Veranstaltung des Vereins German Jazz Meeting, der seinen Sitz in Darmstadt hat, in Zusammenarbeit mit der Messe Bremen und mit Unterstützung durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland. Auch im April 2009 werden wir wieder nach Bremen ziehen, wo die JazzAhead! mittlerweile zu einem der wichtigsten Informations- und Austauschplätze der Jazzszene geworden ist -- über Deutschland hinaus. Das German Jazz Meeting allerdings ist erst für 2010 wieder geplant.

 

Kooperationen in Darmstadt

Textfeld:    Die Dozenten der Jazz Conceptions 2008. Foto: Wilfried HeckmannAls städtische Einrichtung sind wir in vielen unserer Projekte auf Kooperationen angewiesen, die es uns ermöglichen, weit über das hinaus zu wirken, was wir allein bewerkstelligen könnten. Der Verein zur Förderung des zeitgenössischen Jazz in Darmstadt e.V. steht an erster Stelle unserer Kooperationspartner -- ohne den aktiven Darmstädter Verein, der nicht nur unseren Keller aktiv mit Musik füllt, sondern auch bei unseren eigenen Konzerten für das leibliche Wohl der Gäste sorgt, wären viele unsere Konzertaktivitäten kaum möglich. Das Institut für Neue Musik und Musikerziehung war während seiner Frühjahrstagung wieder mit einem Nachtkonzert zu Gast im Jazzinstitut, bei dem 2008 der Perkussionist Stephan Froleyks zu hören war. Im Juni fanden zum 17. Mal die Darmstädter Jazz Conceptions statt, die wir zusammen mit dem Kontrabassisten Jürgen Wuchner und dem Kulturzentrum Bessunger Knabenschule durchführen. Etwa fünfzig Teilnehmer verteilten sich auf die einzelnen Ensembles, in denen sie mit unterschiedlichen Ensemblekonzepten (eben, darum heißt der Workshop "Conceptions") konfrontiert wurden. Am Abend kam es an verschiedenen Spielorten in Darmstadt zu Sessions, bei denen meist bereits Zwischenergebnisse der täglichen Arbeit vorgestellt wurden; am Freitag und Samstag folgten fulminante Abschlusskonzerte sowohl der einzelnen Ensembles als auch eines mit an die 25 Musikern besetzten Großensembles sowie der Dozenten. Diese waren 2008 "wie immer" Jürgen Wuchner und Christopher Dell, daneben der Gitarrist Philipp van Endert, der Schlagzeuger Michael Griener, der Saxophonist Adam Pieronczyk, der Posaunist Christof Thewes und der Pianist Uwe Oberg, der 2008 das Großensemble leitete. Doris Schröder bot 2008 im Jazzinstitut zwei Kurse der Akademie 55 Plus an, einer Bildungseinrichtung, die sich an Menschen ab 55 Jahren richtet. Im September erzählte sie über den hot circle Darmstadt, der das Jazzleben unserer Stadt in den 50er und 60er Jahren belebt hatte; im November berichtete sie über die vielfältigen Aktivitäten unserer Einrichtung. Ein wichtiger Partner bei unseren Konzertveranstaltungen ist seit Jahren die Kanzlei v. Minkwitz, Erdl, Kochenburger in Frankfurt, die uns finanziell unterstützt und damit die Konzerte unserer JazzTalk-Reihe ermöglicht. Im Dezember konnten wir den Gewölbekeller mit einer dringend notwendigen neuen Beschallungsanlage ausrüsten, die durch eine großzügige Spende der Sparkasse Darmstadt ermöglicht wurde. Das Land Hessen förderte 2008 einmal mehr die Jazz Conceptions. Kultureinrichtungen wie das Institut Français, die pro helvetia, das Deutsche Polen Institut, aber auch das Goethe-Institut waren weitere Partner, mit denen wir an verschiedenen Projekten eng und erfolgreich zusammenarbeiten konnten. Ihnen allen sei an dieser Stelle für die Unterstützung unserer Arbeit und die gelungene Zusammenarbeit von Herzen gedankt.

 

Ausstellungen
Textfeld:    Der Fotograf Thomas Wunsch vor einem seiner Bilder
Die Galerie im Obergeschoss des Bessunger Kavaliershauses, die von Doris Schröder betreut wird, ist mittlerweile ein beachteter Darmstädter Ausstellungsraum geworden. Sie kann während unserer üblichen Öffnungszeiten besucht werden. Vor allem montags verzeichnen wir großes Interesse (dann also, wenn die Musen geschlossen sind). Im Januar und Februar waren hier Radierungen des Darmstädter Künstlers Hans-Werner Hermann zu sehen, von denen viele Bezüge zur Darmstädter Jazzszene besaßen. Von Mai bis Juli zeigten wir unter dem Titel "Pieces of Jazz -- Musik zum Betrachten" Bilder des Fotografen Karlheinz Schmitt, in denen oft ungewöhnliche Bildausschnitte einen etwas anderen Blick auf die Musik erlaubten. Von August bis Oktober zeigte die Ausstellung "Come On, Get Hot!" Jazz-Cartoons aus dem Kultmagazin "The New Yorker". Von Mitte Oktober bis Mitte November präsentierte die Ausstellung "Polski Jazz -- Ein Fenster zur Freiheit“, die im Rahmen eines Forschungsprojekts zu "Jazz im 'Ostblock' -- Widerständigkeit durch Kulturtransfer"am Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin entstand, Fotos des Warschauer Fotografen Marek A. Karewicz. Und von November bis zum 16. Januar 2009 ist die Ausstellung "Thomas Wunsch -- Coverdesign für ECM" in der Galerie des Jazzinstituts zu sehen. Unsere Wanderausstellung "Jazz Changes" war 2008 in Frankfurt/Main (Januar/Februar), Hamm (April), Kaiserslautern (Mai) und Hamburg (August/September) unterwegs. Das Jazzinstitut gab etliche Exponate als Leihgaben an das Museo di Arte Moderna e Contemporanea in Trento e Rovereto, Italien, wo seit dem 15. November 2008 und noch bis zum 15. Februar 2009 die Ausstellung "Il secolo del jazz" zu sehen ist, die danach ins Musée du Quai Branly in Paris (17. März bis 28. Juni 2009) wandert sowie ins Centre de Cultura Contempoània de Barcelona (21. Juli bis 18. Oktober 2009). Schließlich machte unsere Ausstellung "Deutscher Jazz / German Jazz", die bis 2011 in zwei Exemplaren für das Goethe-Institut durch die Welt tourt, 2008 unter anderem in Boston (März), Ankara (März/April), Izmir (Mai), Jerusalem (Mai/Juni), Vilnius (Juni), Tblissi (Juli), Riga (August/ September), Kairo (September), Nancy (Oktober), Belgrad (Oktober/November), Straßburg (November) und Rom (Dezember) Station. In den meisten Städten war die Ausstellung zugleich mit Konzerten aktueller deutscher Bands verbunden (oft solcher, die bereits beim Deutschen Jazz Meeting gespielt hatten; Sie sehen, die Kreise schließen sich), in Boston und Jerusalem darüber hinaus mit Vorträgen zum Jazz in Deutschland, gehalten vom Direktor des Jazzinstituts.

 

Bücher und andere Publikationen

Die wohl wichtigste Publikation des Jazzinstituts in 2008 war der mittlerweile 10. Band der Darmstädter Beiträge zur Jazzforschung, der im Oktober unter dem Titel "Begegnungen. The World Meets Jazz" im Wolke Verlag Textfeld:    Buchcover Darmstädter Beiträge zur Jazzforschung, Band 10erschien und über den Buchhandel erhältlich ist. Er dokumentiert die Beiträge und Diskussionen des 10. Darmstädter Jazzforums zum gleichen Thema im Oktober 2007. Der Band "sounds like whoopataal. Wuppertal in der Welt des Jazz", herausgegeben von E. Dieter Fränzel und der JAZZ AGe Wuppertal, mit einem Vorwort von Wolfram Knauer, erschien in zweiter Auflage im Klartext Verlag, Essen. Der umfangreiche Katalog "Il Secolo del Jazz. Arte, cinema, musica e fotografia da Picasso a Basquiat" zur bereits genannten Ausstellung im italienischen Rovereto, herausgegeben von Daniel Soutif, erschien im November 2008 im Skira-Verlag, Mailand. Zu weiteren im zu Ende gegangenen Jahr erschienenen Publikationen, an denen das Jazzinstitut beteiligt war, gehörte Wolfram Knauers Essay "Parker's Mood. Genese einer Bluesimprovisation" in der von Ole Kongsted, Niels Krabbe, Michael Kube und Morten Michelsen herausgegebenen Festschrift "A due. Musical Essays in Honour of John D. Bergsagel & Heinrich W. Schwab", die in der Royal Library, Kopenhagen, erschien. Die Zeitschrift "Jazz Perspectives", in deren Herausgebergremium Knauer verantwortlich mitwirkt, wurde 2008 mit zwei Bänden fortgeführt und wird ab 2009 sogar auf drei Bände jährlich erweitert. Schließlich erschienen im abgelaufenen Jahr wieder etliche Bücher, an denen das Jazzinstitut zumindest indirekt beteiligt war, weil die Autoren selbst in Darmstadt recherchiert oder von Darmstadt aus Hilfestellungen für ihre Recherchen erhalten hatten. Zu diesen Büchern zählt beispielsweise das von Michael Rauhut und Reinhard Lorenz herausgegebene Buch "Ich hab den Blues schon etwas länger. Spuren einer Musik in Deutschland", das im Verlag Ch. Links, Berlin, erschien, oder Thomas Meineckes Roman "Jungfrau", der bei Suhrkamp, Frankfurt/Main, verlegt wurde. In einer Nebenhandlung des Romans wird das Schicksal der Pianistin Jutta Hipp behandelt und auch dass Jazzinstitut Darmstadt mehrfach erwähnt. Der amerikanische Historiker Joshua Sternfeld schloss seine Dissertation zum Thema "Jazz Echoes. The Cultural and Socio-Political Reception of Jazz in Weimar and Nazi Berlin, 1925-1939" an der University of California in Los Angeles ab, für die er ausgiebig im Darmstädter Jazzinstitut geforscht hatte. Und auch im Fernsehen waren wir präsent: Im Sommer drehte KiKa, der Kinderkanal von ARD und ZDF einen Teil seiner Musik-Casting-Show "Dein Song" im Gewölbekeller des Jazzinstituts. Dort baute man quasi ein Tonstudio auf, in dem die fünfzehnjährige Komponistin Stefanie aus Westerkappeln und ihr Pate, der Sänger Roger Cicero, aufeinandertrafen und den von ihr geschriebenen Titel "Would You" einspielten. Die Sendung lief im Oktober/November zur Prime Time auf KiKa.

 

Sammlungszuwächse

Textfeld:    Ein Blick in die Gene Krupa-Sammlung von Ernst RonowskiDas Jazzinstitut wächst, seit die Stadt Darmstadt es als 1990 als städtische Einrichtung gegründet hat. Wir erhalten jedes Jahr spannende Sammlungen, die die Jazzgeschichte von den Anfängen bis in die Gegenwart dokumentieren. 2008 kamen vor allem kleinere Sammlungen hinzu: weitere Zeitschriften, Bücher und Notenveröffentlichungen aus der Sammlung des in Frankfurt lebenden Amerikaners Eli Bassett; das komplette Bandbook des Trompeters und Bandleaders Werner Klees, der in den 40er Jahren ein Orchester leitete, mit dem er in amerikanischen Soldatenclubs in Kassel spielte; etwa siebzig 40-cm-Platten mit Rundfunksendungen aus der Sammlung Dieter Bilzers, die uns seine Witwe übergab; sowie jede Menge an Material von Sammlern die uns seit Jahren wohlgesonnen sind und immer mal wieder ein kleines Päckchen für uns packen. Aus dem Nachlass des Einbeker Jazzfans und -sammlers Ernst Ronowski erhielten wir seine umfangreiche Gene-Krupa-Sammlung, die neben einem kompletten Satz aller Krupa-Aufnahmen Bücher, Fotos und andere Erinnerungsstücke mit Bezug auf den Schlagzeuger enthält. Wir übernahmen außerdem einen Teil des digitalen biographischen Jazzlexikons zur frühen deutschen Jazzgeschichte von Horst Bergmeier und Rainer E. Lotz, den beiden wohl besten Kennern der Materie. Digital ist auch eine umfangreiche Sammlung in den Vereinigten Staaten erschienener Dissertationen zum Jazz -- ein Konvolut von mehr als 1.000 Dissertationen verschiedener Fachrichtungen, die bibliographisch in unseren Jazz-Index eingepflegt werden und Forschern am Jazzinstitut zugänglich sind. Das Aufarbeiten all solcher Sammlungen macht jede Menge Arbeit; hier sind uns unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter eine große Hilfe. Auch unsere eigene Sammlung schriftlicher Quellen wird zunehmend digitalisiert; und ein umfangreiches Digitalisierungsprojekt zur deutschen Jazzgeschichte, das etliche Materialien auch online zugängig machen soll, ist für die nächsten Jahre in Planung. Unsere Sammlung an Oral-History-Interviews wurde 2008 erweitert durch die auf Band (naja, tatsächlich digital, aber "auf Band" klingt halt besser) festgehaltenten Erinnerungen des Trompeters und Bandleaders Werner Klees, des Posaunisten Rudi Fuesers, des Louis-Arrmstrong-Klarinettisten Joe Muranyi und des amerikanischen Produzenten George Avakian.

An dieser Stelle macht es vielleicht Sinn, darauf hinzuweisen, dass wir grundsätzlich an Dokumenten insbesondere zur deutschen Jazzgeschichte interessiert sind. Oft ist Sammlern, Musikern, Veranstaltern, Agenten oder sonst mit dem Jazz Befassten gar nicht bewusst, dass Fotos, Noten, Briefe, Programmhefte, Plakate, alte Zeitschriften, Zeitungsausschnitte oder sonstige Dokumente in ihrem Besitz für andere von Interesse sein könnten. Bevor Sie also den Papiercontainer öffnen, wenden Sie sich an uns! Und sollten Sie in Ihrem Bekanntenkreis von jemandem wissen, der solche Erinnerungsstücke besitzt, lassen Sie ihn oder sie von unserer Existenz wissen. Es ist wirklich jammerschade, wieviel spannendes Material verloren geht, weil die Besitzer der Meinung waren, das interessiere wohl eh niemanden. Unser Interesse gilt vor allem auch Noten: Kompositionen, Skizzen, Arrangements, Bandbücher und vieles mehr kann Forschern im Jazzinstitut helfen, die Entwicklung der Musik mit Hilfe konkreter Dokumente nachzuvollziehen. Lassen Sie also insbesondere auch Musiker in Ihrem Umfeld von unserem Interesse wissen.

 

Das Internet
Textfeld:    Manuskript für eine Rundfunksendung Olaf Hudtwalckers aus Anlass der Deutschlandtournee Louis Armstrongs 1952
Schon seit ein paar Jahren gilt: Wer eine Kopie aus schriftlichen Quellen im Archiv des Jazzinstituts benötigt, erhält per e-mail oder als Download eine gescannte Kopie. Wir sind dazu übergegangen, die Kopierarbeit grundsätzlich über Scanner zu erledigen und das einmal gescannte Material sofort digital "abzulegen", damit es bei einer zukünftigen Bestellung schnell zur Hand ist. Als wir im Frühjahr über diese "Puzzle-Technik" mit amerikanischen Kollegen von der Library of Congress sprachen, wurde uns bestätigt, dass wir uns da in guter Gesellschaft befänden: "digitizing on demand" sei der einzig gangbare Weg auch an großen amerikanischen Archiven, sofern nicht mit Hilfe von Sondermitteln eine systematische Digitalisierung spezieller Quellen angegangen werden kann. Was immer bei uns digital vorliegt, wird gleichzeitig im Computer "verkartet". Unser Jazz-Index ist nichts anderes als eine knapp kommentierte Bibliographie des Schrifttums zu dieser Musik -- in Büchern genauso wie in internationalen Zeitschriften. Und er verweist neben digitalen vor allem auf analoge Quellen, also in Papierform vorliegende Bücher, Zeitschriften, Programmhefte und vieles mehr. Unser "Wegweiser Jazz", dessen Print-Neuauflage für April 2009 geplant ist, wird auf unseren Internetseiten aktuell gehalten. Dieser "Wegweiser Jazz" ist eine Serviceleistung für Jazzmusiker, die ihn als Kontaktbuch für Tourneen oder Konzerte nutzen, daneben aber für uns auch eine Möglichkeit, mit der Szene in Kontakt zu bleiben, die uns ja nicht nur Korrekturen durchgibt, sondern immer auch ein wenig einen Stimmungsbericht liefert, wie es denn wirklich aussieht im deutschen Jazzleben. Zu den weiteren Online-Angeboten des Jazzinstituts ist unser monatlicher "Jazzbrief" zu zählen, der über Aktivitäten des Jazzinstituts berichtet, aber auch Fragen beantwortet, die uns so oft gestellt werden, dass wir meinen, eine "öffentliche" Beantwortung würde Sinn machen. Zu den Themen, die wir 2008 im Jazzbrief behandelten, gehörten u.a. Quellen zu Louis Armstrongs Deutschland-Tournee im Jahr 1952; Anmerkungen zum Jazz im "Dritten Reich"; eine kleine Quellenerforschung zum Satz "to make a lady out of jazz", der allgemein Paul Whiteman zugeschrieben wird; sowie eine kommentierte und mit Weblinks und Literaturhinweisen versehene Auflistung von Jazzmusikern, die zugleich als Bildende Künstler aktiv waren. Und in unseren Online-"Jazz News" finden sich nach wie vor täglich (!) zusammengefasste interessante Pressemeldungen zum Jazz aus aller Welt. Die Jazz News sind -- wie so viel von dem, was im Jazzinstitut gemacht wird -- zweisprachig (deutsch / englisch). Sie werden auf unserer Website täglich aktualisiert und etwa alle zehn Tage per e-mail an Interessenten in aller Welt verschickt. Warum diese Arbeit? Nun, wir wollen möglichst viele am Jazz Interessierte auf unsere vielfältigen Aktivitäten aufmerksam machen. Insbesondere die internationalen Leser der Jazz News schätzen aber auch, dass sie durch unseren Newsletter beispielsweise über europäische Musiker informiert werden, die in der englischsprachigen Jazzpresse kaum vorkommen. Positive Reaktionen kamen 2008 etwa von namhaften Abonnenten wie Christian Broecking, Ralf Dombrowski, Maxine Gordon, John Edward Hasse, Mike Hennessey, Patrick Hinely, George Lewis, Gustl Mayer, Dan Morgenstern, Doug Ramsey, Michael Rüsenberg, Robert Rusch, Dick Simon, Bernard Stollman, Lars Westin und vielen anderen.

 

Deutsche Projekte

Das zweite German Jazz Meeting fand im April 2008 statt. Das bedeutete jede Menge Arbeit für Arndt Weidler, der ja zugleich 1. Vorsitzender des ausrichtenden Vereins German Jazz Meeting e.V. ist und in dieser Funktion die Veranstaltung vor- und nachbereiten, Gelder beantragen, anweisen und abrechnen musste. Das German Jazz Meeting war einmal mehr ein großer Erfolg -- für den ausrichtenden Verein, die gastgebende Messe JazzAhead!, aber auch und vor allem für den deutschen Jazz, dem diese Veranstaltung ja vor allem helfen soll. Arndt Weidler war entsprechend viel unterwegs in diesem Jahr, bei Arbeitstreffen mit den anderen Verantwortlichen des Vereins genauso wie mit den Kollegen der Bundeskonferenz Jazz (www.bkjazz.de), eines losen Zusammenschlusses, der die Lobbyarbeit im Jazzbereich bündeln will, daneben politische Hintergrundgespräche vorbereitet und führt sowie vieles mehr. Auch hier ist Gutes zu vermelden: Die verschiedenen Lobby-Aktivitäten, die da von der deutschen Jazzszene angestoßen wurden, führten dazu, dass einige wichtige Jazzprojekte von der Initiative Musik, einer Fördereinrichtung der Bundesregierung für die Musikwirtschaft in Deutschland, gefördert wurden und dass das Budget der Initiative im November 2008 um 500.000 Euro auf jährlich 1.5 Millionen Euro erhöht wurde -- ausdrücklich zur Förderung von Projekten aus dem Bereich des Jazz und der improvisierten Musik. Arndt Weidler saß in der Jury des Neuen Deutschen Jazzpreises Mannheim. Wolfram Knauer wurde erneut als Beirat ins Präsidium des Landesmusikrats Hessen e.V. gewählt, ist außerdem im Jazz-Beirat des Deutschen Musikrats und im Musikbeirat des Goethe-Instituts aktiv. Wir versehen all solche Aufgaben mit der Hoffnung, in ihnen den Jazz mit seiner kreativen Kraft zu stärken und der Jazzszene dort eine Stimme zu verschaffen, wo sie oft genug vergessen wurde.

 

Europäische Projekte

In seiner Funktion als Vorsitzender des Vereins German Jazz Meeting e.V. besuchte Arndt Weidler im November das London Jazz Festival, das als einen Teil auch eine Art "British Jazz Meeting" präsentierte. Das Buch "A History of Jazz in Europe", an dem wir seit Jahren arbeiten, ist 2008 ins Stocken geraten, nachdem es Probleme mit dem von uns bevorzugten Verlag gab und wir deshalb das gesamte Konzept neu überdenken mussten. Auch 2008 aber haben wir die Vernetzung vor allem auch mit unseren europäischen Kollegen fortgesetzt. Insbesondere animierte uns ein Besuch einer Abordnung des Center for Dansk Jazzhistorie dazu die Website www.jazzarchive.eu, die wir 2007 gemeinsam mit SienaJazz eingerichtet hatten, mit neuem und bunterem Leben zu füllen. Wir wollen diese Website als ein Portal zu europäischen Jazzarchiven ausbauen und hoffen, dort über kurz oder lang auch Online-Recherchemöglichkeiten anbieten zu können.

 

Weltweite Projekte
Textfeld:    Columbia Roundtable mit Christopher Dell, Matana Roberts, Vijay Iyer, Michael Schiefel, Wolfram Knauer, New York, März 2008. Foto: Kevin L. Booker
Das erste Halbjahr 2008 war für die Kollegen vor Ort in Darmstadt reichlich anstrengend: Sie mussten in verkleinerter Besatzung arbeiten, da Wolfram Knauer während dieser Zeit als erster nicht-amerikanischer Louis Armstrong Professor for Jazz Studies an die Columbia University in New York berufen worden war (www.jazz.columbia.edu). Seine Veranstaltungen zum Thema "Jazz in Europe / European Jazz" fanden großes Interesse in New York; Knauer konnte außerdem viele neue Kontakte in der Metropole des Jazz aufbauen. In New York präsentierte er für die Columbia University und in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut ein Konzert mit dem Christopher Dell Trio, außerdem einen Gesprächsabend mit Gunter Hampel sowie eine Roundtable-Diskussion mit Christopher Dell, Michael Schiefel, Vijay Iyer und Matana Roberts darüber, wie die eigenen biographischen Erfahrungen die musikalische Ästhetik beeinflussen. Claus Gnichwitz interviewte Knauer über seine New Yorker Erfahrungen für die hr2-Sendung "Doppelkopf", die am 28. August ausgestrahlt wurde und auf der Website von hr2 als Podcast nachgehört werden kann. Knauer hielt einen Vortrag am Goethe-Institut in Boston, Massachusetts, und besuchte befreundete Archive in Washington, D.C., insbesondere die Smithsonian Collection (mit ihrer großen Duke-Ellington-Sammlung) und die Library of Congress, wo Larry Appelbaum ihm etliche Schätze vorführte, darunter das Originalmanuskript von Charles Mingus' autobiographischem "Beneath the Underdog", die erste maschinenschriftliche Fassung von George Russells "Lydian Chromatic Concept" oder handschriftliche Notenautographe von Jelly Roll Morton und anderen -- im Gebäude der Library of Congress befindet sich auch die Urheberrechtsstelle der USA, in der sämtliche Urheberrechte angemeldet werden müssen und die daher von Komponisten mit Noten ihrer Kompositionen bestückt wurden. Im Juni besuchte Knauer Jerusalem, hielt dort einen Vortrag im Goethe-Institut und wurde außerdem in einer einstündigen Sendung im israelischen Rundfunk von Lea Lior über die Geschichte und heutige Situation des Jazz in Deutschland befragt. Ende Juni hielt er einen Vortrag für die Harvard University im Rahmen der Konferenz-Reihe "Berlin Dialogues", die sich mit dem Thema "Jazz in the Kulturnation" auseinandersetzte (auch als Podcast nachzuhören).

 

Ausblicke auf 2009
Textfeld:    Thema des 11. Darmstädter Jazzforums: 'Tension / Spannung. Ein Jazzforum um Albert Mangelsdorff'. Der Poasunist hier mit Heinz Sauer, Günter Lenz, Ralf Hübner.   Foto: Hanns E. Haehl
Vom 23. bis 26. April 2009 wird das Jazzinstitut zum vierten Mal mit einem eigenen Stand auf der Messe "JazzAhead!" in Bremen präsent sein (www.jazzahead.de). Da in diesem Jahr kein German Jazz Meeting dort stattfindet, werden wir hoffentlich ausgiebig Gelegenheit zum networking haben. Vom 13. bis 18. Juli finden zum 18. Mal die Darmstädter Jazz Conceptions statt. Und vom 1. bis 4. Oktober 2009 führen wir unser mittlerweile 11. Darmstädter Jazzforum durch, dessen Arbeitstitel momentan lautet: "Tension / Spannung. Ein Jazzforum um Albert Mangelsdorff und seine Wirkung auf den Jazz in Deutschland". Albert Mangelsdorff galt seit den 1950er Jahren als die überragende Persönlichkeit des deutschen Jazz. Er war ein Musiker, der stil- und genreübergreifend Anerkennung fand und an Projekten beteiligt war, die zwischen Tradition, Avantgarde und Rock/Pop wechselten. Man achtete ihn international als einen Künstler mit einem ausgewiesen eigenständigen Stil, als einen Virtuosen auf der Posaune, als einen bedeutenden Komponisten und als einen Wegbereiter des Jazz in Deutschland. Beim 11. Darmstädter Jazzforum steht Albert Mangelsdorff im Zentrum, die wichtigste Jazzpersönlichkeit des Rhein-Main-Gebiets und zugleich eine Integrationsfigur des deutschen und europäischen Jazz. Doch dreht sich nicht alles nur um ihn. Mangelsdorff ist für uns Ideengeber für eine Veranstaltung, in der es um die Geschichte des Jazz in Deutschland genauso gehen soll wie um Instrumentaltechnik, um Free Jazz, um die Frankfurter Szene, um die Auseinandersetzung des Jazz mit Rockelementen, um ein wachsendes Selbstbewusstsein europäischer Jazzmusiker, um musikalische Kommunikation, um ästhetische Probleme und Chancen des Jazz heute. Unser Jazzforum soll sich also nicht im Zurückschauen begnügen, sondern durchaus auch einen Blick auf die Welt des heutigen Jazz werfen, an der Albert Mangelsdorff sein musikalisches Leben lang mitgearbeitet hat. Der rote Faden ist letztlich die musikalische Offenheit, die Albert Mangelsdorff uns allen vorgelebt hat. Das Darmstädter Jazzforum wird voraussichtlich fünf inhaltlich eng miteinander verbundene Programmteile umfassen: (1) ein dreitägiges internationales Fachsymposium, (2) eine Konzertreihe, die sich über mehr als eine Woche erstreckt, (3) einen eintägigen Workshop für Musiker aus der Region, (4) eine thematische Ausstellung sowie (5) eine Buchdokumentation. Mehr darüber im Laufe des Jahres auf unserer Website. In unserer JazzTalk-Reihe gehen wir zu Beginn des Jahres fremd: Das Kulturzentrum Bessunger Knabenschule hat uns eingeladen, ein von dort aus organisiertes und auf der Bühne der Knabenschule stattfindendes Konzert als JazzTalk "zweckzuentfremden", und so wird am 23. Januar die Sängerin Sheila Jordan, eine wahre Bebop-Legende, Rede und Antwort stehen. Am 6. Februar kommt der New Yorker Pianist Vijay Iyer mit seinem Trio zu Besuch in den Gewölbekeller des Jazzinstituts, am 4. März das katalanische Jordi Berni Trio sowie am 8. Mai das Trio der Pianistin Irène Schweizer. Im November ist ein JazzTalk mit dem Quartett des Münchner Saxophonisten Joe Viera geplant, der seit bald sechzig Jahren auf der Szene aktiv ist und nach wie vor nicht nur als Musiker, sondern auch als Pädagoge für den Jazz kämpft. Weitere Veranstaltungen sind in Planung und werden im Laufe des Jahres auf unserer Website veröffentlicht.

 

Kurzes Innehalten

Einen unserer ehrenamtlichen Mitarbeiter haben wir leider im letzten Jahr verloren. Henner Weidenhaus, ein großer Jazzfan, der selbst Vibraphon und Gitarre spielte und zugleich ein begnadeter HiFi- und Videobastler war, hat dafür gesorgt, dass viele der in unserem Archiv befindlichen Filme und Videos jetzt in digitaler Form vorliegen. Er starb im Frühjahr nach kurzer, schwerer Krankheit. Wir werden ihn nicht vergessen.

 

Dank ...

Das Jazzinstitut ist eine städtische Einrichtung, und nach wie vor ist das ein außergewöhnliches Engagement einer Kommune für eine Sache, die von vielen immer noch als exotisch angesehen wird. Die Stadt tut all das nicht ganz uneigennützig. Indem sie das Jazzinstitut gegründet hat und seit bald 19 Jahren trägt, streicht sie auch den Ruhm ein, den wir für unsere Arbeit mittlerweile überall in der Welt einfahren. Darmstadt ist in der Jazzwelt (oder zumindest in den Bereichen der Jazzwelt, die wir berühren, also beispielsweise in der Welt der Jazzforschung) ein global player. Die Anfragen kommen buchstäblich von überall her; und wir sind bekannt für zügige Antworten auf alle möglichen (und einige unmögliche) Fragen. All das gelingt uns, weil wir unser eigenes Netzwerk besitzen, dem wir an dieser Stelle für die Unterstützung danken möchten: den vielen Kollegen in der Stadtverwaltung beispielsweise (und hier insbesondere im Kulturamt), den politischen Gremien der Stadt Darmstadt, unseren sechs ehrenamtlichen Kollegen (und dem Verein Ehrenamt für Darmstadt e.V.), die uns insbesondere bei der Archivierung unser Bestände von unschätzbarer Hilfe sind, den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt Darmstadt, die das Jazzinstitut seit seiner Gründung tragen, den Jazzfreunden und Jazzmusikern, die sich daran gewöhnt haben, dass es in dieser Stadt ein Jazz-Zentrum gibt, das weltweit seinesgleichen sucht. Wir wissen, dass unsere Arbeit nur in diesem Klima gedeihen kann, in dem wir dauernd dazu ermuntert werden, unsere Ideen auch in Realität umzusetzen. Hier in Darmstadt geht das immer noch besser als irgendwo sonst.

Und vielen Dank nicht zuletzt auch den vielen Freunden des Jazzinstituts, die uns durch Anfragen und (durchaus auch kritische) Anregungen immer wieder den Weg weisen, was noch zu tun sein könnte in diesem großen, swingenden Metier. Wer unsere Arbeit beobachtet, weiß, dass wir auf solche Anregungen meist auch reagieren, denn ohne Sie bräuchte es auch uns nicht. Ein Archiv, ein Dokumentations- und Informationszentrum legitimiert sich immer auch dadurch, dass es gebraucht wird. Und Ihr/Sie alle geben uns (weiß Gott!) dieses Gefühl. Danke!

 

... und gute Wünsche

Wir? Das sind Doris Schröder, Arndt Weidler, Jan Peter Ibs und Wolfram Knauer, die Mitarbeiter des Jazzinstituts Darmstadt, einem Kulturinstitut der Stadt Darmstadt, die jetzt ein wenig durchatmen, und Euch / Ihnen ein gesundes, frohes, erfolgreiches und vor allem jazz-reiches Neues Jahr wünschen.

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Jazzinstitut Darmstadt
Bessunger Strasse 88d
64285 Darmstadt
Tel. (06151) 963700
Fax (06151) 963744
Mail: jazz@jazzinstitut.de
Web: www.jazzinstitut.de

 

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